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Ärger über Ballonfahrt-Gutscheine

Wittstock Ärger über Ballonfahrt-Gutscheine

Reinhard Dargies, Jürgen Radunz und Herbert Dinnebier bekamen Gutscheine für Ballonfahrten geschenkt. Doch die Freude darüber ist buchstäblich verflogen, denn seit mittlerweile drei Jahren warten sie vergeblich darauf, sie einlösen zu können.

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Reinhard Dargies, Herbert Dinnebier und Jürgen Radunz (v.l.) mit ihren nicht eingelösten Gutscheinen.

Quelle: Björn Wagener

Wittstock. Sie sollten Freude bereiten, doch davon ist mittlerweile nicht mehr viel übrig: Die Gutscheine, die Reinhard Dargies aus Wittstock, Herbert Dinnebier aus Flecken Zechlin und Jürgen Radunz aus Wittstock in den Händen halten, lösen bei ihnen nur noch Frust und Ärger aus. Denn die drei Männer fühlen sich übers Ohr gehauen. Entsprechend gepfeffert sind ihre Kommentare. „Wir werden hier doch verarscht“, sagt Reinhard Dargies und bekommt Zustimmung von seinen beiden Bekannten. Doch was hat ihre Stimmung derart verhagelt?

Zu früh gefreut

Die Geschichten ähneln sich, Reinhard Dargies erzählt seine: Alles begann vor drei Jahren. 2013 bekam er vom Fliegerklub Wittstock einen Gutschein für eine Ballonfahrt geschenkt – für den passionierten Segelflieger genau das richtige. Einmal gemächlich über die Landschaft hinwegschweben und den Blick von oben genießen, ein Erlebnis, das Vorfreude aufkommen lässt. Doch die Zeit verging – Wochen, Monate, Jahre. Bis heute habe keine Ballonfahrt stattgefunden, sagt Dargies. Dabei sei er ein paar Mal kurz davor gewesen. Das gelte auch für die anderen beiden Gutschein-Besitzer. Sie alle berichten übereinstimmend, dass die Firma Sun Ballooning aus Kyritz, die Gutscheine im Wert von 188 bis 210 Euro ausgab, mehrmals Termine angeboten, sie dann aber kurzfristig, mitunter nur Stunden vorm geplanten Start, wieder abgesagt habe – wetterbedingt. Insgesamt sei das sechs- oder sieben Mal vorgekommen. Die 36-monatige Gültigkeit der Scheine ist kürzlich abgelaufen.

Dass Wetterbedingungen bei Ballonfahrten eine wichtige Rolle spielen, ist Reinhard Dargies gerade als Segelflieger klar, aber dass es innerhalb von drei Jahren nicht möglich sein soll, einen Termin für eine Ballonfahrt zu finden, kann der Wittstocker nicht nachvollziehen. Er ist sauer. Öl ins Feuer gießen dabei noch die Beförderungsbedingungen. Demnach werden bei Rückgabe eines Gutscheines ab dem 46. Tag nach Ausgabe 25 Euro für den „Verwaltungsaufwand“ fällig und ab dem dritten Monat zuzüglich „acht Prozent des Fahrpreises für jeden angefangenen Monat“. Für Reinhard Dargies ist das Abzocke.

„Wir verlängern die Gutscheine“

Gegen diesen Vorwurf wehrt sich jedoch eine Mitarbeiterin (ihren Namen möchte sie nicht in der Zeitung lesen) von der Firma Sun Ballooning, die im Raum Berlin/Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern Ballon-Rundflüge anbietet. Nachdem Geschäftsführer Frank Fano telefonisch nicht erreichbar war und auch eine Mail der MAZ vom 18. Oktober mit der Bitte um eine Stellungnahme zu der Sache unbeantwortet blieb, kommt doch noch ein Telefonat mit der Mitarbeiterin zustande. „Wir verlängern die Gutscheine natürlich. Dazu müssten sich die Inhaber einfach mit uns in Verbindung setzen“, sagt sie.

Wetterbedingungen würden aus Sicherheitsgründen sehr ernst genommen. „Wir hatten schon Gäste, die 15 Absagen bekommen haben, andere konnten gleich fliegen.“ Manchmal sei eben der Wurm drin. Es dürfe nicht zu windig sein, nicht regnen und natürlich kein Gewitter in der Nähe sein. Hinzu komme, dass die Flugtermine brandenburgweit koordiniert würden und von Wittstock aus nicht so häufig gestartet werde. Denn es müssten mindestens sechs Personen im Korb sein. Momentan seien zwei von drei Ballons im Einsatz. Jürgen Radunz aus Wittstock ist noch immer an einer Ballonfahrt interessiert und bereit, sie kurzfristig anzutreten. Ebenso signalisiert er Flexibilität, wenn es um den Abfahrtsort geht. Kyritz etwa sei kein Problem. Reinhard Dargies hingegen hat mit der Sache abgeschlossen.

Stornierung blieb unbeantwortet

Er hat seinen Ballonfahrt-Gutschein kürzlich storniert und gab gesundheitliche Gründe dafür an. Er sei bereit, „entstandene Kosten“ zu zahlen, schreibt er. Er will die Sache nur noch beenden. Die Zeilen sind sachlich und freundlich gehalten, doch bis heute habe die Firma nicht auf seine gemailte Stornierung vom 17. September reagiert. „Schon das allein ist eine Frechheit“, sagt Dargies. Innerlich brodelt es in ihm. Nicht ausgeschlossen, dass er auch ohne Sun Ballooning „in die Luft geht“, einfach, wenn er an die Nicht-Ballonfahrten denkt.

Von Björn Wagener

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