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00:17 31.05.2017
Neun Studenten unterschiedlichster Nationalitäten musizierten am Freitagabend im Rheinsberger Schlosstheater. Quelle: Cornelia Felsch
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Rheinsberg

Nicht unter heiterem Himmel – wie es der Name al sereno eigentlich verheißt – sondern im Rheinsberger Schlosstheater erklang am Freitagabend die Serenade Nr. 2 op. 16 von Johannes Brahms. Fröhlich und stimmungsvoll starteten die neun jungen Musiker des „Jungen Rostocker Nonetts“ in den Konzertabend mit der fünfsätzigen Serenade, die im Februar 1860 in Hamburg unter der Leitung des Komponisten uraufgeführt wurde.

Der Reiz des Werkes liegt in den vielen Stimmungen, die das Leben des Komponisten in seiner Detmolder Zeit bestimmten. Er schrieb die Serenade im Alter von 26 Jahren. Gedämpfte Freude, Erinnerungen, Sehnsucht, aber auch jugendliches Drängen und kraftvolles Temperament sind spürbar und werden von den Studierenden der Hochschule für Musik und Theater Rostock lebendig interpretiert. Das Ensemble setzt sich aus Studenten unterschiedlicher Semester und Nationalitäten zusammen. Die Musiker kommen aus Polen, Lettland, Brasilien, Russland, Kolumbien, der Slowakei, Japan und Deutschland.

Auch der junge Dvorak liebte die Serenaden

Poesievoll endet der erste Satz, stürmisch der zweite, bevor die Bassmelodie den a-moll-Mittelteil bestimmt. Auf den klagenden Gesang der Bläser folgt schließlich eine wunderschöne Hornmelodie, gespielt von der Japanerin Ayumi Murase. Munter geht es dann zum Finale. Auf den jubelnden Schluss und den verdienten Beifall folgt die Pause.

Auch andere Komponisten entdeckten im 19. Jahrhundert ihre Liebe zur Serenade – wie etwa der junge Dvorak. Bei einem Besuch in Wien hörte er eine der Bläserserenaden Mozarts und ließ sich davon spontan zu seiner Serenade d-Moll, op. 44, anregen. „Man kann kaum glauben, dass er dieses vor Einfällen überquellende Werk in nur 14 Tagen komponiert hat“, sagt der Fagottist Vladimir Sedlák in seinen einführenden Worten. Böhmische Dorfmusik und romantische Träumerei wechseln mit herben Klängen ab. Der einleitende Marsch sorgt bereits für ein leichtes Augenzwinkern. Ernste Musik ist in diesem zweiten Konzertteil nicht angesagt, das Publikum schmunzelt. „Musikalischen Scherz“ nannte Franz Hasenöhrl 1954 seine Bearbeitung des Richard-Strauss-Klassikers „Till Eulenspiegels lustige Streiche“ – ein quirliges Stück über den großen Schelm, das Ende des 19. Jahrhunderts uraufgeführt wurde.

Am Ende der Säbeltanz von Chatschaturjan

Lebenslustig und übermütig wuseln die Töne durchein­ander – den Spaß an diesem Stück wollen die jungen Instrumentalisten sich nicht nehmen lassen. Bis in die höchsten Töne treibt Hans-Henning Ernst die Saiten seiner Violine, und wie der Narr vom Seil so purzeln die Töne schließlich in die Tiefe. Ein skurriles und anspruchsvolles Konzert endet mit tosendem Beifall und natürlich mit einer Zugabe, dem Säbeltanz von Aram Chatschaturjan bei dem die Musiker noch einmal vergnügt beweisen, dass sie ihre Instrumente bestens beherrschen.

Von Cornelia Felsch

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