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Ostprignitz-Ruppin 80.000 Festmeter Holz gefällt
Lokales Ostprignitz-Ruppin 80.000 Festmeter Holz gefällt
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03:15 22.02.2018
Holzpolter: Die Stämme werden an einem Sammelpunkt im Wald gelagert und von dort aus an Verbraucher übergeben. Quelle: Peter Geisler
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Alt Ruppin

Bisher lief alles nach Plan, doch erst am Ende wird abgerechnet. Denn im Moment, solange die Laubbäume noch ohne Blätter dastehen, holzen die Waldarbeiter fleißig ab. Aus Sicht der Forstwirtschaft endet die Saison nämlich nicht an Silvester, sondern erst im März oder April, wenn die Vegetationsphase wieder beginnt. Trotzdem kann der Funktionsförster Frank Köhler schon eine erste Bilanz zum Holzeinschlag auf dem Gebiet der Landeswaldoberförsterei Alt Ruppin ziehen. Denn wie viel Wald der Säge zum Opfer fällt, ist vorgeschrieben: 80.000 Festmeter – ein Festmeter entspricht einem Kubikmeter – werden pro Jahr abgeholzt und zur Weiterverarbeitung vor allem an Betriebe im Ruppiner Land und in der Prignitz verkauft.

Das meiste Holz in der Region liegt zwischen Neuruppin, Rheinsberg und Lindow. Die Landeswaldoberförsterei Alt Ruppin kümmert sich um die Waldflächen in den Landkreisen Ostprignitz-Ruppin und Prignitz, die dem Land Brandenburg gehören – die also weder privatisiert noch dem Bund, der Kirche oder den Kommunen unterstellt sind. Insgesamt handelt es sich dabei um rund 12 000 Hektar. Zwölf Revierförster kümmern sich innerhalb der Landeswaldoberförsterei rund um Stendenitz bei Neuruppin, Friedrichsgüte bei Wittstock und Boberow in der Nähe von Perleberg um den Landeswald.

Einfaches Nadelholz ernten Unternehmer mit einem Harvester

„Überall sind die Förster dazu angehalten, den Wald nachhaltig zu bewirtschaften, das heißt, nicht mehr abzuholzen als nachwachsen kann“, sagt Frank Köhler, der als Funktionsförster in der Holzvermarktung tätig ist. Dafür gibt es Vorgaben: In diesem Jahr wird eine Fläche von insgesamt 2500 Hektar durchforstet. Der jeweilige Revierförster kennzeichnet die Bäume, die gefällt werden sollen. „Bäume mittleren Alters werden von externen Dienstleistern geerntet. Um die anspruchsvolleren Arten wie Buchen und Eichen kümmern sich unsere eigenen Waldarbeiter“, erklärt Frank Köhler. Einfaches Nadelholz ernten demnach Unternehmer mit einem sogenannten Harvester, einer baggerähnlichen Maschine, die auch die Waldarbeiter nutzen. Abtransportiert werden die Stämme dann mit Forwardern, auf deren Anhängern das Holz gestapelt und zu den Wegen am Waldrand gebracht wird.

Von dort aus geht es in den Verkauf. „Wir sind natürlich bemüht, die hiesige Holzindustrie zu bedienen“, sagt der Forstexperte. Dabei geht es über die Grenzen der beiden Landkreise hinaus nach Templin (Uckermark) oder nach Baruth (Teltow-Fläming), aber auch nach Berlin und ganz Deutschland. „Immerhin zählt Brandenburg zu den waldreichsten Bundesländern“, sagt Köhler. An wen verkauft wird, ist an Verträge gebunden, die jedes Jahr neu verhandelt werden. Kronoply in Heiligengrabe etwa ist einer der erfolgreichsten Hersteller von Grobspanplatten in Europa und bekommt das Holz aus der Region. Ebenso auch die Firma Klenk Holz in Baruth, die sich auf die Verarbeitung von Laubholz spezialisiert hat und alle möglichen Balken, Bohlen und Bretter herstellt.

Als Industrieholz wird der mittlere Teil des Baumes bezeichnet

Ob aus dem Holz letztlich Parkett oder Papier wird, entscheidet sich nach seinem Wert. „Der Baum ist von oben nach unten in drei Teile unterteilt“, erklärt Frank Köhler. Das Stammholz, das sich im untersten Bereich des Baumes befindet, ist das wertvollste und geht an die Sägeindustrie zur Herstellung von Brettern oder Balken. Im Durchschnitt kostet ein Festmeter Stammholz derzeit 70 Euro, so Köhler. Als Industrieholz wird der mittlere Teil des Baumes bezeichnet, das zu Spanplatten oder Zellstoff verarbeitet wird. Für einen Festmeter gibt es rund 50 Euro. Aus den Ästen in den Baumkronen wird schließlich das Energieholz gewonnen, das hauptsächlich zum Heizen dient. „Damit beliefern wir zum Beispiel auch Schulen und Krankenhäuser“, sagt der Fachmann.

Aber nicht nur die Holzernte hat zurzeit Saison, sondern auch die Jagd, um die sich die Landeswaldoberförsterei ebenfalls kümmert. „Die milden Winter sorgen dafür, dass sich die Rehe und das Rotwild sehr schnell vermehren“, berichtet Frank Köhler. Besonders das Rotwild sei dafür bekannt, die jungen Bäume anzufressen oder regelrecht kaputt zu machen. „Bäume ohne Schäden lassen sich natürlich besser verkaufen“, so der Funktionsförster. Dennoch gelte auch hierbei die Regel, „mit Achtung vor der Kreatur zu jagen“. Das bedeutet, ein gesundes Maß für Tier und Wald zu finden.

Vermarkter

Frank Köhler arbeitet als einer von fünf Funktionsförstern bei der Landeswaldoberförsterei in Alt Ruppin. Gemeinsam mit Bärbel Hurtig ist er im Bereich der Holzvermarktung tätig.

Seine Aufgabe ist es, den Überblick über das geerntete Holz zu behalten und Termine mit den Holzkunden zu machen, an die das Holz im Wald übergeben wird. Zwischen November und Januar geht er wie die anderen Förster auch mit auf die Jagd.

Der gebürtige Schweriner ist 40 Jahre alt und lebt mittlerweile in der Region. Er hat Forstwirtschaft an der Fachhochschule in Eberswalde studiert, womit er im gehobenen Forstdienst eingegliedert ist.

Im höheren Forstdienst arbeiten zum Beispiel die Leiter der Oberförstereien, die zusätzlich zum Studium noch ein Referendariat absolviert haben. Schließlich gibt es noch die Forstwirte oder Forstwirtschaftsmeister, die eine Ausbildung zum Waldarbeiter gemacht haben.

Von Luise Fröhlich

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