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Ostprignitz-Ruppin Ärger um Alt Ruppiner Radlerroute
Lokales Ostprignitz-Ruppin Ärger um Alt Ruppiner Radlerroute
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02:16 16.01.2016
Autospuren führen auf den Fahrradweg. Quelle: Christian Schmettow
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Alt Ruppin, Radweg ist seit Jahren Holperstrecke

Einmal war es knapp: Genau in der Kurve kam Gudrun Wagner ein Auto mit rasantem Tempo entgegen: Das Kuriose: Die Alt Ruppinerin war im Wald zwischen Neumühle und Molchow auf dem Fuß- und Fahrradweg unterwegs. Und der ist gerade mal so breit wie ein Auto.

Die Stadt wirbt mit dem asphaltierten Seen- und Kulturradweg von Neuruppin nach Rheinsberg und Lindow um Touristen. Doch die müssen sich auf der Erholungsroute immer öfter mit Autofahrern auseinandersetzen. Von Unrechtsbewusstsein sei bei denen keine Spur: „Gehen Sie doch mal ein Stück zurück, damit ich weiterfahren kann“, bekommt die 66-Jährige stattdessen zu hören. Allerdings denkt Gudrun Wagner nicht daran, Platz zu machen. Denn neben dem Fahrradweg gibt es eine breite Sandpiste, die für Autos freigegeben ist. Die Asphaltbahn daneben ist mit blauen Schildern als benutzungspflichtiger Rad- und Fußweg gekennzeichnet. Das heißt: Radfahrern drohen auf der Sandpiste sogar 20 Euro Bußgeld. Wird ein Auto auf dem Radweg erwischt, sind nur fünf Euro fällig. Wahrscheinlich ist weder das eine noch das andere: Die Polizei sei zwar informiert, aber nur selten vor Ort, sagt der Neuruppiner Baudezernent Arne Krohn. Die Stadt darf den fließenden Verkehr nicht überwachen. Arne Krohn bittet deshalb aufmerksame Bürger, Falschfahrer auf dem Radweg anzuzeigen: Dazu müssten Datum, Uhrzeit und das Kennzeichen notiert werden. Auch Fotos nehme die Stadt gern entgegen. Autofahrer könnten dann auch für Schäden am Radweg in Regress genommen werden – allerdings müsste die Stadt ihnen ein direktes Verschulden für den betreffenden Schaden nachweisen.

Fast täglich kommen frische Reifenspuren hinzu, die auf den Radweg führen. Rechts und links des Asphaltbandes wird der Boden immer mehr ausgefahren. Dem Fahrradtourismus sei das nicht dienlich, ist Arne Krohn überzeugt: „Dieses Verhalten von ignoranten und rücksichtslosen Autofahrern schadet dem Image der Fontanestadt ungemein.“ Ein roter Kleintransporter mit Anhänger ist öfter auf dem Radweg unterwegs, auch ein Geländewagen. Am Westufer des Molchowsees befinden sich zahlreiche Grundstücke, die mit dem Auto nur über die Waldpiste zu erreichen sind, seit die Molchowbrücke für Autos gesperrt ist. „Ich fahre ab und zu auf dem Radweg, aber bloß, wenn der Weg daneben nur noch aus Löchern besteht“, sagt eine Anwohnerin der MAZ. „Ich fühle mich auch im Recht.“ Wenn ihr jemand entgegenkommt, weiche sie frühzeitig aus. Wer sich darüber aufregt, müsse da ja nicht langgehen“, findet die Frau.

Im Dezember hat nun eine Firma aus Wittstock die Autopiste wieder glattgeschoben – in wessen Auftrag, ist unklar. Die Stadt habe das nicht veranlasst, sagt Arne Krohn.

Der asphaltierte Fahrradweg dagegen bleibt seit Jahren eine Holperstrecke, weil Wurzeln den Asphalt nach oben drücken. Das sei leider nicht so einfach zu beheben wie Löcher in einer Sandpiste, bedauert Arne Krohn und bezeichnet eine Reparatur des Radwegs als „vor dem Hintergrund der Haushaltsplanung leider nicht finanzierbar“. Ob Neuruppin Landesfördermittel für die Reparatur bröselnder Fahrradwege in Anspruch nehmen könnte, prüfe die Stadt derzeit gemeinsam mit dem Landkreis, der den Radweg einst mit Fördermitteln gebaut hat. Dass diese zurückgefordert werden könnten, fürchtet Krohn nicht. Schließlich sei der Radweg ja immer noch als Radweg benutzbar.

Gegen den Autoverkehr auf dem Fahrradweg will das Tiefbauamt nun zumindest die seitlichen Sperren wiederherstellen – auch das allerdings nur, wenn es nicht viel kostet, sagt Arne Krohn.

Von Christian Schmettow

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