Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Alkohol machte Mann zum brutalen Gewalttäter

Hohenofener soll Ehefrau angezündet haben Alkohol machte Mann zum brutalen Gewalttäter

Am zweiten Verhandlungstag vor dem Landgericht Neuruppin gegen Torsten R. aus Hohenofen bei Neustadt standen seine Vorstrafen im Vordergrund. Wiederholt brachte ihn der Alkohol vor den Richter. Wegen gefährlicher Körperverletzung saß er bereits im Gefängnis. Am 31. März kam es dann offenbar zur Eskalation gegenüber seiner Ehefrau.

Voriger Artikel
Premiere für Kyritzer Filme
Nächster Artikel
1800 Besucher bei Dreetzer Weihnachtsmarkt

In Handschellen wurde der Angeklagte am ersten Verhandlungstag in den Gerichtssaal geführt.

Quelle: Peter Geisler

Hohenofen. Schuld ist der Alkohol. Nicht zum ersten Mal steht Torsten R. vor Gericht, weil er sich nicht unter Kontrolle hat, wenn er zu viel getrunken hat. Doch dieses Mal hat er den Bogen überspannt: Am 31. März soll er seine Frau Michele in dem gemeinsamen Haus in Hohenofen bei Neustadt mit Benzin übergossen und angezündet haben. 3,17 Promille hatte er intus, als die Tat passierte, die der 48-Jährige am ersten Verhandlungstag als Unfall darstellte.

Seit dem 30. November muss sich der gelernte Facharbeiter für Holztechnik wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht in Neuruppin verantworten. Am Montag erteilte die Schwurgerichtskammer ihm den rechtlichen Hinweis, dass, sollte es zu einer Verurteilung kommen, statt eines versuchten Mordes auch eine gefährliche Körperverletzung in Betracht kommen könnte. Das würde einen Strafrahmen von sechs Monaten bis zehn Jahren Haft bedeuten, in einem minder schweren Fall drei Monate bis fünf Jahre. Auf versuchten Mord stehen bis zu 15 Jahre Haft.

Wie der Angeklagte berichtete, hat er seit seiner Haftentlassung im Jahre 2007 vermehrt zur Flasche gegriffen. „Das war keine Hauruckaktion. Es hat sich langsam entwickelt, erst ein paar Bier, dann kam Schnaps dazu“, sagte Torsten R. Seine tägliche Ration steigerte sich von einer Flasche Schnaps auf bis zu drei.

Doch sein Alkoholkonsum brachte ihn bereits 2004 vor Gericht. Zu dreieinhalb Jahren unter anderem wegen Hausfriedensbruchs, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und versuchter räuberischer Erpressung wurde der gebürtige Pritzwalker damals verurteilt. Um Geld für Hochprozentiges zu bekommen, war der Angeklagte in die Wohnung eines ihm bekannten Mannes in Meyenburg eingedrungen und hatte von diesem 100 Euro gefordert. Da der Mann kein Geld hatte, wurde er von Torsten R. verprügelt, der zudem auch noch die Wohnung demolierte. Die von Nachbarn zu Hilfe gerufenen Polizeibeamten attackierte Torsten R. mit einer Holzlatte. Er konnte erst mit Pfefferspray außer Gefecht gesetzt werden. Dafür saß Torsten R. bis 2007 hinter Gittern.

Den Job verloren

Danach war er seinen Job als Schädlingsbekämpfer in Meyenburg los, er griff immer häufiger zur Flasche. 2010 unterzog er sich erstmalig einer Alkoholtherapie, zu der ihn seine damalige Bewährungshelferin gebracht hatte. Bei der Nachbehandlung in Neuruppin lernte er seine Frau kennen, 2011 zogen beide nach Hohenofen. Regelmäßig kam es zu teilweise handfesten Ehestreitigkeiten, in deren Verlauf die Frau auch schon mal die Polizei rief.

Von wiederholten Einsätzen war Torsten R. den Beamten bekannt durch sein aggressives Verhalten, das auch vor der Staatsgewalt keinen Halt machte. In der Vergangenheit hat er Beamte mit Axt und Pistole bedroht, sie unter anderem als „Bullenschweine“ beschimpft und gedroht, sie „umzulegen“. Bei allen polizeibekannten Aktionen hatte Torsten R. immer über zwei Promille Alkohol im Blut.

Als „aufgeregt aggressiv“ beschrieb auch Polizeibeamter Thomas S., der als Erster am 31. März in Hohenofen eintraf, die damalige Grundstimmung des Angeklagten. Seine Gereiztheit kam deutlich beim Notruf heraus, als Torsten R. telefonisch den Notarzt anforderte. Sie hätten gegrillt, dabei habe seine Frau sich das Gesicht verbrannt, erklärte er den Grund seines Anrufs. Als die Gegenseite ihm nicht schnell genug reagierte, wurde er ausfallend: „Wenn meine Frau hier draufgeht, mache ich euch platt.“

Am Montag sollte noch ein Zeuge gehört werden, der nicht erschien. Gericht und Staatsanwaltschaft können auf seine Aussage verzichten, der Verteidiger nicht. Er beantragte auch noch, weitere Zeugen zu laden wie die Notärztin. Darüber muss das Gericht entscheiden. Das plant, am Montag, 21. Dezember, ein Urteil zu verkünden.

Von Dagmar Simons

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg