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Ostprignitz-Ruppin 9. Auflage von Rock am Brink
Lokales Ostprignitz-Ruppin 9. Auflage von Rock am Brink
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15:09 05.11.2017
Erzähl mir was vom Pferd: „Stolen Pfolen“ ließen es als erste Band des Stoner-Rock-Abends vergleichsweise ruhig angehen. Quelle: Regine Buddeke
Netzeband

Das Leben ist ein Ponyhof. Zumindest für Eric und Tobi von „Stolen Pfolen“. Diese Band eröffnet am Samstagabend das neunte Festival „Rock am Brink“. Und verblüfft die treue Fangemeinde zuerst einmal mit ungewohnter Kost.

Das kleine, feine Festival, das 2010 seine Premiere in Neuruppin feierte und seit 2013 in der Temnitzkirche Netzeband zu Hause ist, hat seinen Schwerpunkt auf Stoner-Rock gelegt. „Das ist unser Alleinstellungsmerkmal – Krach machen alle anderen Metal-Veranstaltungen schließlich auch“, beschreibt es Daniel Woith, der mit seinem Verein Dream Team Walsleben das Festival aus der Taufe gehoben hat und Jahr für Jahr organisiert. Natürlich würden nicht alle 80 Mitglieder des Vereins kommen – dazu sei die Musik zu speziell und das Dream Team ja eigentlich ein Volleyball-Verein. „Aber wir haben eine feste Fangemeinde, die Jahr für Jahr zu Rock am Brink kommt“, freut sich Vereinsvize Marco Birkholz, der für die Bandauswahl zuständig ist.

„Stonehenge“ heizte der Menge ordentlich ein. Quelle: Regine Buddeke

In diesem Jahr sind das außer den Potsdamern von „Stolen Pfolen“ noch „Stonehenge“, „Gorm“ und „The Nickajacks“ – aus Potsdam, Rostock und Halle. „Unser Ziel ist Abwechslung“, so Birkholz, der die Bands auf anderen Festivals kennenlernt. „Viele sind froh, eine Bühne wie die Netzebander Kirche zu bekommen und dazu noch unsere gute Technik. Die Firma aus Templin begleitet uns vom ersten Jahr an“, freut er sich. Auch darüber, dass es das Festival immer noch gibt und die Fans die Treue halten. „Ist ja ein Plus-Minus-Null-Geschäft – das große Geld verdienen die Bands hier nicht“, sagt Voith. Aber die Atmosphäre ist gut, draußen wird gegrillt, drinnen stimmen Eric und Tobi ihre Instrumente. Wie Metaler sehen beide nicht aus – wie sie da auf Stühlen sitzen, Gitarre auf dem Schoß, umgeben von Schaukel- und Steckenpferden, im Hintergrund ein hochbeiniges Holz-Sportpferd mit Kopf und einem Lagerfeuer im Vordergrund. Da kommt lauschige Hottehüh-Stimmung auf oder zumindest Westernromantik.

Die Temnitzkirche ist eine Bühne mit Flair. Quelle: Regine Buddeke

Was die Jungs dann aus den Saiten zupfen, klingt so gar nicht nach Metal, obschon der Sänger seine Stimme rau macht. „Hengst“ heißt das erste Lied, „Wallach“ das zweite. Ein Klagelied mit finalem Wutschrei – was sonst. Ganz klar, die „Stolen Pfolen“ haben eine Botschaft. „Bitte verzichtet auf den Verzehr von Pferdefleisch“, beschwören beide. Bei Texten wie „Hottehüh in der Früh, wir reiten durch die Prärie“ fällt einem nichts mehr ein. Als ein Tango und später ein angerocktes „Hopp hopp hopp, Pferdchen lauf Galopp“ folgt, steht manchem Gast der Mund offen. Konsequent im Thema sind die beiden, das muss man ihnen lassen. „Man muss auch mal was ausprobieren“, sagt Daniel Woith. „Zugabe“, ruft einer im Saal.

Stonehenge“ ziehen andere Saiten auf: Drums, Bass und Keyboard werden aufgebaut und dann dröhnt es in der Kirche, wie man es kennt. Kein Tango, kein Western – Heavy Progrock ist angesagt. Und auch die nachfolgenden Bands lassen es ordentlich krachen. Die Bässe wummern, die Gitarren kreischen.„Die Bands haben alle noch ordentlich Stimmung gemacht“, freut sich Daniel Woith, für dessen Team die Planung für 2018 beginnt. „Nächste Woche melden wir den Termin beim Amt an“, sagt er. Nach dem Festival ist vor dem Festival. 2018 feiert es runden Geburtstag.

Von Regine Buddeke

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