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Alt Ruppin fordert feste Blitzer an der B 167

Kreis soll Tempo-30-Regel auf der Bundesstraße besser überwachen Alt Ruppin fordert feste Blitzer an der B 167

Jahrelang haben die Anwohner der B 167 in Alt Ruppin für ein generelles Tempolimit gekämpft. Seit zwei Wochen gilt Tempo 30 im gesamten Ort als Schutz vor dem enormen Verkehrslärm. Ortsvorsteherin Heidemarie Ahlers fürchtet, dass sich Lastwagen kaum daran halten, wenn sie wissen, dass sie fürs Zuschnellfahren nicht bestraft werden.

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Sogar für herkömmliche Starkästen fehlt das Geld.

Quelle: Peter Geisler

Alt Ruppin/Wildberg . Das Tempolimit ist eine tolle Sache. Alt Ruppins Ortsvorsteherin Heidemarie Ahlers ist froh, dass der Landkreis endlich nachgegeben hat. Seit zwei Wochen gilt auf der gesamten Bundesstraße in Alt Ruppin eine Obergrenze von 30 Kilometern pro Stunde – für alle Fahrzeuge, tags wie nachts. Jahrelang hatten die Anwohner dafür gekämpft. Jetzt hat der Landkreis nachgegeben und auf Bitten der Stadt neue Schilder aufstellen lassen.

Richtig zufrieden ist Heidemarie Ahlers trotzdem nicht. Ein Tempolimit muss auch überwacht werden, sagt sie: „Sie glauben doch nicht etwa, dass sich die Autofahrer einfach so an das Tempolimit halten.“ Ein Blitzer soll her. Bei seiner nächsten Beratung will der Ortsbeirat das beschließen.

Nur ein Starkasten könnte dafür sorgen, dass sich auch alle an die Tempo-30-Grenze halten, fürchtet Ortsvorsteherin Ahlers. Vor ein paar Tagen hat sie sich die Zeit genommen und die Autos eine Weile beobachtet. „Viele Pkw-Fahrer treten auf die Bremse, wenn sie die Schilder sehen.“ Die meisten Lastwagen würden das Tempolimit aber ignorieren.

Einen Blitzer kann der Ortsbeirat zwar fordern – aufstellen darf er ihn aber nicht. Dazu wäre nur der Landkreis berechtigt. Dessen Ordnungsamtsleiter Mathias Wittmoser kann die Alt Ruppiner zwar gut verstehen. Trotzdem macht er ihnen wenig Hoffnung. „In unserer Finanzplanung haben wir dafür kein Geld vorgesehen“, sagt er. Nur für Metzelthin und Heiligengrabe sind neue Blitzer eingeplant.

Die Geräte sind nicht gerade billig. 2012 hatte der Landkreis in Bechlin einen Blitzer an der B 167 neu aufbauen lassen. Gut 60 000 Euro hat das Gerät gekostet. Im Haushalt des Landkreises ist eine solche Summe aber nicht eingeplant. Nicht für Alt Ruppin. Weder für dieses Jahr noch für 2016, sagt Amtsleiter Wittmoser: „Und auch in der weiteren Vorausschau kann ich da wenig Hoffnung machen.“ Die Alt Ruppiner müssen vorerst also damit leben, dass es bei ihnen allenfalls hin und wieder Radarkontrollen gibt, nicht aber jeden Tag rund um die Uhr.

Trotzdem haben sie bekommen, wovon die Anwohner der B 167 in anderen Orten nur träumen können. „Wenn es die Alt Ruppiner geschafft haben, dann werden wir bei uns wohl auch eine Tempo-30-Zone erreichen“, sagt Wildbergs Ortsvorsteher Ulrich Jaap. Genau wie Alt Ruppin leidet Wildberg seit Jahren unter dem zunehmenden Verkehr auf der B 167. Vor allem die großen Laster, die vermutlich vor allem durch die kleinen Dörfer brettern, um die Maut auf der Autobahn zu umgehen, machen den Wildbergern zu schaffen. Seitdem diese nachts aber nur noch mit 30 Kilometern pro Stunde durch den Ort fahren dürfen, ist es immerhin zur Schlafenszeit in dem Dorf wieder erträglich geworden, sagt Jaap. „Die Regelung könnte ruhig für alle gelten und zu jeder Tageszeit“, findet er. „Dann würden die Autos endlich zumindest mit Tempo 50 durch Wildberg fahren, wie sie es jetzt eigentlich schon müssten, was die wenigsten aber wirklich tun.“ Im Moment sei das Thema zwar etwas untergegangen, weil sich wegen der gesperrten Straße hinter dem Ort über ein Jahr lang kaum Autos nach Wildberg verirrten. Jaap will das jetzt aber wieder aufgreifen.

Anders als in Alt Ruppin sieht das Straßenverkehrsamt des Kreises in Wildberg aber wenig Chancen für ein generelles Tempolimit, ebenso in den anderen Orten entlang der B 167. „Das steht für uns derzeit nicht an“, sagt Amtsleiter Wittmoser. In Alt Ruppin habe das Amt den Lautstärkepegel aufgrund des Lärmaktionsplanes noch einmal berechnet, den die Neuruppiner Stadtverordneten 2014 beschlossen hatten. Für andere Orte gilt dieser Plan nicht. Wittmoser zweifelt auch, dass der Lärm dort ähnlich groß ist.

Von Reyk Grunow

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