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79 Anzeigen gegen Angler

Neuruppin 79 Anzeigen gegen Angler

60 ehrenamtlich tätige Fischereiaufseher kümmern sich im Landkreis Ostprignitz-Ruppin darum, dass sich Angler an den Gewässern korrekt verhalten. Das ist leider nicht immer der Fall, doch die Zahl der Anzeigen ist im Vergleich zum vergangenen Jahr um 31 Prozent gesunken.

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Damit beim Angeln alles mit rechten Dingen zugeht, kümmern sich Fischereiaufseher darum, dass Angler nicht gegen Vorschriften des Fischereirechts verstoßen.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Ein Fischotter ist in einer Köderfischreuse verendet – für Andreas Sidow von der Unteren Fischereibehörde des Landkreises Ostprignitz-Ruppin ein schlimmer Anblick. Viele Raubfischangler benutzen solch ein Angelzubehör, da sich auf diese Weise die notwendigen Köderfische sehr viel komfortabler als mit der Stipprute fangen lassen. Die Funktionsweise ist recht einfach. Die Reuse, in der sich das Tier verfangen hat, ist nichts anderes als eine Röhre, die mit einem Netz umspannt ist. Darin befinden sich weitere Netze, die trichterförmig angeordnet sind und in dieselbe Richtung verlaufen. Somit fällt es den Fischen zwar leicht in die Reuse hinein zu schwimmen, doch hinaus finden sie nicht mehr so schnell. Das gilt aber leider nicht nur für Fische. Immer wieder kommt es vor, dass Fischotter – vermutlich angelockt von den Fischansammlungen – sich darin verirren und dort den Tod finden.

In Köderfischreusen verenden auch Fischotter

Auch im Landkreis Ostprignitz-Ruppin fand im vergangenen Jahr wieder ein Fischotter sein tragisches Ende in einer derartigen Reuse, die vom Angler – mit Lockfutter befüllt – in Ufernähe versenkt wurde. Der Angler hoffte auf leichte Beute. Verlässt er allerdings seinen Platz und lässt das Gerät unbeaufsichtigt, so kann das den Tod für Fischotter bedeuten, die nicht rechtzeitig befreit werden. „Das Fischen mit derartigen Reusen ist Anglern in Brandenburg nicht gestattet“, sagt Andreas Sidow von der Unteren Jagdbehörde. „Köderfische dürfen nur mit Senknetzen gefangen werden, da sie keine Gefahr für andere Tiere bedeuten.“ Dennoch treffen Fischereiaufseher immer wieder Angler an, die diese Fanggeräte benutzen. „Oftmals wissen sie gar nicht, dass sie etwas Verbotenes tun, da die Köderfischreusen ja in Fachgeschäften angeboten werden“, fügt der Sachbearbeiter für Tierschutz, Jagd und Fischerei hinzu. Mit der Unachtsamkeit der Angler müssen sich die ehrenamtlich arbeitenden Fischereiaufseher immer wieder auseinander setzen. So gab es im vergangenen Jahr fünf Meldungen über Schwäne die durch Angelsehnen verletzt wurden. Unbeaufsichtigte Angeln sind oft der Grund derartiger Vorkommnisse.

60 Fischereiaufseher sind im Landkreis unterwegs

Dass Angler an den Gewässern nicht immer vorschriftsmäßig handeln, beweisen die 79 Anzeigen von 14 Fischereiaufsehern, zu denen es an Ruppiner Gewässern im vergangenen Jahr kam. In 34 Fällen wurde Strafanzeige erstattet, 45 Tatbestände wurden als Ordnungswidrigkeit geahndet. Die deutliche Anzeigenabnahme zum Vorjahr um 31 Prozent stimmt Andreas Sidow optimistisch, auch wenn ein Fall bei den Ehrenamtlern für Erschrecken sorgte, weil ein Fischereiaufseher von einem Mann mit einer Axt bedroht wurde.

Einmal im Jahr treffen sich die Fischereiaufseher des Landkreises in der Waldarbeitsschule Kunsterspring, um derartige Fälle auszuwerten. Für den Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde eine gute Gelegenheit, den Ehrenamtlern für ihre Arbeit zu danken, Statistiken auszuwerten und die freiwilligen Helfer weiterzubilden.

Regelmäßig werden junge Aale ausgesetzt, um den Bestand zu retten

Erik Fladung vom Institut für Binnenfischerei informierte die Schulungsteilnehmer der 23. Veranstaltung über Fischbesatzmaßnahmen in Brandenburgischen Angelgewässern. Eine besondere Bedeutung hat dabei der Aalbesatz, denn dem Europäischen Aal geht es nach wie vor schlecht. Der Bestand dieser Wanderfischart ist in den letzten 50  Jahren kontinuierlich zurück gegangen und Wissenschaftler auf der ganzen Welt rätseln über die Ursachen. Auch wenn in den vergangenen Jahren eine leichte Erholung eingetreten ist, wird der Aal nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen als bedrohte Art gelistet. Regelmäßig werden deshalb junge Aale in Flüsse und Seen ausgebracht. „Ohne Besatzmaßnahmen hätten wir keine Aale mehr in Brandenburg“, sagt Andreas Sidow. Der Besatz erfolgt mit Glasaalen beziehungsweise mit Jungaalen. Finanziert werden diese Maßnahmen durch Landes- und EU-Mittel sowie durch Fischereiunternehmen und Anglerverbände. Doch die Besatzpreise steigen stetig Erik Fladung betonte in diesem Zusammenhang, wie wichtig es sei, das kostbare Gut sorgsam zu behandeln.

Im Landkreis sind 60 Fischereiaufseher unterwegs, die selbst Angler sind und sich deshalb für den Schutz der Fischbestände einsetzen wollen. Ihre zuverlässige Arbeit und die stetig stattfindenden Schulungsveranstaltungen ermöglichen eine kontinuierliche Fischereiaufsicht. „Im Vergleich zu anderen Landkreisen sind wir sehr gut aufgestellt“, sagt Andreas Sidow.

Von Cornelia Felsch

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