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Ostprignitz-Ruppin Alexander Fried (91) überlebte den Todesmarsch
Lokales Ostprignitz-Ruppin Alexander Fried (91) überlebte den Todesmarsch
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18:18 23.01.2017
Dorothea Woiczechowski-Fried interviewte ihren Mann Alexander Fried im Beisein von Carmen Lange (v.l.) in der Wittstocker Bibliothek.
Wittstock

Es ist mucksmäuschenstill. Von der ersten Minute an legt sich diese Ruhe wie eine Decke über den Grünen Salon in der Wittstocker Bibliothek. Denn der Geschichtsprofessor Alexander Fried berichtet vom Todesmarsch im April 1945. Dieser führte ihn damals auch für mehrere Tage in den Belower Wald.

59 Schüler aus den 10. Klassen der Polthieroberschule in Wittstock erlebten am Montag Geschichtsunterricht zum Anfassen. Zum dritten Mal organisierte die Schule ein Zeitzeugengespräch. Erstmals verlegten die Lehrkräfte um Geschichtslehrer Ronny Rieckhoff diese Veranstaltung von der Schule in die Bibliothek. „Hier ist es einfach ruhiger für diese Begegnung“, sagte Rieckhoff.

Alexander Fried ist 91 Jahre, stammt aus der Tschechoslowakei und wuchs in einer jüdisch-orthodoxen Familie auf. „Er überlebte durch mehrere Wunder die Zeit in den Konzentrationslagern“, sagte Carmen Lange zum Auftakt des Gespräches. Lange leitet die Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald. Bereits am Sonntag hatte sie Alexander Fried zum Zeitzeugengespräch vor Ort begrüßt. Bei beiden Auftritten interviewte Dorothea Woiczechowski-Fried ihren Mann.

Auch 72 Jahre nach der Zeit in den Konzentrationslagern und auf dem Todesmarsch sieht Alexander Fried damalige Details unabwendbar vor sich. Niemand in der Bibliothek kann sich diesen Schilderungen entziehen. An die Schüler appelliert er wiederholt: „Ihr jungen Menschen seid so wichtig für die Zukunft. Ihr seid verpflichtet, so zu handeln, dass sich so etwas niemals wiederholt.“

Er verlor seine Mutter in Auschwitz

Als Alexander Fried so alt war wie die Zehntklässler aus Wittstock, wurde er das erste Mal inhaftiert – wegen seiner jüdischen Wurzeln. „Der größte persönliche Einschnitt war die Zerstörung des europäischen Judentums.“ Alexander Fried verlor seine Mutter in Auschwitz, enge Jugendfreunde starben und er musste dem Sterben in den Lagern und auf dem Todesmarsch zusehen.

Wittstocker Zehntklässler hörten gespannt zu. Quelle: Christamaria Ruch

Die Wittstocker Oberschüler stellten am Ende der Begegnung viele Fragen. „Der Tagesablauf im Lager Sachsenhausen war eine Tortur. Jeder von uns war nur eine Nummer“, so Fried. Und: „Ich sah so viele Leichen, war aber seelisch abgestumpft.“

Alexander Fried erlebte am 3. Mai 1945 in Mecklenburg seine Befreiung. Er lehrte später als Geschichtsprofessor an Universitäten in Europa, Kanada und Israel.

Der Geschichtsprofessor spricht zehn Sprachen und lehrte sieben an den Universitäten. Seit einem Jahr ist er mit Dorothea Woiczechowski-Fried verheiratet und lebt mit ihr in Bayern.

Von Christamaria Ruch

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