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Ostprignitz-Ruppin Alle zwei Wochen wird in der Heide gesprengt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Alle zwei Wochen wird in der Heide gesprengt
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02:15 05.11.2017
Klein, aber tödlich: eine Kugelbombe in der Heide.
Neuruppin

Weil sich auf einer rund 1100 Hektar großen Verdachtsfläche in der Kyritz-Ruppiner Heide viel mehr sogenannte Streuwaffen wie Kugelbomben befinden als selbst Experten erwartet haben, sind seit Oktober drei Fachfirmen mit etwa 50 Mitarbeitern im Einsatz. Begonnen hatte die gefährliche Arbeit im Mai mit einem Unternehmen. Grund für die Verstärkung: Die Fläche soll so schnell wie möglich von der hochexplosiven Munition befreit werden. Das ist notwendig, weil es diese Waffen eigentlich gar nicht mehr in Deutschland geben dürfte. Denn Streuwaffen sind international geächtet.

Zwei von drei Firmen dürfen weiter machen

Auch Deutschland ist 2009 einer Charta der Vereinten Nationen beigetreten, wonach bis 2020 alle Streuwaffen auf dem jeweiligen Staatsterritorium vernichtet sein sollen. Ob Deutschland diesen Zeitplan einhalten kann, hängt davon ab, wie schnell die Munitionssucher in der Kyritz-Ruppiner Heide sind. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), die seit 2011 Eigentümerin der 12 200 Hektar großen Heide ist, will deshalb Anfang Dezember entscheiden, welche zwei der drei Kampfmittelräumfirmen die Verdachtsfläche weiter absuchen dürfen. Ausschlaggebend für die Entscheidung ist nicht allein, wie schnell die Experten das Areal, das in 50 mal 50 Meter große Bereiche aufgeteilt wurde, absuchen. Vielmehr geht es auch um die Gründlichkeit. Dabei hilft eine Sonde, die Metall bis in eine Tiefe von etwa 20 Zentimetern anzeigt, sagte am Donnerstag Bundesförster Rainer Entrup, der für die Bima für die Heide zuständig ist. Der Experte spricht von einer „qualifizierten Oberflächenbeseitigung“. Demnach ist eine Suche in größerer Tiefe nicht notwendig. „Streuwaffen sind relativ leicht. Sie dringen nicht tief in den Boden ein.“

Seit Mai 400 Streuwaffen in der Heide gefunden

Gleichwohl sind Entrup sowie Feuerwerker Daniel Seidel überrascht, wie viele Streuwaffen es in der Heide gibt. Seit Beginn der Suche wurden bereits 400 Exemplare dieser hoch explosiven Munition gefunden. Der tödliche Radius einer nur tennisballgroßen Kugelbombe – jede enthält gut 100 Stahlkugeln sowie 100 Gramm Sprengstoff – liegt bei knapp 100 Metern. Denn bei ihrer Explosion durchschlagen die Stahlkugeln mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1200 Metern je Sekunde alles, was in ihrer Nähe ist. Deshalb kommt der Kampfmittelräumdienst der Polizei alle zwei Wochen in die Heide zum Sprengen. Denn die Mitarbeiter der Bima und der Räumfirmen dürfen die Funde lediglich sichern und müssen sie dokumentieren, sprengen darf sie allein der Kampfmittelräumdienst. So sieht es das Landesgesetz vor.

Kosten liegen schon fast bei einer halben Million Euro

Zu den Funden auf der Heide-Verdachtsfläche gehören nicht allein Streuwaffen, von denen inzwischen neun verschiedene Arten gefunden wurden. „Es gibt jede Menge Splitter, jede Menge Schrott und viele Teile von Zielattrappen“, sagte Gerd Fleischhauer vom Kampfmittelräumdienst. Mit den Attrappen probte die sowjetische Armee in der Heide mit ihren Verbündeten bis Anfang der 1990er Jahre Kriegseinsätze. Die bisherigen Arbeiten auf der Verdachtsfläche haben fast eine halbe Million Euro gekostet.

Von Andreas Vogel

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