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Adventsbasar im Kornspeicher Neumühle

Schon lange kein Geheimtipp mehr Adventsbasar im Kornspeicher Neumühle

Kuschelig und handgemacht – das sind die besonderen Merkmale des Adventsbasars im Kornspeicher Neumühle in Alt Ruppin. Mit Liebe gefertigte Waren, Livemusik und Lagerfeuer im Hof sorgten wie in jedem Jahr für volles Haus – am Sonnabend und Sonntag.

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Milla und Richard haben die passenden Wintermützen gefunden. Weitere Bilder unter www.MAZ-online.de/neumuehle

Quelle: Peter Geisler

Alt Ruppin. Es ist warm und heimelig im Kornspeicher Neumühle. Auf den Nostalgie verbreitenden Sitzgruppen, die Hausherr Manfred Neumann vor der Bühne platziert hat, sitzen erst ein paar Leute, schlürfen Glühwein und lauschen dem einsamen Spiel der Pianistin auf der Bühne. Der Adventsbasar hat gerade erst begonnen - bald schon werden sich dichte Menschenmengen zwischen den Ständen drängen: der Neumühler Markt ist mittlerweile kein Geheimtipp mehr, Hunderte Neuruppiner und Auswärtige drängen sich während der zwei Tage durch das bunte Geschenke-Paradies. Nicht von ungefähr – Neumanns Konzept, den Basar mit Livemusik, Lagerfeuer und liebevoll in Handarbeit gefertigten Produkten zu bereichern, ist aufgegangen. „Der Fokus liegt auf ’handgemacht’. Wir haben hier kaum Profi-Anbieter, hauptsächlich Leute, die hier ihr Hobby präsentieren.“

Die urige Atmosphäre im Kornspeicher zieht immer mehr Besucher an

Die urige Atmosphäre im Kornspeicher zieht immer mehr Besucher an.

Quelle: Geisler

„Ich bin ein Perlenfanatiker“, bekennt Richard Lemieux, an dessen Stand nicht nur alte, zu Ketten verarbeitete Perlen aus Konstantinopel, liegen, sondern auch leuchtend blaue Schmuckfliesen. „Ich habe schon Tausende davon gebrannt und jedes Mal freue ich mich, wenn sie aus dem Brennofen kommen“, sagt er über die persische Türkisglasur. In Neumühle steht er bereits zum dritten Mal. „Es ist gemütlich hier, die Leute sind interessiert und die Stände machen sich gegenseitig keine Konkurrenz.“

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Der Adventsmarkt im ehemaligen Kornspeicher Neumühle ist längst kein Geheimtipp mehr, hunderte Besucher drängen sich im Geschenkeparadies. Schmuck, Kunstobjekte aus Holz und Draht, liebevolle Handarbeiten – dazu gibts Livemusik und guten Kuchen.

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Annette Bülow zum Beispiel setzt auf selbstgenähte Kindersachen. Sie hat das ganze Jahr fleißig genäht: bunte Mützchen, Schals, Babyschühchen und Tüchlein, allesamt im witzigen Stoffmix. Damit steht sie alljährlich auf dem Netzebander Weihnachtsmarkt – in Neumühle ist sie das erste Mal. „Was ich genäht habe, reicht für zwei Märkte“, sagt sie. An Andrea Webers Stand steht eine Riesenkiste Fröbelsterne aus unterschiedlichstem Papier.

Lara Talfert (l) und Lisette Paulsen mit selbst gezogenen Kerzen

Lara Talfert (l.) und Lisette Paulsen mit selbst gezogenen Kerzen.

Quelle: Geisler

„Die bastel ich so beim Fernsehen weg“, sagt sie. Neben den Sternen kann man viele zauberhafte Papierarbeiten bestaunen: Motiv-Faltschachteln als kreative Umhüllung für Geldgeschenke. Am nächsten Tisch gibt es neue Bücher, am übernächsten antiquarische. Gefilztes leuchtet neben Gestricktem und handgewebten Teppichen. Daneben probiert eine Besucherin gerade Mützen auf. Lisette Paulsen, die Klavierspielerin, verkauft bunte Kerzen – handgemacht versteht sich. „Die mache ich, seit ich fünf bin“, so die 19-Jährige.

Am Kuchenstand hat sich grad ein Vierer des Ruppiner Rudervereins sattgegessen. „Wir sind rübergerudert“, sagt Hannes Dierasch. „Hat sich gelohnt. Die Atmosphäre hier ist toll.“

Im Parterre des riesigen Möbel-Speichers, durch den die Leute ebenfalls stöbern dürfen, hat Franziska Zänker ihr Atelier. „Heute zieht es die Leute zu meinen Baumdekorationen“, sagt die Holzbildhauerin. Die kleinen Holzanhänger, die gekonnt das Spiel der Maserung aufgreifen, sind glatt und schön. „Es macht mir Spaß, ich lege meine Seele hinein“, sagt sie über den Spagat zwischen Kunst und Handwerk. „Die Leute kaufen praktisch meine Seele mit“, sagt sie und lächelt.

Von Regine Buddeke

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