Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Alles, aber nicht steinhart
Lokales Ostprignitz-Ruppin Alles, aber nicht steinhart
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 27.10.2013
Die neuen Ziegel sollen nun wirklich wetterfest sein. Quelle: André Reichel
Anzeige
Kyritz

Rund 650.000 Euro hatte man in den Jahren 2008 und 2009 investiert. Etwa 200 Meter des Bauwerks wurden aus jahrzehntelangen Schräglage aufgerichtet und ausgebessert. Etwa 30.000 neue Ziegel im altertümlichen Klosterformat kamen zum Einsatz. Und genau die sind es, deretwegen jetzt erneut Handwerker anrücken mussten. Seit einer Woche sind sie dabei, die gerade eben errichtete Abdeckung der Mauerkrone wieder zu entfernen. Die dafür verwendeten, vor wenigen Jahren neu gebrannten Ziegel hatten sich als deutlich weniger haltbar erwiesen als ihre ungefähr 700 Jahre alten Vorgänger. Sie fingen bereits jetzt an, brüchig zu werden. Der vor vier Jahren tätigen Baufirma war selbst aufgefallen, dass mit dem Material etwas nicht stimmte.

Für die Stadt Kyritz war dieser Umstand sozusagen ein Glücksfall: Der Fehler wurde noch innerhalb der Gewährleistungsfrist offenbar. Für den Schaden haftet nun der Hersteller des Materials. Und dieser Schaden hat es in sich: Schließlich sind nicht nur die Ersatzziegel zu bezahlen, sondern auch die vielen Stunden, die Handwerker nun zur Ausbesserung brauchen. Schätzungsweise noch zwei Monate Bauzeit sind veranschlagt - soweit das Wetter mitspielt.

Die Kyritzer Stadtmauer

  • Errichtet im 13. und 14. Jahrhundert, war die Stadtmauer Teil einer Befestigungsanlage, die zusätzlich einen doppelten Wall und drei Stadttore umfasste.
  •  Bis Mitte des 18. Jahrhunderts wurden die Wallanlagen eingeebnet. Auch die Stadttore verschwanden.
  •  Rund zwei Drittel der Stadtmauer blieben bis heute erhalten. Große Teile davon wurden seit 2003 in zwei Bauabschnitten repariert und gesichert. Aktuell laufen die Arbeiten am dritten und letzten Bauabschnitt im Bereich Klosterviertel und Weberstraße.

Die Mitarbeiter des Potsdamer Spezialisten für Baudenkmale verbauen jetzt Material einer anderen Ziegelei und sind zuversichtlich, dass die Qualität der Steine diesmal stimmt. Die oberste Ziegelschicht muss nämlich das Regenwasser daran hindern, in das Mauerwerk einzudringen, und ist eben deshalb in besonderem Maße der Witterung ausgesetzt. Im Zuge der Reparatur wird auch eine zusätzliche Isolation eingebaut. Die entspricht zwar nicht dem historischen Vorbild, soll aber dafür sorgen, dass das Baudenkmal noch lange erhalten bleibt.

Kommentar: Kein Klacks

Ja, ja, der Pfusch am Bau. Im Falle ihrer Stadtmauer können sich die Kyritzer noch glücklich schätzen, dass sich die Verantwortung rechtzeitig und eindeutig zuordnen ließ. Die aktuelle Nachbesserung dürfte jedenfalls kein billiger Spaß sein. Ein Nachgeschmack bleibt trotzdem. Dem Uninformierten könnte sich schließlich mal wieder die Frage stellen: „Was treiben die da eigentlich?“ Der bisherige Aufwand für die Stadtmauer ist schließlich noch in recht guter Erinnerung. Da kann man inzwischen guten Gewissens von Millionen reden. Und all das für ein Bauwerk, das in der Stadt seit Jahrhunderten keine praktische Funktion mehr erfüllt? Auch wenn die Verursacher des Fehlers nicht in Kyritz sitzen, setzt sich mit so etwas ganz schnell der „teure Pfusch“ für ein „Prestigeobjekt“ in den Köpfen fest. Dabei wären andere Fragen viel wichtiger. Zum Beispiel: Was ist Kyritz heute? Zu einem ganz großen Teil gewiss das Ergebnis seiner jahrhundertealten Vergangenheit und eben nicht nur eine Ansammlung von Behausungen.

Von Alexander Beckmann

Ostprignitz-Ruppin Einwohner lehnen Bau neuer Anlagen ab - Widerstand gegen weitere Windräder

Die Standorte für Windkraftanlagen im geltenden Regionalplan "Windeignungsgebiete" sind im Bereich Wittstock ausgereizt. Trotzdem sicherten sich Landaufkäufer bei Bauern und Grundstückseigentümern mit Vorverträgen schon Flächen in der Erwartung, dass diese im neuen Regionalplan als Windeignungsgebiete ausgewiesen werden.

27.10.2013
Ostprignitz-Ruppin Die Laubentsorgung handhaben Kommunen ganz unterschiedlich - Jede Menge "Blattgold"

Der Herbst ist teuer. Die Beseitigung des Laubes kostet die Kommunen viel Geld. Allein in Wittstock saugte die Kehrmaschine in der vergangenen Woche massenhaft Blätter von der Straße. Das ist nicht ganz billig: Die Entsorgung eines jeden Containers kostet 320 Euro. Dennoch sollten die Anwohner fleißig harken, bittet die Kommune.

27.10.2013
Ostprignitz-Ruppin Kontaktstelle klärt in Wittstock über Krankheit auf - Lebensbegleiter Parkinson

Die Mitglieder der Wittstocker Parkinson-Kontaktstelle treffen sich einmal monatlich in den Räumen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in der Marktstraße. Seit einem Jahr gibt es die Zusammenkünfte für Betroffene und Angehörige. Langfristig soll die Kontaktstelle in einer Selbsthilfegruppe aufgehen.

27.10.2013
Anzeige