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Als Grenzgänger auf Naturerkundung

Wittstocker bestehen Naturführerprüfung Als Grenzgänger auf Naturerkundung

Wie viel die Wälder, Seen und Bäche im Norden Wittstocks für Touristen zu bieten haben, zeigten Jürgen Paul und Günter Lutz am Mittwoch. Während ihrer Prüfung zum Naturführer waren sie auf Routen entlang der Grenze zu Mecklenburg unterwegs. Dabei zeigten sie den Prüfern, wie viel Potenzial in der Region für den Naturtourismus liegt.

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Die Mühlentour von Günter Lutz (2. v. r.) führte auch an der Badestelle von Kuhlmühle vorbei. Laut Schild sollte beim Baden auf Seife verzichtet werden.

Quelle: Christian Bark

Ichlim. Für Silke Oldorff und ihren Kollegen Mario Schrumpf vom Naturpark Stechlin-Ruppiner Land sind diese Tage eine willkommene Abwechselung. Insgesamt 14 angehenden Natur- und Landschaftsführern aus Nordbrandenburg nehmen sie derzeit die praktische Prüfung ab. „Endlich mal weg vom Schreibtisch, raus in die Natur“, freut sich Schrumpf.

An diesem Mittwoch wollen die beiden Wittstocker Jürgen Paul und Günter Lutz den Prüfern zeigen, was sie in den vergangenen Wochen für Naturtouristen ausgearbeitet haben. Ausgangspunkt ist das Seehotel Ichlim. Von hier beginnt Jürgen Pauls „Grenzgängertour zwischen Preußen und Mecklenburg“.

Die Wassergrundstücke am Langhagensee in Sewekow gehören schon zu Mecklenburg

Die Wassergrundstücke am Langhagensee in Sewekow gehören schon zu Mecklenburg. Die Uferbereiche noch zu Brandenburg, zeigt Jürgen Paul.

Quelle: Christian Bark

Obwohl Paul als Vorsitzender des Tourismusvereins Wittstocker Land über reichlich Erfahrung und Redefluss verfügt, ist er trotzdem ein wenig aufgeregt. „Lampenfieber gehört dazu“, lächelt er. Insgesamt fünf Kilometer führt die Tour um den Langhagensee. Entlang der Strecke berichtet Paul allerhand Historisches. Zum Beispiel über die Jahrhunderte währenden Konflikte zwischen Mecklenburgern und Brandenburgern.

Am Klingenbach passiert Paul mit der Gruppe die Grenze ins Brandenburgische hinein. „Wasser war immer ein Streitpunkt zwischen den Nachbarn", erklärt er. Hatte der eine zuviel, regte sich der andere auf und umgekehrt. Deshalb sei 1886 ein Staatsvertrag zwischen den Streitparteien abgeschlossen worden, der den Wasserabfluss von der Elde Richtung Havel regelte. Auch vom Schmuggelverkehr über die grüne Grenze berichtet Paul. Zwischendurch geht der angehende Naturführer immer wieder auf Pflanzen und Tierwelt ein. Gezielt fragen Schrumpf und Oldorff nach. „Auch Naturführer können nicht alles wissen“, erklärt Schrumpf. Dann sollte man nur so ehrlich sein, und das zugeben, rät er und lobt in diesem Zusammenhang Jürgen Pauls Versprechen, Informationen nachliefern zu wollen.

Wandertour soll gute zwei Stunden dauern

In Sewekow macht Paul die heutige Grenzlage am Beispiel der Bootshäuser und Datschen deutlich. „Die Gebäude auf Stegen im See stehen in Mecklenburg“, sagt er. Die Uferzone gehöre allerdings zu Brandenburg. Im Sauseschritt geht es für die Gruppe zurück nach Ichlim. Die Prüfer müssen nach Günther Lutz noch einen weiteren Naturführer nahe Neuruppin begleiten, darum ist ihre Zeit bemessen. In einer guten Mecklenburger Stunde ist Paul mit seiner Tour durch. „Die Mecklenburger Stunde ist wie die Mecklenburger Meile flexibel“, witzelt er. Mit seinen Touristen will er den Weg aber künftig gemütlich in gut zwei Stunden zurücklegen.

Die alte Walkmühle in Dranse ist schon über 300 Jahre alt

Die alte Walkmühle in Dranse ist schon über 300 Jahre alt. Zum jährlichen Mühlenfest kommen hunderte Besucher.

Quelle: Christian Bark

Ambitionierter ist die „Mühlentour“ von Günter Lutz. Sie führt 18 Kilometer über Dranse, Kuhlmühle, Berlinchen zurück nach Ichlim. Eigentlich will der begeisterte Fahrradtouristenführer die Strecke mit dem Rad zurücklegen, aus Zeitgründen muss er jedoch aufs Auto umsteigen.

Neben der Biberbrücke am Mönchsbach verläuft ein Tunnel für Fischotter und Biber

Neben der Biberbrücke am Mönchsbach verläuft ein Tunnel für Fischotter und Biber.

Quelle: Christian Bark

„Mit dem Rad solltet Ihr immer genug zu Trinken mithaben“, empfiehlt Lutz. Denn Einkaufsmöglichkeiten entlang der Tour seien rar. Gutes Wasser gebe es aber zur Not auf den Friedhöfen. Immer wieder macht Lutz am Wegesrand Halt, zeigt einen Ottertunnel, Infokarten der Tour de Brandenburg und erklärt, wie die Landschaft entstanden ist. In Kuhlmühle berichtet er über die Geschichte des Ortes als Erholungsdomizil und dessen heutige Nutzung durch eine alternative Lebensgemeinschaft. Auch zeigt Lutz die herrliche Umgebung der nahe gelegenen Walkmühle.

„Die Touren haben großen Spaß gemacht“, loben die Naturparkmitarbeiter und gratulieren zur bestandenen Prüfung. „Die habe ich in erster Linie für mich selbst gemacht“, sagt Günter Lutz und freut sich über sein erworbenes Wissen über die Naturlandschaft.

Von Christian Bark

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