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Ostprignitz-Ruppin Abgasaffäre: Händler soll Škoda zurücknehmen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Abgasaffäre: Händler soll Škoda zurücknehmen
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02:15 16.03.2017
Die Diesel-Affäre beschäftigt auch Neuruppiner Richter. Quelle: dpa
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Neuruppin

So wie es aussieht, kann sich Familie K. aus der Nähe von Fehrbellin bald in ein neues Auto setzen. Richter Ulrich le Claire drängte die Streitparteien am Montag bei der Verhandlung am Landgericht in Neuruppin eindringlich, sich gütlich zu einigen. Sollte es nicht dazu kommen, dann müsste wohl auch das Landgericht Neuruppin ein erstes Urteil zum Abgasskandal des Volkswagen-Konzerns fällen.

Familie K. hatte 2015 in einem Škoda-Autohaus in der Neuruppiner Innenstadt einen gebrauchten Škoda Yeti gekauft. Erst später stellte sich heraus, dass in der Motorsteuerung dieses Autos die ominöse „Schummelsoftware“ steckt, die Volkswagen in diversen Fahrzeugen des Konzerns weltweit verbaut hatte. Mit Hilfe der Software erkennt der Wagen, ob er auf der Straße fährt oder auf einem Prüfstand. Im Prüfstand-Modus bläst das Auto viel weniger Schadstoffe in die Luft als auf der Straße. In aller Welt klagen Kunden inzwischen gegen VW und dessen Tochterfirmen. Auch Familie K. fühlt sich getäuscht. Sie fordert, dass ihr Škoda-Händler das Auto mit der mangelhaften Steuerung zurücknimmt und hat ihn und VW verklagt.

Mehrere Tausend solcher Fälle in Deutschland

Überall in Deutschland befassen sich Landgerichte derzeit mit ähnlichen Klagen. Mehrere tausend soll es geben, wie viele genau, weiß niemand. In einigen Fällen haben die Gerichte schon Urteile gefällt – mal zugunsten der Käufer, mal zugunsten von VW. Weiter als bis zu einem Landgericht ist bisher jedoch noch kein einziger Fall gekommen.

VW fühlt sich in Neuruppin zu unrecht verklagt. Škoda sei ein eigenes Unternehmen und keine Tochterfirma von Volkswagen, argumentierte Anwältin Christina Heitz. Zudem bestreitet VW, dass es sich bei der „Schummelsoftware“ überhaupt um einen Mangel an dem Auto handelt. Für Richter le Claire stand das außer Frage. Er sparte nicht mit Kritik: „Hier lässt man die Kunden und seine eigenen Händler im Regen stehen.“

Eine Behörde in Großbritannien ist zuständig

Besonders ist der Neuruppiner Fall, weil es sich um ein Auto von Škoda handelt, auch wenn darin ein Motor von VW steckt. Für seine eigenen Fahrzeuge und die der Marken Seat und Audi bietet VW bereits eine „Reparatur“ an, die auch vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) genehmigt ist. Für Škoda geht das nicht. Dafür ist eine Behörde in Großbritannien zuständig. Und die, hieß es am Montag, habe die Umrüstung des Motors bisher nicht abgesegnet. Anders als Kunden von VW oder Seat können Kunden von Škoda den Mangel am Motor deshalb zurzeit nicht beheben lassen.

Acht Wochen haben Käufer und Händler noch Zeit, sich gütlich zu einigen. Am besten, indem der Škoda-Händler den Wagen zurücknimmt, riet Richter le Claire. Kommt es dazu nicht, entscheidet das Gericht am 8. Mai.

Von Reyk Grunow

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