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Abriss alter Militärunterkünfte

Alt Daber Abriss alter Militärunterkünfte

Die alten Militärunterkünfte am ehemaligen Flugplatz bei Alt Daber werden derzeit abgerissen. Dabei fallen riesige Mengen Schutt an – geschätzte 60 000 Tonnen. Rund fünf Millionen Euro gibt die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben dafür aus. Bis Oktober soll alles erledigt sein – und Baufreiheit für ein Photovoltaikfeld geschaffen sein.

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Immer wieder greift dieser Bagger in die Ruine und wirbelt dabei mitunter große Staubwolken auf.

Quelle: Björn Wagener

Alt Daber. Alte Militärunterkünfte am ehemaligen Flugplatz bei Alt Daber werden zurzeit abgerissen – und die Dimensionen sind gewaltig: Rund 60 000 Tonnen Schutt werden bis Oktober angefallen sein, schätzt Juri Wegmann, der für die Planung und Bauüberwachung zuständig ist. Täglich würden 20 bis 30 Lkw-Ladungen abtransportiert. Vier Bagger sorgen ständig für Nachschub. „In den nächsten Tagen kommen noch zwei weitere Bagger hinzu“, sagt Wegmann, der vor Ort 20 Arbeiter anleitet.

Bauüberwacher Juri Wegmann führte am Montag über das Gelände und erläuterte die einzelnen Arbeitsschritte

Bauüberwacher Juri Wegmann führte am Montag über das Gelände und erläuterte die einzelnen Arbeitsschritte.

Quelle: Björn Wagener

Fünf Millionen Euro investiere die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), um die 1936 bis 1938 erbaute einstige Fallschirmjägerschule und spätere Basis mehrerer sowjetischer Jagdfliegereinheiten dem Erdboden gleich zu machen, teilte Angelika Schindler von der Bima am Montag mit. Nach dem Abriss soll auf der dann freien Fläche mit einem Photovoltaikfeld Energie gewonnen werden. Die Kapazität werde laut Michael Weder von der Wattmanufactur Osterhof (Schleswig-Holstein) bei bis zu zehn Megawatt liegen, genug um rund 2000 Haushalte zu versorgen.

Holz, Beton und Sondermüll in Größenordnungen

Noch aber ist es nicht so weit. 290 000 Kubikmeter umbauter Raum müssen weg. Der Abriss habe im Mai begonnen. „Wir arbeiten uns langsam von den hinteren Technik- und Lagerbereichen zu den Unterkünften vor“, beschreibt Juri Wegmann die Aufgabe. Dabei falle nicht nur jede Menge Holz und Beton, sondern auch Sondermüll „in Größenordnungen“ an – laut Wegmann Wellasbest, künstliche Mineralfaser oder auch knapp 15 000 Kubikmeter teerhaltiges Parkett. „Auch eine kleine Tankstelle haben wir gefunden.“ Trotz der riesigen Schuttmengen ist Juri Wegmann optimistisch, dass die Arbeiten im genannten Zeitrahmen zu schaffen sind.

Die Funde sind sowohl deutscher als auch russischer Herkunft

Die Funde sind sowohl deutscher als auch russischer Herkunft.

Quelle: Björn Wagener

Begleitet wird der Abriss von Kampfmittelräumern, die die Flächen und Häuser zuvor absuchen. In diversen Schächten, Kellern und Löchern finden sie immer wieder Munition und Reste militärischer Ausrüstungsgegenstände – sowohl deutscher als auch russischer Herkunft.

Marco Schmidt von der Firma Kemmer Engineering, die sich um die Beräumung dieser Gegenstände kümmert, präsentierte am Montag eine Auswahl diverser Funde – darunter eine Vernichtungsladung (deutsch), einen verrosteten Stahlhelm (deutsch), einen ebensolchen Transportbehälter für eine ABC-Maske (deutsch), diverse Munition (deutsch und russisch), ein Magazin (russisch) oder auch eine Handgranate samt originalverpacktem Zünder (russisch). Die meisten Funde hätten in einer Tiefe von bis zu 1,80 Metern, in Einzelfällen auch bis zu sechs Metern gelegen. Einmal kam es zu einer Sprengung. Aber in den meisten Fällen könnten die Dinge einfach entsorgt werden.

Obwohl sich auf dem Gelände überall Schuttberge auftürmen und Bagger zupacken, so bleiben doch zwei Gebäude als „Fledermaushotels“ erhalten. Auch die alten Hallen bleiben stehen. Letztere bezeichnet Christine Conradt-Rakei von der Bima als „Problemkind“, weil es sehr schwierig sei, dort eine Nutzung hineinzubekommen.

Große Mengen von Abfall und Holzresten säumen den Weg

Große Mengen von Abfall und Holzresten säumen den Weg.

Quelle: Björn Wagener

Gemeinsam mit der Stadt Wittstock sei geplant, dort Baurecht zu schaffen – mit Blick auf Gewerbeinteressenten, auch wenn diese nicht leicht zu begeistern seien. Denn es müssten Denkmalschutzauflagen berücksichtigt werden, und es gebe auch keine Wasserleitung. Allerdings könnten Brunnen gebohrt werden. Auch sei der Bau einer Zufahrt geplant. In erster Linie wolle die Bima die Hallen verkaufen, eventuell komme aber auch eine Verpachtung in Betracht.

Von Björn Wagener

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