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Ostprignitz-Ruppin Abflugzeit in Blumenthal
Lokales Ostprignitz-Ruppin Abflugzeit in Blumenthal
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15:49 21.04.2016
Bruno Mundt erklärt das Leben im Bienenstock. Quelle: Claudia Bihler
Blumenthal

Ein wenig zögerlich beginnt der Frühling in diesem Jahr in den Bienenstöcken von Bruno Mundt aus Blumenthal: Nur wenige Bienen tummeln sich bereits vor den Einfluglöchern und auch in den Bienenstöcken selbst kommt das Brutgeschäft nur schleppend in Gang, diesmal war es schon März, als Tagestemperaturen zwischen zehn und zwölf Grad Celsius erreicht wurden. Erst dann lösten sich die Tiere aus dem dicken „Knäul“, das sie zum Warmhalten im Winter gebildet hatten: In der Mitte die Königin, um sie herum Tausende von Arbeiterinnen, die durch ihr Körperzittern und ihre Bewegungen ihre Majestät warmgehalten hatten.

„Es gibt viel Wind in diesem Jahr und es ist ziemlich kalt“, sagt der Imker, der seinen Honig unter dem markanten Namen „Brunos Berghonig“ vermarktet. Berghonig in Brandenburg? „Wir wohnen hier am Pötterberg, der seinen Namen von ehemaligen Lehmkuhlen hat“, sagt Bruno Mundt schmunzelnd, „daher der Name für den Honig.“

Wegen Wind und frischen Temperaturen starten die Bienen in diesem Jahr etwas zögerlich in den Frühling. Quelle: Claudia Bihler

Zehn Bienenvölker nennt der Blumenthaler sein eigen. Das Leben der fleißigen Insekten studiert er wie ein Wissenschaftler und weiß dementsprechend viel über seine Haustiere. Etwa über ihre Arbeitsteilung und die unterschiedlichen Funktionen der Tiere in ihrem Volk: „Zur Zeit fliegen vor allem die Pollenträger.“

Kaum haben die ersten Kirschblüten ihre Kelche geöffnet, landen auch schon die ersten Bienen auf ihnen: „Pollen werden für die Aufzucht der Bienenmaden benötigt.“ Das Leben der schwarz-gelben Fluginsekten erfordert nämlich ausgefeilte „Dienstpläne“. Sind die Bienenmaden geschlüpft, werden sie mit Pollen aufgepäppelt, als Jungbienen bleiben sie zunächst für wiederum drei Wochen „zu Hause“: „Die Flugbienen kommen mit allen möglichen Umwelteinflüssen in Kontakt“, weiß Mundt, „insofern ist es eine Frage der Hygiene, dass sie ihre Beute an die jüngeren im Stock übergeben.“ Nektarsammler sorgen für den Honig und damit für die Nahrung des Volkes.

Propolissammler klauben die feinen Harztröpfchen von ungeöffneten Blütenknospen und bringen sie in den Stock. Das Propolisharz dient dazu, den Stock abzudichten: „Neue, lose Waben werden von den Bienen innerhalb von wenigen Minuten im Stock verkittet und ganz nebenher wirkt Harz auch noch antibiotisch.“ Und dann gibt es noch die Wasserholer. „Sie sind besonders wichtig im Bienenstock“, meint Mundt. Denn der zu Honig konzentrierte Blütennektar muss zunächst wieder verflüssigt werden, damit er verfüttert werden kann, Pollen werden von den Bienen zu Brei zerkaut – für beides ist Wasser nötig.

„Berghonig“ nennt Bruno sein Produkt mit einem Augenzwinkern. Quelle: Claudia Bihler

1980 hat Mundt mit der Imkerei angefangen. Bis heute hält er die Völker in traditionellen Beuten. Zwei mal wurden seine Völker von Bienenkrankheiten dahingerafft, bei Kollegen, so weiß er, sind schon oft ganze Völker nicht mehr in ihren Stock zurückgekehrt. „Zu DDR-Zeiten wusste man, wenn man abends viele tote Bienen vor dem Stock gefunden hat, war auf den Feldern gespritzt worden. Heutige Pflanzenschutzmittel wirken aufs Nervensystem der Insekten, die offenbar orientierungslos werden. Gut wäre, wenn Pflanzenschutz abends gespritzt wird, dann könnten Bienen morgens frisch geöffneten Blüten anfliegen.“

Übrigens: Am 7. und 8. Juni können Interessierte die Imkerei besichtigen: Dann lädt Bruno Mundt zum Tag der offenen Tür ein.

Von Claudia Bihler

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