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Als Napoleon inkognito Wittstock besuchte

Alt Daber Als Napoleon inkognito Wittstock besuchte

Der französische Kaiser steht 1813 mit 140 000 Mann an der Elbe. Bis er auch Wittstock beschießt, ist nur eine Frage der Zeit. In der Dossestadt ist man beunruhigt – diese Furcht machen sich zwei Wittstocker zunutze und starten eine Gaunerkomödie. Für das Theaterstück aus der Feder des Historikers Wolfgang Dost proben derzeit zehn Akteure jede Woche – am 8. Juli ist Premiere.

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Zehn Akteure aus Wittstock und Heiligengrabe stellen zum Teil reale Personen aus der Stadtgeschichte dar.

Quelle: Christian Bark

Alt Daber. Einmal in der Woche schnuppern zehn Wittstocker und Heiligengraber im Pavillon der Daberburg in Alt Daber Theaterluft. Als Laiendarsteller sind sie Teil der von Historiker Wolfgang Dost zusammengetrommelten Theatertruppe, die dessen Stück „Bonaparte bedroht Wittstock“ auf die Bühne bringen wollen.

Wolfgang Dost (l) führt Regie

Wolfgang Dost (l.) führt Regie.

Quelle: Christian Bark

„Das Stück ist schon vor zwölf Jahren entstanden“, blickt Wolfgang Dost zurück. Es sei Teil einer Reihe historischer Bühnenspiele, die alle einen Bezug zur Region und Heimatgeschichte hätten. Ausgangspunkt für „Bonaparte bedroht Wittstock“ war für Wolfgang Dost das 1813 vor der Völkerschlacht von Leipzig durch die Prignitz geisternde Gerücht, der französische Kaiser Napoleon Bonaparte wolle mit 140 000 Soldaten die Elbe bei Lenzen überschreiten und durch die Region marschieren. „Es lag auf der Hand, dass der Kaiser auch an Wittstock nicht vorbeikommen und sich zuvor inkognito ein Bild von der Stadt und ihrer Verteidigung machen würde“, schildert der Historiker seine weitere Idee für das Stück. Bereits 2005 war die Geschichte im Amtshof der Alten Bischofsburg auf die Bühne gebracht worden. Damals wie heute verkörperte der Wittstocker Reinhard Göhler den Napoleon. „Es macht Spaß, nach Feierabend in eine Rolle zu schlüpfen“, sagt er. Textlernen gehöre natürlich auch dazu. „Die Betonungen übe ich immer bei meinen Autofahrten“, berichtet Göhler, der für die Wirtschaftsförderung Brandenburg tätig ist und viel in der Region unterwegs ist.

Reinhard Göhler wird im Stück zwar in Uniform und Zweispitz auftreten, nicht aber den echten Napoleon spielen. In Wirklichkeit stellt er den Wittstocker Hans Menzel dar, der seinerzeit durch das Zutun des Stadtsekretärs Meyer aus der Stadt gejagt worden war – dafür will er sich nun rächen und die Stadtväter durch ein betrügerisches Komödienspiel um das Geld bringen, das seine Familie damals verloren hatte.

Reinhard Göhler (r) lässt sich vom „schnellsten Friseur Europas“ frisieren

Reinhard Göhler (r.) lässt sich vom „schnellsten Friseur Europas“ frisieren.

Quelle: Christian Bark

Im Stück finden sich Figuren wieder, die tatsächlich in der Wittstocker Geschichte eine Rolle gespielt hatten – wenn auch nicht in der napoleonischen Zeit. Zum Beispiel der Barbier Schäfer – „Der schnellste Friseur Europas“, fügt Wolfgang Dost hinzu. Auch die „Tarnowsche“, die in einer der insgesamt 14 Szenen dem Stadtsekretär aus der Glaskugel über die Zukunft – mit kleinem Verweis auf die Landesgartenschau 2019 – liest. Das Stück soll laut Wolfgang Dost 45 Minuten dauern und für so manchen „Lacher sorgen“.

Die Aufführung findet am Samstag, 8. Juli, um 19 Uhr im Pavillon der Daberburg statt. Ab heute gibt es Karten in der Touristinformation im Vorverkauf für sechs Euro. An der Abendkasse kosten sie acht Euro. Jugendliche zahlen die Hälfte.

Von Christian Bark

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