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Ostprignitz-Ruppin Advent: Besinnung auf das Wesentliche
Lokales Ostprignitz-Ruppin Advent: Besinnung auf das Wesentliche
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14:56 25.11.2016
Pfarrer Lars Haake aus Sieversdorf lädt nicht nur im Advent dazu ein, auf der sogenannten Klönbank Platz zu nehmen und sich zu besinnen. Quelle: Anja Schael
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Sieversdorf

Der erste Advent steht vor der Tür. Die MAZ spracht mit dem evangelischen Pfarrer Lars Haake über die besinnlichen Tage vor dem Weihnachtsfest.

Dieses Wochenende ist bereits der erste Advent. Welche Bedeutung hat die Adventszeit?

Es beginnt mit dem ersten Advent das neue Kirchenjahr und mit jedem neuen Beginn sind ja auch Wünsche und Hoffnungen für das kommende Jahr verbunden, ähnlich wie zu Silvester. Gleichzeitig ist es aber so, dass kirchenhistorisch die Adventszeit eine der Fastenzeiten war. Advent bedeutet nicht nur Ankunft im Hinblick auf Weihnachten, sondern auch Wiederkunft. Wenn wir also Weihnachten feiern, dass Gott selbst menschlich wird, er sich in unsere Lage versetzt und so Verständnis gewinnt für alles Menschliche, dann können wir das als eigentliches Weihnachtsgeschenk erkennen.

Gibt es einen Unterschied zwischen dem ersten Advent und den übrigen Adventssonntagen?

Die Fastensonntage vor Ostern haben jeder seine eigene Thematik. Aber die Adventssonntage haben keine unterschiedliche Bedeutung. Das praktizieren wir auch nicht unterschiedlich.

Der Posaunenchor ist sehr gefragt

Inwieweit ist die Adventszeit für Sie mit höherem Arbeits- und Organisationsaufwand verbunden?

Aus der Sehnsucht des Menschen, etwas Schönes in der dunklen Jahreszeit des Advents zu machen, entwickelt sich, dass in jedem Ort, jeder Gemeinde und Gemeindegruppe eine Adventsfeier stattfindet. Der Posaunenchor ist an jeder Ecke gefragt, weil Musik zur Adventszeit dazugehört. Entsprechend organisieren wir viele Konzerte in dieser Zeit. Aber auch Plätzchen backen und basteln mit den Kindern von den Kirchenmäusen sowie die Vorbereitung des Krippenspiels. Es ist also sicherlich eine arbeitsintensive, aber auch eine schöne, atmosphärische Zeit.

Wie begehen Sie die Adventszeit in Ihrer Gemeinde? Führen Sie besondere Rituale in der Adventszeit durch?

Es gibt natürlich die Adventsgottesdienste. Daneben machen wir das seit einigen Jahren hier so, dass wir einen lebendigen Adventskalender mit vier Türchen haben. An jedem Adventssonntag suchen wir einen Ort, an dem ein Türchen aufgeht. In der Vergangenheit hatten wir dazu einen großen Adventskranz, der jede Woche in einem anderen Ort stand. Leider gab es dieses Jahr Trauerfälle, sodass wir den Adventskranz diesmal nicht binden werden. Wenn engagierte Menschen nicht mehr das sind, dann verändern sich auch Rituale. Dennoch werden wieder Adventstürchen aufgehen.

Musikalischer Schwerpunkt am dritten Advent

Was versteckt sich denn hinter den Türchen Ihres Adventskalenders?

Am ersten Adventssonntag wird Henry Schulz hier im Gemeinderaum einen Multimediavortrag über Myanmar halten. Dazu gibt es dann die Möglichkeit bei Glühwein oder Tee zusammenzusitzen. Am zweiten Advent gehen wir ins Bürger- und Vereinshaus und reden mit unserem Bürgermeister über Pläne mit dem ehemaligen Schulgebäude. Am dritten Advent ist dann der musikalische Schwerpunkt. Da fangen wir am Freitag an mit einem Konzert in der Dreetzer Kirche. Am Samstag sind wir in der Kolonistenkirche in Großderschau. Der Abschluss ist traditionell am vierte Adventssonntag an der Sieversdorfer Feuerwehr.

Erleben Sie die heutige Adventszeit anders als vor 20 oder 30 Jahren?

Was mir auffällt, ist, dass es immer schwieriger wird, schöne Geschenke zu finden, um Menschen gegenüber auszudrücken, dass sie einem wichtig sind. Es ist etwas mit der Wertigkeit passiert. Wir haben manchmal Schwierigkeiten, das Besondere zu finden. Oftmals verstellt die Suche nach dem ­Besonderen auch das wirklich Wichtige dahinter: Zeit für gemeinsames Essen oder um gemeinsam miteinander zu reden und zu spielen.

Die Botschaft hinter dem ­Weihnachtsfest

Was macht die Adventszeit für Sie zu etwas Besonderem?

Das ist die Chance in der Advents- und Weihnachtszeit und letztlich auch die Botschaft hinter dem ­Weihnachtsfest: es geht nicht darum ein besonderes Geschenk zu ­suchen, sondern sich Zeit zu nehmen um zu erfahren, wie ich beschenkt wurde und werde. Wenn ich zurückblicke und überlege, was mir wichtig ist, dann sind das nicht die Dinge, die ich mir gekauft oder erarbeitet habe, sondern die, die mir geschenkt wurden: meine Familie, Freunde, Begegnungen, Begabungen, Erfahrungen, mein Leben.

Was wünschen Sie sich für sich und die Menschen zur Adventszeit?

In einem Wort vielleicht: Verständnis. Das ist wohl die Kernfrage ­heutzutage. Mal in die Haut des ­anderen zu schlüpfen, mit dem ­Herzen zu sehen und Verständnis für den anderen zu finden. Das ist die ­einzige Möglichkeit, um untereinander ­Gerechtigkeit und Frieden zu schaffen.

Zur Person

Der 47-jährige Lars Haake ist evangelischer Pfarrer.

Seit dem Jahr 2003 ist er in Sieversdorf (Amt Neustadt) als Pfarrer tätig. Lars Haake wohnt auch in Sieversdorf.

Zu dem Zuständigkeitsbereich des Pfarrers gehören die Gemeinden Sieversdorf, Hohenofen, Dreetz und Großderschau mit insgesamt 680 Gemeindemitgliedern.

Von Anja Schael

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