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Ostprignitz-Ruppin Als das „Schloss“ noch eine Schule war
Lokales Ostprignitz-Ruppin Als das „Schloss“ noch eine Schule war
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00:17 02.10.2016
Das privat bewohnte Gutshaus ist kein Haus der verschlossenen Türen für die Nackeler. Quelle: Wolfgang Hörmann
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Nackel

Das Zeitungsbild in der MAZ vom 17. Juni 1997 hat Symbolcharakter: Ein Mann geht eine große Freitreppe hinunter, den Blick gesenkt. Die Sommerjacke hängt lose auf der Aktentasche in seiner Hand. Der Mann ist Eckhard Benn, die Treppe gehört zum ­Nackeler Gutshaus, erbaut im Jahr 1910, wie üblich im Ruppiner Land auch „Schloss“ genannt. Es beherbergt die Nackeler Schule. Benn ist hier seit 1963 Lehrer und ihr letzter Direktor.

In zwei Tagen wird es hier letztmalig Zeugnisse und Sommerferien geben. Danach ist Schluss. Eine Tradition, die seit 1815 in Nackel bestand, ist zu Ende. In „ihrer“ Dorfschule lernten ­Generationen aus der näheren Nachbarschaft, aber auch aus Läsikow, Segeletz, Barsikow und Wutzetz.

350 Schüler im „Schloss“

Bis zum März 1953 geschah das noch an zwei Standorten, etwa einen Kilometer voneinander entfernt und im Schichtunterricht. Damit war es endlich vorbei, als 350 Schüler das „Schloss“ tagsüber mit Leben erfüllten.

Die Schul­landschaft des Kreises Kyritz hatte eine neue Adresse. Über die ­folgenden Jahre zeichnete sich ab, dass ein ewiges Festhalten am Standort immer schwieriger werden würde. Das ­Vorhaben, aus der bisherigen 8-Klassen-Schule eine Polytechnische Oberschule mit 10 Klassen zu entwickeln, erwies sich als zu anspruchsvoll. Die Schülerzahlen sanken. In den 60er Jahren lagen sie bei etwa 200.

Ein wichtiger Teil der Infrastruktur brach weg

Jetzt, im Juni 1997, unterrichteten Eckhard Benn und seine Kollegen nur noch 82. Das rechtfertigte keine Selbstständigkeit mehr. Im Jahr davor hatte es ganze zehn Erstklässler gegeben, eingeschult nur noch mit Sondergenehmigung vom Schulamt. Obwohl die Schließung lange bekannt war, ging sie den Nackelern an die Nieren. Mit der eigenen Schule schloss ja auch ein kulturelles Zentrum, ein wichtiger Teil der Infrastruktur brach weg. Unwiederbringlich? Ja und Nein!

Zwar waren in der Schule die Lichter endgültig ausgegangen, Nackel verlor nach einer Gebietsreform seine Eigenständigkeit auch als Gemeinde, doch zeigte sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten, dass sich auch als Ortsteil der Großgemeinde Wusterhausen und mit sehr viel Eigeninitiative selbst gesteckte Ziele erreichen lassen.

Gut besuchte Kindertagesstätte „Parkspatzen“

Das einstige Gutshaus derer von Hagen, die gut besuchte Kindertagesstätte „Parkspatzen“, die freiwillige Feuerwehr und der Motorradklub Nackel/Walsleben kommen als unmittelbare Nachbarn gut miteinander aus. Voraussetzungen dafür waren ziemlich aufwendige Neu- und Umbauvorhaben für Wehr, Kita und Klub, rastlos angekurbelt von Ortsvorsteher Albrecht Gottschalk. Der findet toll, wie sich die jetzigen Schlossbewohner – eine vierköpfige Familie aus Berlin – in das Dorfleben integriert haben. Die Hausherren machen es möglich, dass die Parkfeste und Osterfeuer weiterhin wie bisher stattfinden können, bieten die Empfangshalle ihres Zuhauses für die ­Adventsfeiern der Kirchengemeinde an und unterstützen das Dorf auch anderweitig, wenn es nötig ist. Erinnerungen an die Schule bleiben natürlich. Auch Hannelore Gottschalk hat sie besucht. Jetzt ist die Chronik bei ihr in guten Händen.

Von Wolfgang Hörmann

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