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84 Kilo Marihuana gekauft – Dealer wird vor Gericht belastet

Prozess in Neuruppin 84 Kilo Marihuana gekauft – Dealer wird vor Gericht belastet

Es geht um 84 Kilogramm Marihuana, die soll ein 37-Jähriger aus dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin gekauft und wieder verkauft haben. Der Angeklagte schweigt. Aber vor Gericht packen die Zeugen aus. Ihre Aussagen lassen erkennen, welche Tricks der Angeklagte anwandte, um seine Drogengeschäfte zu vertuschen.

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Quelle: dpa

Neuruppin. „Ich will meine Ruhe haben und mit dem ganzen Dreck nichts mehr zu tun haben. Deshalb packe ich aus“, sagte Sebastian K. Mit seiner Aussage belastete er seinen ehemaligen Nachbarn Mario G. schwer. Der 37-Jährige muss sich seit dem 4. April wegen Drogenhandels in Lindow in der Zeit von Ende Dezember 2014 bis Oktober 2015 vor dem Landgericht Neuruppin verantworten. Die Rede ist von insgesamt 84 Kilogramm Marihuana.

Zeuge machte reinen Tisch

Der Angeklagte schweigt. Umso mehr redete sich Sebastian K. am Dienstag alles von der Seele. Demnach hatte der Angeklagte K.s Mutter gefragt, ob er seine Vögel über den Winter in Sebastian K.s Wohnung in Lindow unterstellen könne. Sebastian K. lebte bis Januar 2015 nicht dort, sondern bei seinem Vater in Neuruppin und kam nur sporadisch in die eigene Wohnung. Bei so einer Gelegenheit, erinnerte sich der 21-Jährige, habe sich Mario G. an ihm vorbei gedrängelt und aus dem Bad eine gelbe Tasche geholt.

Bei einem anderen Kurzbesuch habe es nach Gras gerochen. Darauf angesprochen, habe Mario G. geantwortet, er habe mal was versteckt und ihm zwei eingeschweißte Tüten und eine offene, die unter dem Bett lagen, gezeigt.

„Ich will nichts damit zu tun haben. Ich will keinen Ärger“, will Sebastian K. dazu gesagt haben. Dem Nachbarn habe er aber weiter gestattet, seine Wohnung als Lager zu benutzen. Da ging es nicht mehr nur um Marihuana, sondern auch um Kokain von der Größe eines Tennisballs, wie K. beschrieb. Das hatte Mario G. in einer Kassette hinter dem Vogelkäfig zusammen mit einer Waage, einem Löffel, einem Behälter und einer Socke versteckt. Die Socke sollte verhindern, dass das Kokain feucht wird,erklärte Sebastian K.

Zeuge hob Erdversteck mit aus

„Mario hat öfter bei mir gesessen, von einem Koksball etwas abgekratzt und dann zu je 0,9 Gramm portioniert. Später sollte ich diesen Job übernehmen.“ Bis Mitte März diente seine Wohnung als Depot. Dann zog Sebastian K.s Frau mit ein. Sie sollte nichts von den Drogengeschäften erfahren. Doch es gab Alternativen für den einstigen Aufbewahrungsort: Erdverstecke. Sebastian K. musste dem Angeklagten beim Ausheben einer Grube in der Nähe der Sportschule und dem Vergraben einer Tonne helfen. Dort sollte K. die bei ihm gelagerten Drogen verstecken. Eine weitere Erdgrube legte er eine Zeit später in Schönbirken an. Die Wege bewältigte er mit dem Fahrrad, um die Drogen von einer in die andere Tonne zu packen.

Mario G. soll ihn auch beauftragt haben, mehrmals die Woche Stoff an Abnehmer zu liefern. Zwei von ihnen sollten am Dienstag gehört werden. Da gegen sie aber ein Strafverfahren läuft, beriefen sie sich auf ihr Aussageverweigerungsrecht und sagten nichts.

Eigener Deal scheiterte

Einmal versuchte sich Sebastian K. selbst im Drogenverkauf. Der Versuch scheiterte kläglich. Er sollte 4900 Euro für das gelieferte Kilogramm Marihuana bekommen. Am Lindower Bahnhof wechselten Geld und Drogen den Besitzer. Beim Nachzählen zu Hause stellte Sebastian K. fest, dass sein Abnehmer ihn betrogen hatte und ihm nur 2000  Euro bezahlt hatte. Außerdem stellte Mario G. ihn zur Rede, wie blöde er sei, an einen zu verkaufen, den er auch kenne. Mario G. habe dann von ihm den Verkaufserlös gefordert. Bei einem Waldspaziergang entdeckte Sebastian K. den Deckel einer Tonne am Weg. Mit Schrecken stellte er fest, dass alles dort gelagerte Zeug weg war. Er informierte sogleich Mario G. Aber ihre Suche blieb ergebnislos. Das war das Ende ihrer Geschäftsbeziehung, weil Mario G. ihm unterstellte, den gesamten Inhalt gestohlen zu haben.

Im Oktober ging Sebastian K. zur Polizei, nachdem ihm damit gedroht wurde, das Haus „abzufackeln“. Da die Zeugenvernehmung von Sebastian K. bis in den Nachmittag dauerte, wurde seine Mutter für Donnerstag neu geladen.

Von Dagmar Simons

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