Volltextsuche über das Angebot:

-2 ° / -9 ° Schneeschauer

Navigation:
Abrechnung per Handzettel

Rheinsberg Abrechnung per Handzettel

800 Handzettel mit harscher Kritik am Bürgermeister hat der Unternehmer Wolfgang Schroth in Rheinsberg verteilt. Darin beschwert er sich wegen Probleme beim Straßenbau in der Wohnsiedlung „Am Kölpinweg“. Der Rathauschef wehrt sich gegen die Vorwürfe.

Voriger Artikel
Neuruppins Bürgermeister ist für Moratorium
Nächster Artikel
Stadt saniert für 150 000 Euro den Skaterpark

Vor kurzem waren noch die Bauarbeiter in der Straße an der alten Pferdebahn tätig, jetzt sind sie weg.

Quelle: Foto: Celina Aniol

Rheinsberg. Genau 800 Handzettel hat der Unternehmer Wolfgang Schroth kurz vor der Bürgermeisterwahl am vergangenen Sonntag an die Einwohner der Rheinsberger Kernstadt verteilt. Darin wirft er der Stadt unter anderem vor, dass sich diese vor einiger Zeit beim Abriss der Umgehungsstraße im Kölpinweg einen „Schildbürgerstreich“ geleistet habe und dass sie nun den Ausbau der Straße „An der alten Pferdebahn“ behindere. Schroth beschwert sich in dem Schriftstück auch, dass Bürgermeister Jan-Pieter Rau nicht auf seine Schreiben reagiere. Genau aus diesem Grund habe er sich nun entschlossen, mit seiner Kritik an die Öffentlichkeit zu gehen. „Rheinsberg braucht einen verantwortungsvollen Bürgermeister“, schreibt Schroth – und empfiehlt den Prinzenstädtern, für einen anderen Rathauschef zu stimmen.

Jan-Pieter Rau ist entrüstet über die Behauptungen des Vertreters der Trägergemeinschaft, die seit mehr als einem Jahrzehnt das Wohngebiet am Kölpinweg erschließt. „Was Herr Schroth hier verbreitet, ist schlichtweg falsch“, sagte er der MAZ.

So hätte die Gemeinschaft bei der Umgehungsstraße, die das Land 2011 wegen der Erneuerung der benachbarten Bundesstraße 122 errichtet hatte, die Chance nutzen und ihren Teil des Kölpinwegs gleich ausbauen können. Diesen Weg hatte die Stadt für den kommunalen Abschnitt gewählt und sei bei dem 233 000 Euro-Projekt mit 36 000 Euro vom Land bezuschusst worden, das sich später den Abriss der Behelfsstraße sparen konnte. „Dasselbe hätte auch der Vorhabenträger haben können“, so Rau. Weil er sich dagegen entschieden hat, sei im weiteren Verlauf des Kölpinwegs auf den Flächen der Erschließungsgemeinschaft nur eine provisorische Fahrbahn entstanden. Als der Ausbau der B 122 beendet war, hat das Land der Kommune angeboten, dieses Stück der Umgehung gegen eine Zahlung von 15 000 Euro liegen zu lassen.

Die Stadt wollte diese Straße im Wohngebiet, die die Stadt später von der Trägergemeinschaft übernehmen sollte, in diesem Zustand aber nicht unbedingt behalten. Denn die behelfsmäßige Fahrbahn hatte keine Regenentwässerung und keinen Unterbau, berichtet Rau. Der Hauptausschuss habe sich im Oktober 2013 auch dagegen entschieden. Deshalb könne an diesem Punkt keine Rede von einem Schildbürgerstreich sein.

Dass die Kommune aktuell nicht, wie von Schroth gefordert, den Projektträgern eine kommunale Fläche für die Zwischenlagerung des beim Ausbau der Straße „An der alten Pferdebahn“ zur Verfügung stellen will, hält der Bürgermeister für völlig legitim. „Es ist seine Baumaßnahme“, sagt Rau. „Er ist als Eigentümer der Flächen verpflichtet, für einen Lagerplatz zu sorgen.“ Zudem besitze Schroth in dem Bereich Grundstücke, die dafür infrage kommen. Außerdem wisse die Stadt nicht, ob sich in dem Aushub eventuell Schadstoffe befinden.

Dass das Rheinsberger Rathaus auf Schrots Anfragen nicht reagiert, das stimme nicht. Tatsächlich habe der Stadtentwicklungsreferent Thomas Lilienthal ihm geantwortet. „Scheinbar akzeptiert Herr Schroth die Schreiben aber nicht“, sagt Rau. Er vermutet, dass es an der darin mitgeteilten Entscheidung liege, die ihm missfällt.

Über die Aussagen Jan-Pieter Raus ist wiederum Unternehmer Schroth empört. Schließlich gehöre die Straße, die er lediglich erschließt und bei der jetzt die Baufirma die Arbeiten wegen fehlender Lagerfläche eingestellt hat, definitiv der Kommune. Deshalb sei er auch nicht für die Lagerung oder Entsorgung des Straßenaushubs zuständig. „Ich werde massiv gehindert, diese Straße zu bauen.“ Er selbst habe nebenbei keine Lagermöglichkeiten in dem Bereich. „Die Grundstücke dort sind fast alle verkauft.“

Dass er zum Zeitpunkt des B 122-Baus den Kölpinweg nicht bauen wollte, lag daran, dass er damals kein Geld aus dem Grundstücksverkauf hatte, mit dem er den Straßenbau finanziert. „Das lag aber daran, dass die Stadt bei Interessenten immer behauptet hatte, dass die Erschließung nicht gesichert sei.“ Über den Abriss der Umgehung sei er indes nicht einmal informiert worden. Das ärgert ihn besonders. „Das war eine Super-Straße, die ich in der Qualität nicht bauen werde.“

Von Celina Aniol

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin
123c76c4-dff8-11e7-a15f-f363db308704
Fontanestadt Neuruppin „damals und heute“

Neuruppin ist die Kreisstadt des Landkreises Ostprignitz-Ruppn. Der Ort erhielt 1256 das Stadtrecht und ist bekannt als Geburtsstadt von Schriftsteller Theodor Fontane und Baumeister Karl Friedrich Schinkel.

c001ffb8-fc5e-11e7-90a2-a388f9eff187
Kyritz damals und heute

Über ihre mittelalterlichen Grenzen wuchs die Knatterstadt erst im 19. Jahrhundert hinaus. Aber dann richtig: Die Stadt ist im steten Wandel begriffen. Viele alte Bauten mussten bis in die jüngste Zeit hinein neuen Ideen und Bedürfnissen weichen.

7d84d8be-fb68-11e7-b11f-9a7b802e86ee
Lindow damals und heute

Die MAZ lädt ein zu einer Zeitreise. Wir haben historische Ansichten von Lindow zusammengestellt und vom gleichen Ort aus wie damals heute noch einmal eine Aufnahme gemacht. Die Ergebnisse zeigt diese Bildergalerie. Die historischen Karten stammen aus dem Privatarchiv des Lindowers Udo Rönnefahrt.

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg