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Ostprignitz-Ruppin Agrarriese KTG in Schieflage
Lokales Ostprignitz-Ruppin Agrarriese KTG in Schieflage
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00:17 10.07.2016
Auch im Ruppiner Land bewirtschaftet die KTG mit ihren Tochterfirmen seit Jahren riesige Felder und Biogasanlagen. Quelle: Christian Schmettow/Archiv
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Neuruppin

Eines der größten und gleichzeitig eines der umstrittensten Unternehmen in der Deutschland Landwirtschaft hat Insolvenz angemeldet – und das könnte auch Auswirkungen im Nordwesten Brandenburgs haben.

Das Unternehmen KTG Agrar war der erste deutsche Landwirtschaftbetrieb in Form einer Aktionsgesellschaft. Der Konzern gilt als einer der größten Agrarproduzenten in Europa, wenn nicht gar als der größte. Das Unternehmen bewirtschaftet mit diversen Tochterfirmen mehr als 40 000 Hektar Acker vornehmlich in Ostdeutschland, Litauen und Rumänien. Auch in den Kreisen Ostprignitz-Ruppin und Prignitz unterhält die KTG große Flächen, etwa bei Neuruppin und in der Nähe von Lindow.

KTG bei vielen Landwirten außerhalb des Konzerns unbeliebt

Bei vielen kleineren Landwirten ist der KTG-Konzern nicht gut glitten. Unter anderem, weil das riesige Unternehmen viel Land übernommen hat, das anderen Firmen nicht mehr zur Verfügung steht. Teilweise hat der Konzern ganze Betriebe aufgekauft. Unter anderem gehören Agrargesellschaften in Seebeck bei Lindow, in Herzsprung und in Wuthenow zum Konzernverbund. Welche Auswirkung die finanziellen Problem dort haben werden, scheint noch ungewiss.

Schon seit einiger Zeit hatten die Anleihe-Geber der Aktiengesellschaft KTG Agrar Sorge um ihre Geldanlagen: Zuerst verschob die KTG ihre Jahreshauptversammlung wegen Erntearbeiten, dann vertröstete das Unternehmen seine Gläubiger zur Zahlung von 17,8 Millionen fälliger Zinsen um vier Wochen. Schließlich stellte die KTG am Dienstag in Hamburg Insolvenzantrag. Bei ihrer Hauptversammlung 2015 hatte die KTG noch angekündigt, einen chinesischen Investor mit ins Boot zu holen. Doch das hat offenbar nicht geklappt, die erwartete Kapitalspritze kam nicht.

Riesige Schjulden und zugleich viele Außenstände

Das hat den Agrarriesen schließlich in erhebliche Schwierigkeiten gebracht. Auf mehr als 450 Millionen Euro sollen sich die Verbindlichkeiten der KTG Agrar inzwischen belaufen. Gleichzeitig bilanziert die KTG ihrerseits rund 200 Millionen Euro an Außenständen – offenbar Kredite, die an andere Unternehmen vergeben worden sind. Darunter fallen unter anderem mehr als 30 Millionen Euro an das Tochterunternehmen KTG Energie mit Biogasanlagen unter anderem in Putlitz (Prignitz).

Auch in Wuthenow hat die KTG vor fünf Jahren eine große Biogasanlage errichtet. Die Wuthenower dürften die Entwicklungen bei dem Landwirtschaftskonzern besonders aufmerksam verfolgen. Mancher könnte schon um die Pläne für das lang ersehnte Dorfgemeinschaftshaus bangen. Der Verein Dorfgemeinschaft Wuthenow will das Verwaltungsgebäude der Agrar-GmbH dafür umbauen.

Wuthenows Ortschef glaubt weiter an die Umbaupläne

Die Agrargesellschaft ist eine KTG-Tochter. Der Ortsvorsteher Axel Noelte ist Chef des Unternehmens. Als Geschäftsführer äußert er sich zu den aktuellen Entwicklungen bei der KTG nicht. Als Vorsitzender des Vereins Dorfgemeinschaftsvereins ist er aber um der Beruhigung bemüht. Hat das Insolvenzverfahren Folgen für das Projekt? „Ganz klar: Nein. Das hat keine Folgen für unsere Pläne“, versichert Noelte. Die Wuthenower Agrar GmbH sei vom Insolvenzantrag der KTG Agrar nicht betroffen, sagt er. Kauf und Umbau des Hauses können wie geplant voran gehen.

Von Reyk Grunow

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