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9. Oldtimer-Traktorentreffen

Rüthnick 9. Oldtimer-Traktorentreffen

Die Organisatoren können sich freuen: das 9. Traktorentreffen in Rüthnick war ein voller Erfolg. Mehr als 200 Traktoren kamen auf den Platz, dazu mehrere tausend Neugierige. Die Trecker, die an der Ausfahrt teilnahmen, waren kaum zu zählen, eine Viertelstunde brauchte es, bis alle vom Platz gefahren waren.

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Ein Porsche zum Verlieben: Besitzer Lars Rosen (r.) und Gunnar Funk sind eifrig am Fachsimpeln.

Quelle: Regine Buddeke

Rüthnick. Peter Herzog strahlt trotz des Stresses mit der Sonne um die Wette. Gerade hat er zwei Stunden lang Traktoren moderiert – jetzt ist kurz Zeit zum Verschnaufen, dann muss er sich mit seinen Mitstreitern vom Verein „Freunde alter Landtechnik und Traktoren“ (Falut) darum kümmern, dass die Ausfahrt der alten Schätzchen pünktlich um zwei beginnen kann. Die Polizei sperrt dafür die Straße ab.

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Immer am 1. Mai: die Organisatoren des Rüthnicker Treckertreffens schwören auf den Termin. Zu Recht. Das Treckerevent ist quasi die Saisoneröffnung und bei Liebhabern alter Traktoren und Landtechnik eine feste Adresse. Am Montag fand es zum neunten Mal statt.

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Es gab viel, was die Falutler im Vorfeld organisieren mussten. „Das ist ja die Generalprobe für unser Zehnjähriges“, so der Falut-Chef, der sowohl bei der neunten Auflage als auch bei den vergangenen Treffen die Organisationszügel in Händen hielt. Mit Erfolg: Der 1. Mai ist ein fixer Termin für alle Besitzer und Freunde von Oldtimertraktoren und lockt jedes Jahr mehr Interessierte an, die entweder schauen und fachsimplen wollen oder einen sonnigen 1. Mai mit Kind und Kegel auf dem Acker verleben wollen. Für beide Spezies ist bestens gesorgt – auch dank abwechslungsreichem Catering.

Kinder ans Lenkrad

Kinder ans Lenkrad: für viele war es ein Erlebnis.

Quelle: Regine Buddeke

Ein paar tausend Besucher seien es bis jetzt, sagt Peter Herzog, da hat der Nachmittag gerade erst begonnen. Das sei sicher auch ein bisschen dem guten Wetter zuzuschreiben, meint er. Traktoren? Da muss er überlegen. „Wir hatten 200 Teilnehmer-Urkunden – die haben nicht gereicht.“ Das ist ein Rekordergebnis. „Zum ersten Mal sind wir platzmäßig an unsere Grenzen gekommen – gut möglich, dass wir im nächsten Jahr noch Acker dazu mieten müssen“, sagt er – zu Recht stolz. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass der Acker vor den Toren Rüthnicks für diesen Zweck erstmals benutzt wurde – vorher fand das Treffen auf einer Wiese hinter den Rüthnicker Heimatvereinsgelände statt. Und dass der Verein Falut gegründet wurde – mit dem vorrangigen Ziel, die Organisation des Ereignisses auf feste Füße zu stellen, zu dem die Trecker von Nah und Fern kommen.

Peter Herzog eröffnete die Ausfahrt

Peter Herzog eröffnete die Ausfahrt.

Quelle: Regine Buddeke

Und was für schöne Exemplare: Sie knattern und qualmen – die grauen Dieselschwaden riechen für die Fans besser als Parfüm. Und sie leuchten in allen Farben, blitzen oder kommen rostig daher. Da tummeln sich Primus und Deutz, Lanz Bulldogs und John Deeres, Zettelmeyers, Eicher und Hanomags, McCormicks und Porsche-Traktoren, um nur einige zu nennen. Dazwischen Oldtimer-Autos, DDR-Laster und alte Landtechnik – auch etliche Oldtimerfeuerwehren laden vor allem die Kinder zum Aufsitzen. Mancher hatte einen langen Anfahrtsweg: etwa ein Unimog – der Besitzer ist 540 Kilometer aus Nottulm angereist. All die alten Schätzchen stehen in Reih und Glied auf der Koppel und scharen Bewunderer um sich, die staunen, fachsimpeln oder Handauflegen wollen und am liebsten fast in den Motor kriechen.

So wie in den vergangenen Jahren Oldtimer der Marken Deutz und Eicher im besonderen Fokus standen, sind es dieses Jahr die Güldner-Traktoren. Der älteste auf dem Platz ist Jahrgang 1938 – und um einige Jahrzehnte älter als sein Besitzer. Neun Güldner sind es genau, die vor der Bühne eine Ehrenrunde drehen dürfen und dem Publikum vom Moderator genau erklärt werden.

Sofa

Sofa? Wer braucht denn sowas?

Quelle: Regine Buddeke

Neben dem Güldner-Oldie gibt es auch noch einige andere dieser Generation – es ist beachtlich, wie die alte Technik mit viel Liebe und Geduld ihrer Besitzer noch ihren Dienst tut. Sven Neitzel hat einen Deutz Wasserverdampfer, Baujahr 1938 am Start. Ebenso ein Kramer Allesschaffer – selbes Baujahr. Roy Wollitz aus Zechow hat seine „Oma“ mitgebracht – einen Famo XS mit 42 PS, an dem er Ewigkeiten geschraubt hat, bevor die betagte Dame, die nächstes Jahr 80 wird, wieder fuhr. „Ich habe sogar einen Vorkriegs-Lanz gesehen“, glaubt sich Peter Herzog zu erinnern.

Adrian Wendlandt wuselt mittenmang den Falutlern. „Mein Assistent“, lobt Herzog. „Ich bin seit sieben hier und helfe“, sagt der Bursche, der seinen Vater Marcus begleitet. Der ist mit einem vielbestaunten Porsche Allgaier A111 am Start, Baujahr ‘56. „Die Historie ist lückenlos erhalten“, so der Besitzer – er habe noch den Originalfahrzeugbrief. Seit drei Jahren ist er Treckerbesitzer und seit einem Jahr bei Falut dabei. Sohnemann Adrian ist quasi Vereins-Anwärter. „Aber fürs Schrauben ist Papa zuständig“, sagt er und grient.

Ein Stück weiter gibt Rainer Hofmann Gas bei einem Motor Baujahr ’36. Ohne Trecker tuckert und rattert das gute Stück auf einem Hänger und pustet Rauchschwaden in die Luft. „Ich muss den bei Laune halten, sonst geht er aus“, erklärt der Motorensammler, der diesen aus einer alten Mühle hat. „Der hat die angetrieben“, sagt er – es habe einige Monate Arbeit gekostet, ihn wieder in Schwung zu kriegen.

Dreirad der besonderen Art

Dreirad der besonderen Art.

Quelle: Regine Buddeke

Mit aufgestellter Motorhaube strahlt ein Porsche Junior im typischen Porsche-Rot. Oder sollte man 1.-Mai-Rot sagen? Lars Rosen aus Vehlefanz hat am 59 Jahre alten Trecker ein Jahr lang gebastelt, bevor er so schön aussah. „Respekt“, sagt Marco Wendlandt. „Ich habe den gesehen, als er ihn geholt hat – da ist viel Liebe und Zeit reingeflossen.“ Gunnar Funk aus Seebeck kriecht fast in das gute Stück hinein. Er habe auch so einen, erklärt er sein Interesse und löchert den Vehlefanzer mit Fragen. Der freut sich über den Gleichgesinnten. Ein Stück weiter steht Jörg Förster mit einem Kartoffelroder. „Ein Scheunenfund“, sagt er. „Wir schätzen Baujahr 1906 bis 10“. Dafür ist die Lackierung wie neu. Auch hier scheint viel Arbeit investiert worden zu sein. „Manchmal sind die Gerätschaften spannender als die Zugmaschine“, sagt der Havelländer. Wobei, der vorgespannte Massey Ferguson ist auch ein echtes Schätzchen. Förster kommt immer gern nach Rüthnick. „Der 1. Mai ist ein Muss. Hier wird ja die Saison eröffnet“, sagt er.

Inzwischen wird es laut auf dem Platz. Dieselschwaden schwängern die Luft, es töffelt, tuckert, rattert, blubbert und knallt gelegentlich. Immer mehr Fahrer lassen ihre Prunkstücke für die große Ausfahrt durch Rüthnick an. Angeführt von Peter Herzog wälzt sich der lange Zug vom Platz – eine Viertelstunde dauert es, bis er im Wald verschwunden ist.

Von Regine Buddeke

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