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Abriss ausgeschlossen

Wittstock Abriss ausgeschlossen

Der ehemalige Lokschuppen auf dem Bahnhofsgelände in Wittstock soll langfristig auf jeden Fall ausgebaut und neu genutzt werden, kündigt Bürgermeister Jörg Gehrmann an – unabhängig davon, ob er als Sitzungsort für den Kreistag in Frage kommt oder nicht.

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Der alte Lokschuppen in Wittstock. Seine bogenförmige Architektur macht ihn zu etwas Besonderem.

Quelle: Björn Wagener

Wittstock. Der ehemalige Lokschuppen auf dem Bahnhofsgelände in Wittstock soll auf jeden Fall nachgenutzt werden. Daran lässt Bürgermeister Jörg Gehrmann keinen Zweifel. Ein Abriss komme für ihn jedenfalls nicht in Frage, auch dann nicht, wenn das Gebäude künftig nicht für Sitzungen des Kreistages genutzt wird. Das ist bisher Gehrmanns erste Option.

Aus seiner Sicht böte sich der Lokschuppen für Beratungen dieses wichtigsten Gremiums des Kreises an – vor allem wegen seiner zentralen Lage und der guten Anreisemöglichkeit mit dem Zug aus den anderen Städten im Kreisgebiet.

Auch kritische Stimmen

Jedoch gibt es auch kritische Stimmen. So wies Stadtverordnete Angelika Noack (Die Linke) darauf hin, dass die Abreise für die Kreistagsabgeordneten schwierig wäre, weil die Sitzungen meist zu einer Uhrzeit endeten, bei der der letzte Zug bereits abgefahren ist. Ihre Parteikollegin und Landtagsabgeordnete Margitta Mächtig hält die Idee mit dem Sitzungsraum für den Kreistag ebenfalls für problematisch, wie sie jüngst bei einem Besuch in Wittstock sagte. Aus ihrer Sicht sollte das Objekt multifunktional genutzt werden. Eine Veranstaltungshalle für die Region – das sei eher denkbar. Denn der Kreistag allein laste ein solches Gebäude nicht aus. Ohnehin hält sie es nicht für entscheidend, wo der Kreistag sitzt, sondern was er für die Region tut und wie viel die Abgeordneten über ihre Region wissen.

Bürgermeister Gehrmann ist sich sicher, dass eine Nachnutzung jenseits der Kreistagslösung auf jeden Fall machbar wäre. Schon jetzt gebe es „genügend Nachfragen und Interessensbekundungen“ von potenziellen Nachnutzern, die dem Lokschuppen gern neues Leben einhauchen möchten. Um wen es sich dabei genau handelt, will er jedoch nicht sagen.

Positive Reaktion auf Landesebene

Dafür sei es noch zu früh. Jedoch stünden einer Nachnutzung auch Landesministerien positiv gegenüber. Mit einer entsprechenden Förderung sei es möglich, dem Lokschuppen neuen Glanz zu verleihen, ohne den städtischen Haushalt zu überfordern. Über grundsätzliche Fragen dazu werde man sich noch zu verständigen haben, wenn das Thema Landesgartenschau abgearbeitet ist. Die Schau richtet die Stadt im Jahr 2019 aus.

Zwischenzeitlich gab es Pläne, den alten Lokschuppen auch anderweitig zu nutzen – als Veranstaltungsraum für Jugendliche oder als Ausstellungszentrum der Firma Swiss Krono in Heiligengrabe. Beides ist jedoch vom Tisch. Swiss Krono trat von seinem Plan zurück; und Platz für die Pläne der Jugendlichen sieht Gehrmann eher in der Wagenwerkstatt nebenan.

Zurzeit ist der alte Lokschuppen in einem desolaten Zustand. Das Dach ist löchrig und zum Teil eingestürzt. Wände sind mit Graffiti beschmiert. Ab und an verschaffen sich ungebetene Gäste Zugang, um in den Räumen zu übernachten.

Von Björn Wagener

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