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Alte Eisen in Fehrbellin

Liebhaber historischer Motorräder präsentieren Sammlerstücke Alte Eisen in Fehrbellin

Sie sind echte Raritäten: In Deutschland gibt es nur noch wenige Motorräder der Marke „Victoria“. Eines davon steht in einer Garage in Dreetz. Es war am Sonnabend auf dem Alteisen-Treffen in Fehrbellin zu sehen.

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Norbert Benkendorf brachte seine „Victoria“ mit zum Oldtimertreffen in Fehrbellin.

Quelle: Frauke Herweg

Fehrbellin. Bevor Norbert Benkendorf zu sehen ist, ist er zu hören. Tief und rau dröhnt der Motor seiner „Victoria“. 51, vielleicht 52, der seltenen „Victoria“-Motorräder soll es in Deutschland noch geben. Als Benkendorf am Sonnabend mit seinem grau lackierten Gespann in der ersten Reihe des Fehrbelliner Alteisen-Treffens vorfährt, erntet er anerkennende Blicke. Unter den historischen Schätzen des Treffens ist Benkendorfs „Victoria“ eine ganz besondere Rarität.

Vor zwei Jahren hatte Norbert Benkendorf seine „Victoria“ in Dänemark entdeckt. Seitdem hat der Rentner aus Dreetz das seltene Stück in liebevoller Kleinarbeit auf Vordermann gebracht. In Schweden stöberte er einen Scheinwerfer auf, in Österreich einen Suchscheinwerfer. Auf einem Teilemarkt in Neuruppin erstand er ein Reservegetriebe. Wie die meisten Liebhaber historischer Technik ist Benkendorf leidenschaftlicher Schrauber. „Man ist nie fertig“, sagt der Mann mit dem gepflegten grauen Schnäuzer grinsend. „Man baut sie zusammen und wieder auseinander.“

Fast 500 Motorradhersteller hat es mal in Deutschland gegeben

Vor seiner „Victoria“ fuhr Benkendorf eine 1928 erbaute „Standard“ und auch mal eine 1930 erbaute Mercedes. Er kann Motorradmarken runterrattern, die heute keiner mehr kennt. Fast 500 Motorradhersteller hat es in den 20er und 30er-Jahren in Deutschland mal gegeben. „Während der Weltwirtschaftskrise war der Markt gerade für die ganz kleinen Maschinen groß“, sagt er.

An der „Victoria“ fand Norbert Benkendorf auch die Geschichte spannend. Nur wenige Jahre – von 1931 bis 1933 – durfte das Motorrad in Nürnberg gebaut werden. Dann war Schluss – den neuen Machthabern gefiel der englische Motor nicht. „Das wollte der Führer nicht“, sagt Benkendorf.

Doch Benkendorfs „Victoria“ ist längst nicht die einzige Rarität auf dem Alteisen-Treffen. Hanns-Günther Müller war mit einer dunkelroten, 1928 erbauten „Standard“ nach Fehrbellin gekommen. „Das Motorrad und sein Besitzer sind zusammen 165 Jahre alt“, hat er auf einen Zettel an seiner Maschine geschrieben. Am Ende kann Müller mit einem Pokal für das älteste Eisen nach Hause fahren.

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Quelle: Frauke Herweg

Insgesamt etwa 115 historische Motorräder und 25 größere Fahrzeuge waren auf dem Alteisen-Treffen der Fehrbelliner Biker zu sehen – Teilnehmerrekord beim inzwischen achten Alteisen-Treffen.

„Wir wollen die alten Schätze mal wieder auf die Straße holen“, sagt Jens Neustadt, der das Treffen gemeinsam mit Daniel Berger-Karin organisiert hat. Beide fahren die unverwüstliche Awo. „Neue Technik ist schön, hat aber keine Seele“, findet Berger-Karin. Mit Siebzehn begeisterte er sich zum ersten Mal für ein altes Motorrad. Seitdem hat ihn die Faszination für historische Maschinen und ihren satten Sound nicht mehr losgelassen. Die Alteisen-Treffen sollen Liebhaber alter Technik in Kontakt bringen – „Benzingespräche“ nennt Berger-Karin das.

Rund 400 Besucher kamen zum Alteisen-Treffen. Für die schönsten unter den besonderen Motorrädern gab es am Ende einen Pokal. In der Klasse bis zu 500 Kubik erhielt – keine Überraschung – Norbert Benkendorf einen Preis. In der Klasse bis zu 50 Kubik reichte es für Ralf Hüttig aus Linum mit seiner SR2 für einen Pokal, in der Klasse über 500 Kubik für Joachim Brüggow aus Mühlenbeck mit seinem DRad R06. Unter den Ausgezeichneten auch eine Frau – Karina Dräger aus Alt Ruppin war mit einer besonders schön umgebauten Schwalbe gekommen.

Von Frauke Herweg

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