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Ostprignitz-Ruppin Mit dem Wiedehopf durch die Wüste
Lokales Ostprignitz-Ruppin Mit dem Wiedehopf durch die Wüste
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00:30 22.03.2018
Faszinierender Klangteppich: Mitglieder der Lautten Compagney mit Musikern aus dem Iran. Quelle: Cornelia Felsch
Alt Ruppin

Das Neuruppiner Musikfastival geht ins Finale. Wie immer treffen sich am Sonntagvormittag noch einmal alle im Kornspeicher Neumühle – und so wie immer in den vergangenen Jahren ist diese Veranstaltung ausverkauft. Frisch ausgeschlafen kann sich die Aquinox-Fangemeinde auf einen märchenhaften Vormittag freuen. Für die Musiker war die Nacht hingegen kurz. Sie haben bis nach Mitternacht geprobt.

Die musikalische Reise geht an diesem Morgen in eine weit zurückliegende Zeit. „Auch für mich ist vieles fremd. Ich habe gestern bei den Proben viel von den persischen Musikern lernen können“, sagt Wolfgang Katschner, der künstlerische Leiter der Lautten Compagney. „Wir haben sehr intensiv geprobt und wissen dennoch nicht so recht, was heute passiert.“

Experimentierfeld für die Musiker

Das Auqinox-Festival ist nicht nur für die Zuhörer ein großes Abenteuer, sondern auch ein Experimentierfeld für die Musiker, die diesmal gemeinsam mit iranischen Musikern einen märchenhaften Klangteppich weben und so auf geheimnisvolle, fremdländische Weise einen riesigen Vogelschwarm auf der Reise zum Königsvogel Simurgh begleiten.

Der aus dem Iran stammende Autor Mehdi Moradpour sowie der Regisseur, Sänger, Dichter und Dramaturg Christian Filips haben das Versepos von Fariduddin Attars mit viel Einfühlungsvermögen und Humor aus dem 13. Jahrhundert in unsere Zeit überführt. Auf ihrer Reise mit dem Flugzeug führen die Vögel Gespräche. Die Schauspielerin, Moderatorin und Sängerin Pegah Ferydoni, die in Teheran geboren wurde, leiht ihnen ihre wunderbar poetische Stimme.

Gabriele Lettow und Wolfgang Katschner begrüßten die Gäste. Quelle: Cornelia Felsch

Ente, Nachtigall, Falke, Pfau und Wiedehopf führen während der langen Reise Gespräche, in denen die unterschiedlichsten Charaktereigenschaften der Menschen durch die verschiedenen Vogeltypen zu Tage befördert werden – Stolz, Schwäche, Hochmut, Angst.

Und so erzählt der Spatz – Pegah Ferydoni verleiht ihm eine Prise Gossen­jargon – von dem feinen Herren, der einem Bierzapfer verfiel, die Nachtigall gesteht dem Wiedehopf ihre unendliche Liebe, die leider nicht erwidert wird, und die Ente beschwert sich über den langen Aufenthalt in der Wüste. Schließlich ist sie ein Wasservogel und sagt „Wenn irgendwo ein König thront, dann wohnt er dort wo’s sich zu leben wohnt, im Wasser.“

Auf der Suche nach dem tieferen Sinn

Sie durchfliegen gemeinsam die Täler der Leiden und Leidenschaften, und der Wiedehopf erklärt ihnen zum wiederholten Male den tieferen Sinn dieser Reise: „Es steckt ein tieferer Sinn in Allem; niemals sollst du ablassen von deinem Begehren.“ Diesen Satz haben die Besucher schnell verinnerlicht und sprechen ihn schon bald mit. Unverkampft und lustig geht es zu bei dieser Matinee. Zuschauer und Musiker lachen und singen gemeinsam „Alle Vögel sind schon da“.

Mit seinen zwitschernden Flöten spielt Martin Ripper auf und lässt immer wieder das up, up des Wiedehopfes erklingen – begleitet von singenden Lauten oder der Posaune. Für das fremdländische Aroma sorgen die persische Trommel, eine Langhalslaute und die Kamantsche, die mit ihrem ungewöhnlichen Klang die akustische Entdeckerlust entfachen.

Gefunden haben sie am Ende sich selbst

Dass es schließlich nur 30 Zeisige zu Simurgh schaffen, ist die Pointe, denn „si“ bedeutet 30 und „murgh“ Vögel. Am Ziel angekommen, erkennen die Vögel, dass sie sich selbst gesucht und sich gefunden haben, denn sie haben sich darum bemüht. Sie erreichen die höchste Stufe der Vollkommenheit und erkennen sich selbst.

Und auch wenn die Reise für die Vögel recht beschwerlich war, so ging von der Geschichte und der Musik eine besondere Faszination aus, aus der die Zuhörer am Ende erst wieder erwachen müssen, um schließlich in frenetischen Beifall auszubrechen. Ein wenig Wehmut bleibt allerdings, denn nun müssen die Fans des Festivals wieder viele Monate auf die nächsten Aequinox-Musiktage mit der Lautten Compagney warten.

Von Cornelia Felsch

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