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Abwasserleitungen kommen 2018

Radensleben Abwasserleitungen kommen 2018

Stadtwerke wollen in zwei Jahren Rohre verlegen, Straßenlicht und Gehwege bauen – Ortsvorsteher Hardy Richter will so lange nicht warten. Er fordert, dass die Stadt bereits im kommenden Jahr 33 000 Euro für Reparaturen an den Gehwegen bereitstellt. Der Hauptausschuss lehnt das ab.

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Entlang der Dorfstraße könnte 2018 ein neuer Geh- und Radweg entstehen, sagen die Stadtwerke Neuruppin.

Quelle: Foto: Peter Geisler

Radensleben. Die Radenslebener müssen sich weiter gedulden. Im kommenden Jahr wird es kein weiteres Geld geben, um die maroden Gehwege im Dorf auf Vordermann zu bringen. Ortsvorsteher Hardy Richter hatte im Hauptausschuss am Montag 33 000 Euro fürs nächste Jahr gefordert. Doch der Ausschuss lehnte das ab.

Das Nein gab es nicht, weil die Stadtverordneten nichts für ihren Ortsteil zahlen wollen. Vielmehr hielten die meisten das Geld dort im nächsten Jahr für verschwendet. 2018 wollen die Stadtwerke ohnehin investieren und dabei könnte ein Gehweg gleich mit entstehen. Besser und länger, als er jetzt notdürftig hergerichtet werden könnte. Ortsvorsteher Hardy Richter ist das aber zu spät – er reagierte am Montag sauer auf die Absage des Ausschusses.

Die Gehwege im Ort seien in einem katastrophalen Zustand, beklagte er sich im Hauptausschuss Die Stadt habe eigentlich im nächste Jahr etwas daran tun wollen. Doch vor Kurzem habe der Ortsbeirat erfahren, dass das dafür eingeplante Geld von der Kämmerei gestrichen wurde. Deshalb wollte Hardy Richter die vermeintlich für Radensleben eingeplante Summe explizit festschreiben lassen.

Kämmerer Willi Göbke wollte das so nicht stehen lassen. „Die Kämmerei hat ihnen da nichts gestrichen“, betonte er. Die Instandsetzung von Gehwegen ist eine Aufgabe, die das Tiefbauamt bezahlen müsste. Der Tiefbaubereich bekommt dafür jedes Jahr ein Budget zugeteilt. „Wofür er das ausgibt, entscheidet er dann selbst“, sagt der Kämmerer und schiebt den Schwarzen Peter damit ins Bauamt.

Baudezernent Arne Krohn beklagt jedes Jahr aufs Neue, dass das Budget für den Unterhalt von Straßen eigentlich viel zu knapp ist. Längst nicht alle Reparaturen, die eigentlich dringend nötig wären, können damit erledigt werden. Das gilt auch für die Gehwege in Radensleben. Ortsvorsteher Richter räumte selbst ein, dass die beantragten 33 000 Euro keinesfalls ausreichen würden, den Zustand im gesamten Dorf zu verbessern. „Damit schaffen wir höchstens ein Achtel“, schätzt er grob. Doch lieber ein Achtel als gar nichts.

Aber ist es wirklich sinnvoll, so viel Geld auszugeben, wenn die Stadtwerke ein Jahr später vielleicht ohnehin wieder alles aufreißen? Das Neuruppiner Tochterunternehmen habe das jedenfalls für 2018 vor, sagt Geschäftsführer Joachim Zindler. 2017 soll demnach die Planung erstellt werden, um 2018 in Radensleben Abwasserleitungen verlegen zu können.

Ursprünglich wollten die Stadtwerke schon vor Jahren Schmutzwasserrohre im Dorf verlegen. „Aber das hat der Ortsbeirat damals abgelehnt“, sagt Zindler. Jetzt wollen die Stadtwerke das Netz trotzdem bauen. Und wenn es nach Zindler geht, gleich noch mehr. „Wir würden gern eine kombinierte Maßnahme daraus machen“, sagt er. Wenn ohnehin Schmutzwasserrohre in den Boden gelegt werden, sollen auch gleich die alten Trinkwasserleitungen ausgetauscht werden. Dabei würde es sich anbieten, sich auch gleich um mehr Straßenlicht zu kümmern. Zindler: „Die Straßenlampen in Radensleben sind aus meiner Sicht grottenschlecht.“ Wenn entlang der Dorfstraße ohnehin ein Graben auf- und wieder zugebuddelt wird, könnte zudem auch ein Gehweg entstehen, sagt der Stadtwerke-Chef. Details müssten mit Stadt und Ortsbeirat noch geklärt werden; die Stadtwerke könnten sich einen kombinierten Geh- und Radweg auf dem sogenannten Sommerweg auf einer Seite der Dorfstraße vorstellen. Aber eben erst 2018.

Für Hardy Richter zu spät. „Es geht schlicht und ergreifend darum, jetzt Abhilfe zu schaffen“, sagt er. Baudezernent Krohn lehnte eine Sanierung der Gehwege 2017 aber ab. Angesichts der Pläne der Stadtwerke sei das nicht zu verantworten. Ähnlich sahen es die Abgeordneten im Hauptausschuss. Sie stimmten klar gegen die 33 000 Euro.

Von Reyk Grunow

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