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Ostprignitz-Ruppin Hochkarätiges Wandelkonzert im Museum
Lokales Ostprignitz-Ruppin Hochkarätiges Wandelkonzert im Museum
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00:25 21.03.2018
Acht Minuten Kunst, vier Minuten Wandeln zur nächsten Station: Das Publikum im Wittstocker Museum. Quelle: Christamaria Ruch
Wittstock

Neuruppin und Wittstock rückten am Sonnabend eng zusammen. Denn das Festival Aequinox zur Tag- und Nachtgleiche aus der Kreisstadt verlegte erstmals einen Teil seines Programms in die alte Kreisstadt Wittstock.

Das große Thema „Krieg und Frieden“ „ist in diesem Jahr unsere programmatische Idee“, sagte Veranstalterin Gabriele Lettow in den Kreismuseen Alte Bischofsburg in Wittstock.

Benjamin Dreßler sang vor der Kulisse alter Rüstungen und Spießwaffen von Krieg und Frieden. Quelle: Christamaria Ruch

Schon früh stand für sie fest, dass Wittstock dabei mit einem Wandelkonzert zur Kulisse wird. Denn der Beginn des Dreißigjährigen Krieges jährt sich in diesem Jahr zum 300. Mal. Das Wandelkonzert bedeutet zugleich der Startschuss im Gedenkjahr.

„Heute erleben die Zuhörer so viele Facetten der damaligen Musik in komprimierter Form“, sagte Lettow. An verschiedenen Stationen des Museums des Dreißigjährigen Krieges entstand ein Bild der Künste in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Europa. 1636 kamen die Schweden als Eroberer, nun kamen sie als Sänger in die Stadt.

Auch die Wittstocker Schweden mischten sich unters Publikum. Cordula und David Bernhardt leiten die Truppe und umrahmen immer wieder Veranstaltungen im In- und Ausland in historischer Tracht.

Schauspieler Winfried Gatzeder las aus dem Buch „Tyll.“ Quelle: Christamaria Ruch

An sieben Stationen im Museum erlebten die Besucher Instrumentalmusik, Gesang und Lesungen. Doch vor dem Kunstgenuss als Kür stand erst einmal die Pflicht: Wie gelangt ein Cembalo in die Ebene 5 im Museum des Dreißigjährigen Krieges? Wenig später erklingt das Instrument inmitten von Rüstungen aus der damaligen Kriegszeit und den sechs original erhaltenen Spießwaffen, also Piken mit einer Länge von jeweils 4,75 Meter.

Benjamin Dreßler singt aus Johann Hildebrands „Krieges-Angst-Seuffzer“ von 1645 und trägt von Heinrich Schütz (1585 bis 1672) Auszüge aus dem „Kleinen geistlichen Konzert“ vor.

Die 150 Besucher erleben die Kunst in Kleingruppen. Die eine Hälfte des Publikums besucht zunächst die Marienkirche. Dort befindet sich die letzte Ruhestätte von sieben Offizieren aus dem Dreißigjährigen Krieg. In dem Gotteshaus singen Mitglieder des schwedischen Ensembles Vokalharmonin und werden von der Lautten Compagney begleitet.

Soetkin Elbers und Andreas Nachtsheim traten im Südtor auf. Quelle: Christamaria Ruch

Die andere Hälfte der Musikbegeisterten ist in sieben Gruppen aufgeteilt und folgt einem eingetakteten Rhythmus. „Acht Minuten Programm an jeder Station, dann vier Minuten Zeit zum Wandeln“, sagt Gabriele Lettow. Und: „Das ist ein sehr diszipliniertes Publikum, das sich auf so einen Zeitplan einlässt.“ Nach zwei Stunden wechseln die Gruppen die Örtlichkeiten.

Schauspieler Winfried Glatzeder liest aus Daniel Kehlmanns neuem Buch „Tyll.“ Dabei versetzte der Autor die Figur des Till Eulenspiegel in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges und erzählt von den seelischen Verwüstungen durch Gewalt. „Das Buch ist hoch gelobt, aber ich finde es nicht so exzellent, deshalb habe ich mir die guten Stellen ausgesucht zum Vorlesen“, sagt Glatzeder.

Gabriele Lettow verteilt vor dem Konzert Blumen an Museumsleiterin Antje Zeiger: „Wir sind selten so gut aufgenommen worden, von Anfang an begegnete uns Freundlichkeit, Aufgeschlossenheit und Entgegenkommen.“ Die logistischen Herausforderungen, wie etwa der Transport des Cembalo in die fünfte Ebene des Museums, meisterte das Museumsteam.

Von Christamaria Ruch

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