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Ostprignitz-Ruppin Aktives Wolfsrudel in der Heide
Lokales Ostprignitz-Ruppin Aktives Wolfsrudel in der Heide
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00:20 06.01.2018
Der Wolf ist nach Brandenburg zurückgekehrt – auch in der Kyritz-Ruppiner Heide lebt ein Rudel. Quelle: dpa
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Neuruppin

Die Zahl der Wölfe, die in der Kyritz-Ruppiner Heide zwischen Neuruppin, Rheinsberg, Kyritz und Wittstock lebt, bleibt stabil. Zwar wurden im vergangenen Jahr wenigstens drei, vielleicht sogar vier Welpen geboren, sagte am Dienstag der Rheinsberger Robert Franck vom Landesjagdverband, der Wolfsbeauftragter ist. Nahezu gleichzeitig hätten aber einige Geschwistertiere das Rudel bereits verlassen.

Wölfe bald in ganz Brandenburg

„Als Erstes wandern die jungen Rüden ab, die sich ein eigenes Revier suchen müssen, das unbesiedelt ist“, sagt Rainer Entrup. Der Bundesförster, der für die Kyritz-Ruppiner Heide zuständig ist, glaubt, dass es wohl maximal noch drei bis fünf Jahre dauern wird, bis sich Wölfe in Revieren in ganz Brandenburg angesiedelt haben werden. Demnach gibt es derzeit vor allem in der Uckermark sowie in der Schorfheide im Barnim noch Flächen, die kein Rudel belegt hat. Etwas anders sieht das in der Kyritz-Ruppiner Heide aus. Waren die Experten bis 2015 davon überzeugt, dass in der Heide lediglich ein Wolf lebt, ist spätestens seit 2016 klar, dass auf dem 12 200 Hektar großen Areal inzwischen ein Rudel sein Revier hat. Damals waren neben zwei Elterntieren auch insgesamt sieben Welpen entdeckt worden. „Das Nahrungsangebot in der Heide ist definitiv ausreichend für ein Rudel“, sagt Entrup. Gleichwohl wurden einige Wölfe wohl selbst in der Nähe von Röbel gesehen. Für Wolfsexperten ist das wenig verwunderlich. Das sogenannte Streifgebiet einer Wolfsfamilie beträgt in Deutschland zwischen 250 und 350 Quadratkilometer. Um dieses Revier gegen fremde Wölfe zu verteidigen, wird es regelmäßig mit Kot und Urin markiert. Damit bleibt auch die Zahl der Tiere, die in einem Gebiet leben, relativ konstant.

Deutschlandweit mehr als 200 Schafe gerissen

Das heißt aber nicht, dass es keinerlei Probleme mit Wölfen geben würde, die laut Bundesnaturschutzgesetz eine streng geschützte Art sind. Landwirte sorgen sich um ihr Vieh; auch Einwohner von Dossow reagierten beunruhigt, als sie im Juni vermutlich zwei Wölfe in der Nähe des Dorfes gesichtet haben. Weil es auch aus anderen Teilen des Landes ähnliche Meldungen gibt und allein 2017 mehr als 200 Schafe von Wölfen gerissen wurden, hat das Land reagiert und kurz vor Weihnachten als erstes Bundesland in Deutschland eine sogenannte Wolfsverordnung erlassen, die den Abschuss von aggressiven oder problematischen Wölfen erlaubt und zum Jahresbeginn in Kraft getreten ist. Das klingt gut, reicht aber aus Sicht von Experten nicht aus.

Online-Petition für den Abschuss von Wölfen

„Die Verordnung ist sehr bürokratisch“, sagt auch Robert Franck. Der Rheinsberger würde es besser finden, wenn Jagd- und Naturschutzbehörden vor Ort gemeinsam mit den Jägern entscheiden könnten, wann aggressive Wölfe geschossen werden dürfen. Franck verweist auf Rumänien. In dem EU-Land dürften auch Bären geschossen werden, wenn sie an den Schulen in Mülltonnen nach Nahrung suchen und keine Furcht vor Menschen zeigen. Die Brandenburger Verordnung sieht vor, dass der Abschuss „auffälliger Wölfe“ nur dann erlaubt ist, wenn sie sich aggressiv gegenüber Menschen verhalten, immer wieder in Siedlungen auftauchen oder mindestens zweimal Nutztiere gerissen haben. „Behörden sind doch am Wochenende kaum da, um das klären zu können“, so Franck. Das sieht Mario Borchert ähnlich. Der Jäger aus Damelack (Amt Neustadt) unterstützt eine Online-Petition mit dem Ziel, dass Wölfe künftig generell gejagt werden dürfen. Bis Ende Januar sollen 50 000 Menschen die Petition unterzeichnen, dann, so Borchert, müsste sich der Bundestag mit dem Thema Wölfe befassen.

Von Andreas Vogel

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