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AfD-Rechtsaußen spricht in Neuruppin

Björn Höcke spricht bei Demo am Montag AfD-Rechtsaußen spricht in Neuruppin

Politologen werfen dem Sprecher der Thüringer AfD Björn Höcke mangelnde Distanz zum Rechtsextremismus vor. Bei der AfD in Ostprignitz-Ruppin hat man keine Berührungsängste. Der Kreisverband hat ihn als Redner zu einer Demo am Montag in Neuruppin eingeladen. Das Aktionsbündnis „Neuruppin bleibt bunt“ mobilisiert für eine Gegendemo.

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Umstrittener Redner: Björn Höcke.

Quelle: dpa

Neuruppin. In Pritzwalk lockte der Spitzenredner des Abends, AfD-Landeschef Alexander Gauland, zuletzt etwa 80 Zuhörer auf den Marktplatz. In Neuruppin hofft der Sprecher des AfD-Kreisverbandes Klaus Engelbertz auf deutlich mehr Gäste. Am kommenden Montag will die Partei dort wieder gegen vermeintliches Politikversagen demonstrieren. Als prominentester Redner ist AfD-Rechtsaußen Björn Höcke eingeladen. Bei der Polizei gab Engelbertz an, mit bis zu 500 Zuhörern zu rechnen. Ob tatsächlich so viele kommen, lässt Engelbertz bewusst offen. „Das ist eine ganz schwierige Frage“, sagt er.

Längst wirbt der AfD-Kreisverband kräftig über Facebook für den Auftritt Höckes. Auch in Berlin und den Nachbarlandkreisen hofft die Partei, Zuhörer für die Neuruppiner Rede zu finden. Dass mit Höcke ein Redner nach Neuruppin kommt, dem Politologen und Soziologen mangelnde Distanz zu rechtsextremen Thesen vorwerfen, stört Engelbertz nicht. Höcke sei „ein politischer Rockstar“, findet er. Eine Einladung Höckes nach Neuruppin habe sich „auf einem Meeting so ergeben“, sagt Engelbertz. „Man muss auch mal die Redner tauschen.“

Politologen werfen Höcke Parallelen zum Nationalsozialismus vor

Im vergangenen November hatte Höcke bei einer Rede vor dem neurechten Institut für Staatspolitik von dem „lebensbejahenden afrikanischen Ausbreitungstyp“ gesprochen und dies mit Reproduktionsstrategien aus der Biologie begründet. Politologen warfen Höcke daraufhin Parallelen zum Nationalsozialismus vor. Auch Engelbertz hält biologische Argumentationen für falsch. Eine Einladung an Höcke sprach der Kreisverband trotzdem aus.

Das Aktionsbündnis „Neuruppin bleibt bunt“ ruft indes zur dritten Montagsdemo auf. Zeitgleich zur AfD-Kundgebung wollen die Teilnehmer auf dem Schulplatz unter dem Motto „Solidarisch, demokratisch, vielfältig leben – den Sozialstaat gegen den AfD-Wildwuchs“ ein Zeichen setzen. CDU-Kreischef Jan Redmann, die Rheinsberger SPD-Landtagsabgeordnete Ulrike Liedtke, die Grünen-Landtagsabgeordnete Ursula Nonnenmacher und Bürgermeister Jens-Peter Golde wollen ans Rednerpult treten. Auch das kurdische Musikerensemble, zu dessen Rhythmen bei der ersten Montagsdemo in diesem Jahr viele Demoteilnehmer tanzten, wird kommen. „Wir hoffen natürlich auf steigende Teilnehmerzahlen“, sagt Bündnissprecher Martin Osinski. Bei der ersten Montagsdemo im Februar hatten mehr als 300 Menschen „gegen Schießbefehl und Stacheldraht“ demonstriert. Zur zweiten waren bei Dauerregen deutlich weniger gekommen.

Anliegen auch der dritten Montagsdemo ist es wieder, „bunt und lebendig“ zu demonstrieren, kündigte Osinski an. „Es geht nicht um Beschimpfungen.“ Stattdessen wollten die Redner mit Verweisen auf das Grundsatzprogramm über die „wirklichen Motive“ der AfD aufklären.

Hinweis: Die Montagsdemo beginnt am Montag, 18. April, um 18 Uhr auf dem Neuruppiner Schulplatz. Zeitgleich hält die AfD dort eine Kundgebung ab.

Von Frauke Herweg

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