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900 Fans bei Uriah Heep in Neuruppin

Hardrock-Legenden geben Konzert im Kulturhaus 900 Fans bei Uriah Heep in Neuruppin

Seit 46 Jahren auf der Bühne, mehr als 30 Millionen verkaufte Tonträger – und sie sind so gut wie eh und je: Die Musiker der britischen Band und Hardrock-Legende Uriah Heep gaben am Freitagabend ein umjubeltes Konzert vor fast 900 Fans im Neuruppiner Kulturhaus Stadtgarten. Dabei bebte zeitweise der Boden.

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Sänger Bernie-Shaw ist seit 1986 bei Uriah Heep, Drummer Russell Gilbrook seit 2007.

Quelle: Regine Buddeke

Neuruppin. Ein Donnern wie von tausend Hubschrauberrotoren zerschneidet die Luft, die aufgeheizt ist von der Vorband. Fast 900 Gäste, schon gut in Fahrt gebracht von „Lord Bishop“, pressen sich am Freitagabend dicht an dicht im Neuruppiner Stadtgarten, um ihre Idole zu erleben – Uriah Heep. Seit 46 Jahren stehen die britischen Urgesteine des Hardrock auf den Bühnen dieser Welt, 25 Musiker waren im Laufe der Jahre Mitglieder der Band.

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Satter Sound, nimmermüde Musiker, 900 begeisterte Fans: Uriah Heep rockte den Neuruppiner Stadtgarten.

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Von der Originalbesetzung ist nur noch einer übrig: der Gitarrist und Sänger Mick Box. Als Leadsänger hat sich seit Jahrzehnten Bernie Shaw einen Namen gemacht. Obwohl: Singen können alle bei Uriah Heep. Nicht von ungefähr ist die Band auch durch ihren mehrstimmig ausgefeilten Gesang berühmt, der sich – ganz und gar nicht hard­rockig – in etlichen wunderbaren Rockballaden wiederfindet. Bekanntester Song ist – klar – „Lady in Black“. Aber die Band kann eindeutig mehr. Über 30 Millionen verkaufte Tonträger sprechen eine deutliche Sprache. Neuruppin kann sich einmal mehr glücklich schätzen, dass solch eine Band in den Stadtgarten kommt.

Zu einem psychedelischen Synthesizer-Intro steigen die Musiker auf die Bühne. Wie ein Voodoo-Priester mit langem weißen Haar lässt Phil Lanzon das Piano klingen. Russell Gilbrook setzt sich an sein gigantisches Schlagzeug, das an eine Raumstation erinnert. Dann kommt der Veteran Mick Box mit schlohweißem Haar, weisem Lächeln und blauen Brillengläsern auf die Bühne, gefolgt von Davey Rimmer, dem vergleichsweise blutjungen Bassisten mit den hypernervösen Fingern. Wenn er seine Saiten bearbeitet, bekommt man Herzrasen, das noch verstärkt wird durch die wummernden Bässe, die sich aus den Lautsprechern direkt in die Ohren fräsen und den Boden beben lassen bis zur Fußsohlenmassage.

Dass fortgeschrittenes Alter angeblich entschleunigt – davon ist nichts zu spüren am Freitag, weder beim auch nicht allzu jungen Publikum, noch bei den Altherren des Hardrock selbst: Mit Verve und Schweiß wird da zelebriert, weswegen man berühmt ist. Von Müdigkeit keine Spur.

Die Fans standen dicht an dicht im Saal des Kulturhauses

Die Fans standen dicht an dicht im Saal des Kulturhauses.

Quelle: Regine Buddeke

Bis zum Äußersten treiben die fünf Musiker ihren Sound voran. Elektrisierende Riffs, magische Slides strömen aus Box’ Gitarre, wummernde Drums treiben bis zur Extase, weltentrückte Sphärenklänge wabern aus den Tasten. Sänger Bernie Shaw – sein Outfit übrigens ein absoluter Hingucker – hüpft mit glitzernden Augen und schweißnass wie ein Stehaufmännchen auf der Bühne herum, reckt immer wieder den Daumen hoch, befeuert das Publikum, das er von Anfang an fest am Bändel hat.

Mit großen Gesten und filigranen Details arbeiten sich die Musiker durch die lange Liste der Hits vergangener Jahre: „Gipsy“, „Sunrise“, „Stealin’“, „Magician’s Birthday“, „The Wizard“, „One Minute“ und noch andere. Allesamt Meisterwerke – mal hart gerockt, mal große Rockballade. Das schmelzende „Wise Man“ ist zum Darin-suhlen schön, in „Can’t take that away“ melkt der Bassist förmlich mit beiden Händen den Hals seines Instruments. Noch „July morning“, dann kommt es: „Die schwarze Lady“, ruft Shaw und das Publikum singt wie eine einzige Stimme mit: „Ah ah ah“. Lauter Jubel, glückliche Gesichter, Riesenapplaus. Das Publikum bekommt noch Zugaben, darunter „Easy livin’“ – auch ein greatest Hit. Die Gäste sind einmal mehr hin und weg.

„Ich fand die heute noch besser als damals“, sagt ein glücklicher Fan aus Rheinsberg, der mit einem Bravo-Poster von 1976 vor der Bühne wedelt. Auch seine Eintrittskarte von 1989 hat er dabei. Damals spielte Uriah Heep beim Ostberliner Rocksommer in Berlin-Weißensee.

Von Regine Buddeke

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