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Ostprignitz-Ruppin Alte Laubenmalerei wird freigelegt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Alte Laubenmalerei wird freigelegt
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02:15 11.03.2017
Restauratorin Daniela Geyer legt die alte Wandmalerei im Schloss in Freyenstein frei. Quelle: Björn Wagener
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Freyenstein

Im Schloss Freyenstein wird man schon bald wieder mehr als 100 Jahre alten Wein genießen können. Er ist allerdings eher etwas fürs Auge als für die Kehle. Restauratorin Daniela Geyer aus Wittstock legt momentan eine Laubenmalerei frei, die vermutlich um das Jahr 1900 herum entstanden ist. Dabei handelt es sich um Weinlaub, das sich an einer Rankhilfe entlangschlängelt.

Das Ganze bedeckt die Wände und die Lehmdecke des Standerkerzimmers, das sich direkt an den Empfangsbereich für Besucher des Archäologischen Parks anschließt. Der kleine Raum, zu dem ein paar Treppenstufen hinaufführen, war bei den erst im vergangenen Jahr abgeschlossenen umfangreichen Sanierungsarbeiten im Schloss außen vor geblieben.

Freilegung blieb zunächst liegen

Dennoch hatten Untersuchungen bereits ergeben, dass sich eben diese Laubenmalerei unter den verschiedenen Farbschichten befindet. Da aber während der Sanierungsphase andere Arbeiten Vorrang hatten, blieb die kunstvolle Malerei zunächst weiterhin verborgen – bis jetzt.

Stück für Stück arbeitet sich Daniela Geyer vor, entfernt vorsichtig die Deckschicht der aufliegenden Anstriche. Mitunter geht es dabei nur zentimeterweise voran. Angesprühtes Wasser bringt die darunter liegende, zum Teil beschädigte Malerei für einen Moment besser zur Geltung – und beflügelt die Fantasie: „Es ist, als ob man in einem Wintergarten sitzen würde und jederzeit das Grün genießen kann. Dazu gibt es den bezaubernden Blick auf die Schlossanlage“, beschreibt Daniela Geyer das Gefühl, das Menschen wohl einst hatten, wenn sie genau hier saßen und vielleicht ein Glas Wein genossen.

Auch Schimmelschäden werden beseitigt

Die Freilegung und restauratorische Sicherung der Malerei habe darüber hinaus aber auch noch einen ganz praktischen Vorteil. Denn so sei es gleichzeitig auch möglich, oberflächliche Schimmelschäden zu beseitigen. Sie stammen höchstwahrscheinlich aus Zeiten des Leerstandes, vermutet die Restauratorin. Mit den Arbeiten im Auftrag der Stadt Wittstock begann sie im Januar. Etwa im April werde sie fertig sein, schätzt sie.

Die Einsätze vor Ort müssen immer wieder für andere Projekte unterbrochen werden. Aktuell arbeitet Daniela Geyer eigentlich in Äthiopien. Dort geht es um ein etwa 2800 Jahre altes Gebäude, den mit 60 mal 60 Metern größten bisher bekannten überdachten Lehmbau am Horn von Afrika. „Es war mal so etwas wie ein Finanzamt“, berichtet Daniela Geyer. Ausgegraben wird es vom Deutschen Archäologischen Institut. „Ich begleite diese Arbeiten seit einigen Jahren regelmäßig. Es ist ein Langzeitprojekt.“

Weltweite Einsätze

Weltweite Einsätze gehören für die Wittstockerin zum Beruf: Vietnam, Türkei, Vereinigte Arabische Emirate, die Schlosskapelle von Schönbrunn in Wien, aber auch regionale Arbeitsplätze wie die Pritz­walker Tuchfabrik oder die Wittstocker Stadtbibliothek gehörten schon zu ihren Arbeitsorten. Gerade aber die Restaurierungsarbeiten in Äthiopien sind für die Fachfrau immer wieder etwas Besonderes, vor allem wegen der Mentalität der Menschen dort, die „total freundlich und aufgeschlossen sind“. Man könne auch „intensive Gespräche“ mit ihnen führen. Mittlerweile haben Daniela Geyer und ihr Mann, Restaurator Hendrik Seipt, sogar ein Patenkind in Äthiopien.

Noch im März geht es in Freyenstein weiter – bis Ende April. Dann, so der Zeitplan, soll das Weinlaub im Standerkerzimmer wieder weitgehend sichtbar sein. Die Sisyphusarbeit macht Daniela Geyer Spaß. „Das ist genau das Richtige für mich. Mir redet keiner rein und ich kann dabei sogar noch Musik hören.“

Von Björn Wagener

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