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Äbtissinnenstab im Kloster wird weitergegeben

Führungswechsel in Heiligengrabe Äbtissinnenstab im Kloster wird weitergegeben

Für Äbtissin Friederike Rupprecht stand lange fest, dass sie mit 75 Jahren vom Amt zurücktreten wird. Erika Schweizer aus dem westfälischen Münster wird ihre Nachfolgerin. Nun steht am 10. Januar der Amtswechsel innerhalb eines Festgottesdienstes bevor. Eine Wunde bleibt: der Wegzug der Diakonissen.

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Heiligengrabe. Der Äbtissinnenstab vom Kloster Stift zum Heiligengrabe liegt griffbereit. Noch hält ihn Friederike Rupprecht in den Händen. Doch nach 14 Jahren Amtszeit übergibt die 75-Jährige diesen Stab am Sonntag, 10. Januar, um 14 Uhr innerhalb eines Festgottesdienstes in der Stiftskirche an ihre 58-jährige Nachfolgerin Erika Schweizer. Die Mitglieder des Kuratoriums vom Kloster Stift zum Heiligengrabe wählten die promovierte Pfarrerin aus Münster/Westfalen im Juni einstimmig zur neuen Äbtissin.

Bei ihrer Rückschau sagt Friederike Rupprecht: „Die geistlichen Inhalte sind an diesem Standort entscheidend und wichtig, trotz der anderen Aufgaben.“ Dabei lagen ihr die Gebets- und Einkehrzeiten besonders am Herzen. „Die Mittagsgebete habe ich am meisten geliebt.“ Einmal am Tag eine stille Zeit zu erleben, gebe viel Kraft. Neben der theologischen Arbeit bestimmte oftmals das Tagesgeschäft den Ablauf: Umfangreiche Baumaßnahmen, das Ringen um Fragen zum Kultur- und Museumsstandort oder wie das Kloster mit Leben gefüllt wird.

Der Äbtissinnenstab des Kloster Stiftes zum Heiligengrabe wird weitergegeben

Der Äbtissinnenstab des Kloster Stiftes zum Heiligengrabe wird weitergegeben.

Quelle: Christamaria Ruch

Unter dem Titel „14 Jahre Amtszeit“ stellte sie erst kürzlich auf knapp 30 Seiten dem Kuratorium vom Kloster Stift diesen Rückblick vor. Zu den noch unerledigten Aufgaben zählt die Äbtissin dabei den weiteren Innenausbau der Häuser am Damenplatz oder das ungeklärte Nutzungskonzept für Speicher und Stall auf dem Gutshof.

Mit Blick auf die vor Ort lebenden Menschen stellt sie fest, dass der interne Konvent nach wie vor zu klein ist. „Ich habe nie geschafft, dass die angestrebte Zahl von sieben internen Stiftsfrauen eingetreten ist.“ Derzeit gehören einschließlich Rupprecht drei Frauen zu diesem internen Konvent. Doch auch andere Dinge entwickelten sich – unvorhersehbar und positiv: Aktuell leben 19 Frauen und Männer auf dem Stiftsgelände – als Erst- oder Zweitwohnsitz. „Das ist ein gemischtes Modell und es wird die Frage sein, was das für das Kloster als Ort und die 14 Mitarbeiter bedeutet.“ Denn das ist für sie ein Beweis, wie vielfältig das Leben und die Verbindungen sein können. Beim Thema Kloster und Diakonissen wird Friederike Rupprecht still und sucht nach Worten. 50 Jahre kreuzten sich diese Wege in Heiligengrabe, bevor die Diakonissen auf das benachbarte Gelände des Friedenshortes umzogen und nun Heiligengrabe schrittweise ganz verlassen. „Es gibt sehr viele Wunden dabei. Das Kloster ohne Diakonissen ist fast unvorstellbar, weil sie den Ort nachhaltig prägten.“

„Das Arbeitspensum in den 14 Jahren war zugleich ein enormer Lernprozess. Immer wieder habe ich mir die Frage gestellt, ob und inwieweit ich bei allen Themen ständig präsent sein muss.“ Dabei konnte Rupprecht stets auf Hilfe von innen und außen setzen. Die Zusammenarbeit mit dem Kirchenkreis Prignitz kam jedoch zu kurz, wie sie einräumt. Immer wieder galt sie auch als gefragte Mentorin, etwa „wie man geistiges Leben an einem Ort aufbauen kann.“

Ohne Unterlass setzte sie sich dafür ein, die Legenden rund um das Kloster neu zu bewerten und in den geschichtlichen Rahmen einzubinden. „Die Legendenbildung ist beliebt und manchmal brauchen die Menschen das.“ Gleichzeitig setzte sie sich mit Nachdruck dafür ein, dass „einiges in der Legendenbildung gerade gerückt wird.“ Somit gingen alle Texte, die das Kloster betrafen, zunächst über ihren Tisch und dann an die Öffentlichkeit. Mit einem Bild bringt Friederike Rupprecht dabei ihre Haltung zum Ausdruck: „Ich favorisiere das Klare und das Helle, so wie heute auch der Kreuzgang klar und hell wirkt.“

Blick in die Geschichte

Das Zisterzienserinnenkloster Heiligengrabe wurde 1287 von Markgraf Otto IV. von Brandenburg errichtet.

2012 feierte das Kloster und Stift zum Heiligengrabe das 725-jährige Jubiläum.

Friedrich II. ernannte Heiligengrabe 1742 zum Damenstift.

Interne und externe Stiftsfrauen gehören bis heute zum Alltag auf dem Gelände. cmr

Von Christamaria Ruch

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