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Ostprignitz-Ruppin Abnahme der „Jugendflamme“ in Fehrbellin
Lokales Ostprignitz-Ruppin Abnahme der „Jugendflamme“ in Fehrbellin
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19:27 01.05.2016
Vor dem „Wasser marsch“ müssen die Schläuche korrekt verbunden sein. Quelle: Regine Buddeke
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Fehrbellin

„Wasser marsch“ und Feuer löschen? Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Bevor das Wasser aus dem Druckschlauch spritzt, ist noch einiges zu tun. Dass Feuerwehr alles andere ist als nur verklärter Buben-Traum, sondern viel Wissen, viel Übung und letztlich viel Können erfordert, ist gewiss. Trotzdem stellen sich viele Kinder und Jugendliche dieser Herausforderung gern. 140 Kids aus dem gesamten Landkreis trafen sich am Sonnabend in Fehrbellin, um die Früchte ihrer Arbeit den Schiedsrichtern zu zeigen und das Abzeichen „Jugendflamme“ der Stufen I und II zu erlangen. Zum feierlichen Begrüßungsappell waren nicht nur Kreisjugendwartin Annette Staacks-Janke, sondern auch Landesjugendwart André Ragohs, Fehrbellins Bürgermeisterin Ute Behnicke und Ortsvorsteher Jürgen Sternbeck zugegen.

Hydranten setzen, Druckschläuche ankuppeln, Strahlrohr handhaben, Verteiler benutzen, Mastwurf und Zimmermannstich, beherrschen: Das alles sind Aufgaben, die sich die jungen Feuerwehrleute aneignen und unter Beweis stellen müssen. 140 Nachwuchs-Brandschützer haben sich am Sonnabend in Fehrbellin vor den Augen der Schiedsrichter angestrengt, um die „Jugendflamme“ der Stufen I und II zu erringen.

Seit ein paar Jahren schon werde die Jugendflamme auf Kreisebene verliehen, so die Jugendwartin. Das diene dem einheitlichen Niveau. „80 Prozent der gestellten Aufgaben müssen klappen – das ist mitunter nicht leicht“, so Staacks-Janke. Die 20 Schiris auf dem Platz, die aus allen Wehren des Landkreises kommen, geben aber schon ab und an ein paar helfende Zwischenfragen, um den Geprüften auf die richtige Spur zu bringen. Nötig war das indes kaum. „Das mit dem Hydranten war sooo leicht“, sagt Annemarie Heidrich aus Rüthnick, die im Vorfeld schon fleißig geübt hat. Und trotzdem nach den ersten beiden Stationen noch ein bisschen nervös ist: „Ich habe Angst, dass ichs verkacke, äh ... nicht schaffe“, sagt die Zehnjährige und erhält umgehend Trost aus ihrem Team – die vier Prüflinge werden von ihren Teamkollegen, die die Flamme schon im Vorjahr gemacht haben, mental unterstützt. Morten Maaß ist erst seit Oktober 2015 bei der Feuerwehr. „Weil es mich interessiert“, sagt der 12-jährige Lindower, der gern noch mehr über Feuerwehrtechnik erfahren will. „Unsere Kids sind maximal motiviert – und nervös“, so Lindows stellvertretender Amtsjugendwart David Venzke, der sein Team von Station zu Station begleitet.

Die Fehrbelliner Nachwuchsbrandschützer haben ihr Pensum schon erledigt. „Alles prima gemeistert“, sagt Betreuerin Susan Schwabe. Vier ihrer Schützline eifern um die Jugendflamme I und zwei Ältere um die Stufe II. „Ich fand das mit den Knoten am einfachsten“, so die neunjährige Annalena. Bei der Feuerwehr angefangen hat sie, so bekennt sie, „weil man da Katzen retten kann.“

Auf dem Platz geht es derweil heiß her: an den verschiedensten Stationen arbeiten sich die Kinder und Jugendlichen ab. Zur Jugendflamme I gehören etliche Anforderungen: Was gehört zur persönlichen Schutzausrüstung? Nenne vier Knoten, die angewendet werden können. Aus wie vielen Einsatzkräften besteht eine Löschgruppe und wie treten sie geordnet an? Wie lang ist ein Saugschlauch und wie groß sein Innendurchmesser? Und darf man den auch als Saugschlauch benutzen? – das sind nur einige der zu beantwortenden Fragen, bevor es an die Praxis geht. Etwa den Mastwurf, den Zimmermann- und den Schotenstich – auch Seile knoten will gelernt sein. Auch wie ein Hydrant gefunden wird und an ihm ein Standrohr gesetzt wird, ist unverzichtbares Wissen zur Brandlöschung. Ein Team müht sich gerade, einen Schlauch auszuwerfen und für den Anschluss an den Verteiler vorzubereiten. Ein anderes setzt einen Notruf ab und sichert korrekt mit Kegeln und Warndreieck eine Gefahrenstelle ab. Eine andere Gruppe müht sich, in Sekundenschnelle einen funktionstüchtigen Wasserwerfer zu improvisieren – aus einem Pool aus verschiedenen Druckschläuchen, Verteilern, Krümmern, dem Strahlrohr und Kupplungsschlüsseln. Der Schweiß perlt da schon einmal unter der Schutzausrüstung, wenn etwas nicht sofort klappt. Denn Zeit ist – nicht nur beim echten Löscheinsatz – knapp: acht Minuten dürfen nicht überschritten werden.

Damit der Kreislauf nicht schlappmacht, gibt es für alle Aktiven Bratwurst und Getränke. „Das ist schon eine aufregende Sache für die Kids“, so Annette Staacks-Janke, die am Nachmittag beim feierlichen Abschlussappell die Jugendflamme verleiht.

Von Regine Buddeke

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