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Rohrlack Alle Register gezogen

Mit einem Festgottesdienst hat Rohrlack am Sonnabend seine Orgel wieder eingeweiht. Das Instrument war im Jahre 1988 stark beschädigt worden, als der Turm ins Kirchenschiff krachte. 28 Jahre später ist das Instrument wieder spielbar und hat nichts von seinem Wohlklang verloren.

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Der Neuruppiner Kantor Matthias Noack zog in Rohrlack alle Register.

Quelle: Cornelia Felsch

Rohrlack. Sie ist etwas ganz Besonderes, die neue Rohrlacker Orgel – ein Mix aus alten und neuen Teilen. Und wer dem Patchwork-Bauwerk nicht traut, der konnte am Sonnabend erleben, wie munter Neuruppins Kantor Matthias Noack in dem Festgottesdienst zu Ehren der neuen alten Orgel die Pfeifen erklingen ließ. Natürlich – wie kann es anders sein – mit einem Werk von Johann Sebastian Bach. Die Kirche war gefüllt wie lange nicht mehr: Rund 80 Besucher wollten diesen besonderen Gottesdienst miterleben.

Als 1988 wegen Einsturzgefahr der Kirchturm abgebaut wurde, war das auch das Ende der historischen Orgel. Denn während der Arbeiten fiel der Turm durch das Dach des Kirchenschiffs, riss im Innenraum einen Teil der Empore herunter, zertrümmerte die Bank­reihen – und die Orgel.

Teile des Instruments wurden ins Pfarrhaus nach Wildberg gebracht und dort gelagert. 2009 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen. Anlass war eine Schenkung der Berliner Gemeinde Stäubchensee. Sie verschenkten ihre Orgel als Ersatzteilspender, so dass die Rohrlacker Orgel nun mit Berliner Spieltisch und Register funktioniert, allerdings nicht mehr mechanisch, sondern elektrisch. Die meisten Pfeifen stammen aber noch aus der romantischen Rohrlack-Orgel, so dass deren weicher Klang auch heute noch hörbar ist.

Wie wichtig die Musik für das menschliche Wohlbefinden sein kann, daran erinnerte Pfarrer Martin Meyer auch in seiner Predigt. Er erzählte von David, der für König Saul die Harfe spielt und damit die bösen Geister vertreibt.

Das wäre auch Matthias Noack gelungen mit seinen fröhlichen Improvisationen zu „Geh aus mein Herz und suche Freud“, die er am Sonnabend auf der neuen Rohrlacker Orgel zu Gehör brachte. Sie stammen von dem Organisten Gottfried Fischer, der von 1974 bis 1997 Dozent an der Kirchenmusikschule in Dresden war, die auch der Neuruppiner Kantor besuchte.

Die Gemeinde sang das Lied von Paul Gerhardt, und Matthias Noack demonstrierte bei jeder Strophe, welche Möglichkeiten in der kleinen Orgel stecken. Und so, wie das Lied über 15 Verse verfügt, erfuhren die Zuhörer auch, wie vielfältig die Möglichkeiten dieses Instruments sind.

Er ließ die Achtfuß-Flöte erklingen und die Vierfuß-Variante, variierte die Manuale und zog schließlich alle Register – Tutti. Die Füße bemühten sich um die tiefen Töne die rechte Hand sprang fröhlich über die Tasten.

Für Abwechslung und musikalischen Genuss sorgte aber nicht nur der Kantor an der Orgel, sondern auch die beiden Instrumentalisten an der Klarinette (Hans-Ulrich Fehlmann) und am Klavier (Martin Jacobi) mit Werken von Johannes Brahms, Felix Mendelssohn Bartholdy und Richard Wagner.

Von Cornelia Felsch

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