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Als das Schloss noch ein Sanatorium war

Rheinsberg Als das Schloss noch ein Sanatorium war

1982 war Barbara Metselaar Berthold nur wenige Tage in Rheinsberg. Dennoch hat die Berliner Fotografin viele Aufnahmen der Stadt gemacht, die als Dokumente einer vergangenen Ära und als Kunstwerke gelten. Das Tucholskymuseum zeigt jetzt diese Bilder – aber auch andere Aufnahmen des Lebens in Ostdeutschland.

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Bettenburg im Schloss: Barbara Metselaar Berthold zeigt jetzt ihre Fotografien ebenfalls in dem historischen Gebäude.

Quelle: Celina Aniol

Rheinsberg. Das Waschbecken – in der Ausführung einfach, aber funktionell – ist direkt an der historischen Holzvertäfelung mit dem kunstvollen Blumenmuster befestigt. „Mensch, das haben sie einfach so draufgepappt“, sagt Peter Böthig beim Betrachten der Schwarz-Weiß-Fotografie. „Man vergisst so schnell, wie es hier mal ausgesehen hat.“ Der Leiter des Rheinsberger Literaturmuseums baut gerade die neue Ausstellung mit den Bildern der Berliner Fotografin Barbara Metselaar Berthold auf. Einige Aufnahmen der Schau zeigen das Schloss im Jahr 1982, als es noch ein Sanatorium war.

Die Künstlerin begleitete damals den Dokumentarfilmer Volker Koepp, der den später ausgezeichneten Film „In Rheinsberg“ drehte. „Ich war damals nur einen oder zwei Tage hier“, sagt die Fotografin, die bei dem Film aber auch als Statistin in der Spiegelsaal-Szene auftritt. Seitdem sei sie erst jetzt wieder in der Stadt gewesen. „Rheinsberg war für mich eine verschüttete Erinnerung.“ An die Tage in der Stadt erinnert sie sich dennoch gern. „Dieser Kontrast zwischen dem Atomkraftwerk und dem DDR-Verfall mit den Menschen, die leise schimpfend vor sich hermachten, der war faszinierend.“ Umso schöner war für sie die Entwicklung des Schlosses – viel mehr hat die Fotografin noch nicht gesehen – zu erleben: Allein der helle Sand vor diesem Haus habe die Stimmung ganz verändert. „Das Licht reflektiert dort jetzt ganz anders.“

Doch nicht nur Rheinsberg wird bei ihrer Rheinsberger Schau „Land/läufig“ Thema sein. Stattdessen: das Leben in Ostdeutschland – auf der Straße, im Café, bei einem der wilden Szene-Feste im Prenzlauer Berg oder durch eine Glasscheibe betrachtet, die Tristesse und der trotzig verlorene Augenaufschlag dazu in Dutzendenden Variationen. Mal als Grossinstallation, mal als eine kleine Serie.

Die Ausstellung im Literaturmuseum wird am Sonnabend, 11. März, um 11 Uhr eröffnet.

Von Celina Aniol

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