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Ostprignitz-Ruppin 82-Jährige veröffentlicht einen Gedichtband
Lokales Ostprignitz-Ruppin 82-Jährige veröffentlicht einen Gedichtband
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12:40 19.02.2018
Die Gedichte von Inge Ewald (r.) sind jetzt in einem Buch vereint. Bei der Herausgabe half Astrid Baumgartner (l.). Quelle: Renate Zunke
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Damelack

120 fest eingebundene Seiten liegen auf dem Tisch in dem kleinen Haus am Wald. „Worte die durch mein Leben ziehen“ hat Inge Ewald aus Damelack ihren Gedichtband betitelt. Sie sagt: „Meine gesammelten Werke“. Die 82-Jährige staunt noch immer darüber, „wie viel Arbeit so ein Buch doch eigentlich macht.“ Einen großen Anteil an dessen Entstehung hat Astrid Baumgartner aus Joachimshof. Sie zeichnet verantwortlich für Satz und Gestaltung sowie Grafiken und hat viel Zeit und Arbeit investiert, um die Gedichte von Inge Ewald gebührend zu präsentieren. Außerdem steuerte sie einen Teil der Fotos bei. „Es wäre doch zu schade gewesen, wenn die schöne Lyrik von Inge Ewald als lose Blattsammlung nur im Regal geblieben wäre“, meint Astrid Baumgartner.

Mit Fleiß und Kreativität wurde etwas Besonderes geschaffen

Wer den Band durchblättert erkennt: Da wurde mit Fleiß und Kreativität etwas Besonderes geschaffen. Autorin und Gestalterin können mit Recht stolz auf ihr Werk sein und machen auch kein Hehl daraus. Ein Jahr dauerte es von der Idee, das Buch herauszugeben, bis zum Start des Vorhabens. Dann folgte ein halbes Jahr sehr intensiver Arbeit, wobei sich beide Frauen immer absprachen.

Rechtzeitig zu Weihnachten des vergangenen Jahres kam der Gedichtband dann in einer Auflage von 50 Exemplaren aus der Druckerei. So hatte die Damelackerin gleich ein Geschenk für Verwandte und Freunde. Ihre Nachbarin Waltraud Rozycki meinte dann auch gerührt: „Ein schöneres Geschenk hättest du mir nicht machen können“. Kein Wunder, eröffnet doch das Damelacklied den Reigen der Gedichte. Das schrieb Inge Ewald anlässlich des 725. Geburtstages ihres Heimatdorfes im Jahr 2000 für das „kleine Dorf am Waldesrand, wo einstmals meine Wiege stand“.

Ein Buch wird ins englische Bristol geschickt

Ein Buch geht demnächst ins englische Bristol. Dort lebt eine 89-jährige Cousine, die in dem Haus geboren wurde, in dem Inge Ewald jetzt lebt. Die Buchautorin ist sich sicher: Die Cousine wird sich sehr freuen über die lyrischen Eindrücke aus ihrem Geburtsort.

Um eine gewisse Systematik in das umfangreiche Werk der 82-Jährigen zu bringen, ordnete Astrid Baumgartner alle Gedichte nach Inhalt und erstellte gemeinsam mit der Autorin eine Titelliste. Und so gliedert sich die Lyrik von Inge Ewald nun unter folgende Überschriften: Mein Zuhause, Natürliches, Tierisches, Menschliches, Satirisches, Abschied. 55 Gedichte, mehr oder weniger lang, sind in dem Buch vereint. Geschrieben wurden sie hauptsächlich in den Jahren 2000 bis 2009. Dabei hat die ehemalige „Bücherfrau“ aus Breddin eigentlich schon als 14-Jährige mit dem Reimen angefangen, verrät sie. Von 1977 bis 1990 leitete die studierte Erzieherin und spätere Bibliotheksfacharbeiterin die Breddiner Zentralbibliothek.

Von ihrem Fenster kann sie die Hirsche beobachten

Wie sehr sich Inge Ewald von der Natur verzaubern lässt, davon zeugen viele ihrer Gedichte. Und sie zeugen von einer genauen Beobachtungsgabe und großen Sensibilität der Autorin, der die Natur sozusagen vor den Füßen liegt: Das Haus, in dem Inge Ewald in Damelack wohnt, steht direkt am Waldrand. Vom Fenster aus kann man zu bestimmten Zeiten die Hirsche beobachten. „Ruhestörung oder Röhrende Hirsche“ heißt dann auch eines ihre Gedichte, in dem sie die Schönheit der kapitalen Tiere beschreibt aber auch „manche Menschen finden es unerhört, das nachts der Hirsch so nah am Dorfe röhrt.“ Weiter heißt es: „Macht doch die Fenster und Läden zu! Ich lausche weiter – und ihr habt eure Ruh.“ Die Satire kommt nicht zu kurz in der Dichtkunst der Damelackerin. Sie beschreibt das „Atemlose Rentnerdasein“, begibt sich in „Eulenspiegels Wunderland“ und fragt sich „Wo sind meine Euros hin?“.

Und bei der täglichen Zeitungsschau kommen viele Fragen auf, die dann in einem Gedicht verarbeiten werden, durchaus als Tageslyrik zu bezeichnen. „Manchmal kann man sich eben nur aufregen“, erklärt Inge Ewald und macht sich dann Luft, indem sie ihren Unmut in einem Gedicht verarbeitet.

Dichterin, dieses Wort will Inge Ewald nicht hören

Lebensfragen stellt Inge Ewald im letzten Gedicht ihres Buches. „Warum?“ lautet der Titel und beginnt mit folgenden Worten: „Ich habe die Augen geschlossen, jedoch schlafe ich nicht. So vieles geht mir im Kopf herum und vieles verstehe ich nicht. Warum – so beginnen die tausend Fragen, die in Gedanken entstehen.“ Dichterin, dieses Wort will Inge Ewald nicht hören. Sie sagt: „Ich bringe einfach nur in Reimform, was ich empfinde oder fühle“.

Von Renate Zunke

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