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Ostprignitz-Ruppin Abgesackte Ostsee-Autobahn hat Folgen für Verkehr auf A 24
Lokales Ostprignitz-Ruppin Abgesackte Ostsee-Autobahn hat Folgen für Verkehr auf A 24
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02:15 06.11.2017
Die A 24 wird derzeit von vielen Brummifahrern, die zum Rostocker Hafen müssen, als Umleitung genutzt. Quelle: Foto: Peter Geisler
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Neuruppin

Nach dem überraschenden Absacken eines 100 Meter langen Abschnittes der Ostseeautobahn A 20 bei Triebsees (Landkreis Vorpommern-Rügen) hat der Verkehr auf der A 24 noch einmal deutlich zugenommen. „Viele Lkw-Fahrer, die mit ihrer Fracht zum Rostocker Hafen müssen, nutzen seitdem die A 24 und die A 11“, sagt Wolfgang Gräßler. Er muss es wissen. Gräßler kümmert sich beim Brandenburgischen Landesbetrieb Straßenwesen um die Koordinierung der Großraum- und Schwertransporte, kurz GST genannt. Demnach nehmen Brummifahrer, die aus Richtung Polen kommen, die Umleitung über die A 11 bis zum Berliner Ring und dann über die A 24 zurück in den Norden lieber in Kauf, als für unbestimmte Zeit in einem Stau zu stehen und nicht zu wissen, wann es weitergeht. „Beim Schwerverkehr geht es um Zeit“, so Gräßler. Weil das jedoch wohl für die meisten Transportunternehmen gilt, nutzen viele Schwerlaster den Umweg – was zu vermehrten Staus auf der A 11 und der A 24 führt.

Im Moor versackt

An diesem Zustand wird sich wohl so schnell auch nichts ändern. Denn noch immer ist unklar, was der Grund für das Abbrechen des Autobahnabschnittes in Mecklenburg-Vorpommern ist. Klar ist, dass der erst 2005 fertiggestellte Abschnitt buchstäblich im Moor versackte. Allerdings glaubten die Autobahnbauer, dass ihr Projekt dagegen gewappnet ist. Waren doch extra 80 Betonpfeiler in den moorigen Untergrund gerammt worden. Möglicherweise sind einige der Pfeiler abgeknickt. Ob das stimmt, darüber sollen aufwendige Bodenuntersuchungen Aufschluss geben.

Wann die Ergebnisse der Untersuchungen vorliegen werden, ist aber derzeit völlig ungewiss – und damit auch, wann der Abschnitt wie saniert werden könnte. Immerhin gibt es eine gute Nachricht: Die verbliebene, nicht abgebrochene Fahrspur in Richtung Stettin ist weiter befahrbar. Eine Vollsperrung halten die vom Land Mecklenburg-Vorpommern eingesetzten Experten derzeit nicht für notwendig. Lediglich die Höchstgeschwindigkeit an der Abbruchstelle wurde auf 60 Stundenkilometer herabgesetzt. Zur Sicherheit kontrollieren Vermesser inzwischen zweimal täglich, ob in dem Bereich weitere Teile der Fahrbahnoberfläche sinken und abzusacken drohen. Denn die Autobahn wurde dort auf einer bis zu 20 Meter tiefen Torflinse gebaut. Verkehrsexperten befürchten deshalb, dass die Sanierung wohl zwei Jahre dauern könnte – oder noch länger.

Die Zahl der Schwertransporte hat sich verdreifacht

Für Autofahrer, die regelmäßig auf der A 24 unterwegs sind, heißt das, dass sie bis auf weiteres mehr Zeit für ihre Fahrten einplanen sollten, weil es wegen des erhöhten Verkehrsaufkommens auf der Strecke wohl vermehrt zu Staus kommt. Diese haben in den vergangenen Jahren aber ohnehin zugenommen. Denn die Zahl der Großraum- und Schwertransporte ist stark gestiegen. Gab es 2010 beim Brandenburgischen Landesamt Straßenwesen noch 30 000 Anträge, rechnet Fachmann Gräßler bis zum Jahresende mit bis zu 90 000 Anträgen. Demnach weisen viele Transportfirmen ihre Fahrer an, möglichst die Autobahnen in Ostdeutschland zu nutzen, weil diese sich zumeist in einem besseren Zustand befinden als viele Autobahnen in Westdeutschland, so Gräßler. Folglich hat auch die Zahl der Brummis, die zu einem Hafen an der Ostsee oder Nordsee auf der A 20, der A 24 und der A 11 unterwegs sind, stark zugenommen.

Die Ostseeautobahn A 20 wird von Kritikern nicht erst seit dem Abbruch des Abschnittes bei Triebsees als „Pannenautobahn“ verspottet. Grund: Das Bauwerk sorgte in den vergangenen Jahren schon mehrfach für Negativ-Schlagzeilen, beispielsweise wegen des sogenannten Brüllbetons, der im Bereich von Wismar und Grevesmühlen (Nordwestmecklenburg) eingesetzt worden war und Ausbesserungen erforderlich machte. Doch auch danach gab es in diesem Bereich Probleme – weil sich bei Hitze Blasen auf der Fahrbahndecke wölbten. Hinzu kam nach heftigen Regenfällen ein Böschungsabrutsch.

Von Andreas Vogel

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