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Ostprignitz-Ruppin Alexander Bandilla liest Fontane für Genießer
Lokales Ostprignitz-Ruppin Alexander Bandilla liest Fontane für Genießer
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00:16 27.07.2016
Alexander Bandilla genießt Fontanes Worte. Quelle: Buddeke
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Neuruppin

Aller guten Dinge sind drei, sagten sich Gabriele Lettow und Alexander Bandilla. Und so lädt die Siechenhauskapellen-Chefin den Schauspieler auch im dritten Jahr ein, in einer vierteiligen Staffel aus dem Werk Fontanes zu lesen.

„Das ist ein weites Feld“, sagte der alte Briest in Fontanes Roman „Effi Briest“. Und so heißt auch die Lesereihe. „Den Satz kann man gut auf Fontanes Gesamtwerk anwenden“, sagt Bandilla, der sich bereits in den Vorjahren immer ein bestimmtes Thema aus Fontanes Schriften herauspickt und näher beleuchtet hat.

Am Freitag, zur Eröffnung der diesjährigen Reihe, war es der kulinarische Fontane, den Bandilla in seiner genüsslich-sprachverliebten Les- und Redart zelebrierte wie ein Gängemenü. „Ich nähere mich Fontane genießerisch“, bekennt er – 25 Zuhörer sind zugegen, um dem zu lauschen. Dass es hierbei nicht um eine schlichte Aufzählung der Leibspeisen des Dichters geht, macht Bandilla schnell klar. Für jene, die genau das erhofft haben, empfiehlt der Schauspieler das Büchlein „Eine kulinarische Reise mit Theodor Fontane“ – und versenkt sich ins Thema, dass eher metaphorisch daherkommt.

Fontane war ein Genießer und ein Vielesser

„Ich hasse es, wenn einem eine gebratene Taube ins Maul fliegt, beim Schicksal auch noch auf Kompott zu bestehen“, schrieb Fontane einst in einem Brief. Hier geht es weniger um gegrilltes Geflügel, mehr um philosophische Betrachtung. Bandilla liest rasant Fontanes Liste, was ein Ausflugsdampfer so an Proviant mit sich nimmt – bis hin zur Muskatreibe und Gerätschaften zur Zubereitung von Schlangen. Die feingedrechselte, ab und an augenzwinkernde Sprache Fontanes, ist wie geschaffen für die Sprachlust des Schauspielers, der die Zuhörer in einen Wortstrudel mitreißt. „Die Verpflegung ist für den Kulturmenschen eigentlich das wichtigste“, schrieb Fontane. Wo er recht hat, hat er recht.

Er hat gern und viel gegessen, erfährt man. Bei seiner Hochzeit habe eine Freund zu seiner frisch Angetrauten gesagt: „Liebe Emilie, wenn der so fortfährt, so wird seine Verpflegung Ihnen allerhand Schwierigkeiten machen.“ Bandilla hat recherchiert, warum Fontane zum Gourmet und Gourmand – Feinschmecker und Vielesser – geworden ist. Vermutlich waren die Großeltern schuld – seine Großmutter sei bei Hofe verkehrt und habe sich in Küche und bei Tisch gut umgesehen. Und sogar ein Büchlein herausgegeben: „Wie man in Berlin zu Zeiten der Königin Luise kochte“.

Bandilla lässt sich von Fontanes Worten mitreießen

Bandilla lässt sich mehr und mehr von Fontanes Worten mitreißen – ob es nun um die Herstellung eines Baumkuchens, das unappetitliche Hantieren mit Zahnstochern bei Tisch, die mäßige Güte eines Rotweins oder der politisch-kulturelle Widerstreit russischen Kaviars kontra deutschen Wein geht. Die Zuhörer schmunzeln nicht selten.

Termine: Die nächsten Fontane-Lesungen sind am 5. und 26. August sowie am 9. September um 18 Uhr in der Neuruppiner Siechenhauskapelle. Themen sind Fontanes Reisen, seine Kriminalerzählung „Quitt“ und Berlin.

Von Regine Buddeke

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