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ARD-Literaturexperte plaudert über Bücher

Neuruppin ARD-Literaturexperte plaudert über Bücher

Einen vergnüglichen Abend bot Denis Schleck in der Neuruppiner Fontanebuchhandlung. Der ARD-Literaturexperte bedauerte, dass sich Donald Trump nicht an seine Worte hält, er hatte geschrieben, dass er nicht in die Politik wolle, und verriet auch, welche Neuerscheinungen ihn in diesem Jahr bisher besonders beeindruckt haben.

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Von Daniela Katzenbergers Werk „Eine Tussi sagt Ja!“ hält Denis Scheck nichts.

Quelle: Andreas Vogel

Neuruppin. Denis Scheck ist bekannt für seine pointiert-klaren Worte. Dafür wird der ARD-Literaturexperte, der allmonatlich in der Sendung „Druckfrisch“ zu erleben ist, von vielen Lesefreunden geliebt – und mit deutlichen Worten bereitete der 52-Jährige am Donnerstag auch gut 60 Besuchern einen vergnüglichen Abend in der Neuruppiner Fontanebuchhandlung.

Scheck plauderte in unnachahmlicher Art über knapp 30 Bücher und hielt natürlich mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg, egal, ob es dabei um das angeblich erfolgreichste Wirtschaftssachbuch ging („Wie man reich wird“ von Donald Trump), dem Werk „Eine Tussi sagt Ja!“ von Daniela Katzenberger, im Hauptberuf Model, Schauspielerin und Gastronomin, oder dem Outdoor-Sachbuch „How to shit in the Woods“, zu gut Deutsch: Wie man seine Notdurft im Wald verrichtet. Auf derartige Bücher kann Scheck, der aus Stuttgart stammt, in Köln lebt und Germanistik, Zeitgeschichte und Politikwissenschaften in Tübingen, Düsseldorf und Dallas (USA) studiert hat, gern verzichten.

Scheck: Bestsellerlisten sind keine Orientierungshilfe

Der Literaturkritiker liest zwei, bis drei neue Bücher pro Woche und schafft es damit, pro Jahr rund 150 Bücher „mit Verstand“ zu lesen, sagt Scheck. Das klingt viel, doch jedes Jahr erscheinen etwa 90 000  neue Bücher. „Manche verwechseln Bestsellerlisten mit Bestenlisten“, sagte Scheck. Er warnte davor, Bestsellerlisten als Orientierung zu verstehen.

Von den Neuerscheinungen in diesem Jahr haben Scheck bisher vor allem drei Bücher beeindruckt: „Gott ist nicht schüchtern“ von Olga Grjasnowa, in dem es um zwei junge Syrer geht, die plötzlich aus ihrem Land flüchten müssen; „Cox oder Der Lauf der Zeit“ von Christoph Ransmayr, der von einem englischen Uhrmacher im 18. Jahrhundert handelt, der nach China reist, sowie „Ein wenig Leben“. Darin schreibt Hanya Yanagihara über die lebenslange Freundschaft zwischen vier Männern in New York.

Von Andreas Vogel

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