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Ostprignitz-Ruppin Alte Stromleitungen, kaputte Fenster
Lokales Ostprignitz-Ruppin Alte Stromleitungen, kaputte Fenster
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19:51 29.06.2017
In Gildenhall steckt die Stadt gerade zwei Millionen Euro in den Schulhort. Doch auch in die Schule müsste weiter investiert werden: Die Stromleitungen sind alt. Quelle: Andreas Vogel
Neuruppin

Erst drohte das Landesjugendamt damit, den Hort in Gildenhall zu schließen, wenn die Stadt Neuruppin das Gebäude nicht ganz schnell saniert. Dann protestierten Eltern monatelang gegen den ihrer Meinung nach unhaltbaren Zustand des Schulhortes in der Franz-Mehring-Straße. In beiden Fällen versprach die Neuruppiner Stadtverwaltung Besserung und ist auch wirklich dabei zu handeln. Doch es gibt offenbar noch mehr Kindereinrichtungen in Neuruppin, die dringend saniert werden müssen. Das geht jetzt aus einer Antwort der Stadt auf eine Anfrage der CDU hervor.

Demnach schätzt die Stadt den dringenden Bedarf für Reparaturen in einer Schule und zwei Kitas auf rund 370 000Euro – über das hinaus, was den Stadtverordneten bisher ohnehin schon bekannt war. Wann und ob das Geld tatsächlich ausgegeben wird, ist allerdings ungewiss.

So müssten ganz dringend Stromleitungen, Steckdosen, Schalter und Lampen in der Kita Eichhörnchen erneuert werden. „Die Elektroanlage dort stammt noch aus DDR-Zeiten“, sagte Neuruppins Sozialamtsleiter Maik Buschmann am Montagabend im Hauptausschuss. Um alles zu ersetzen, wären nach Schätzungen aus dem Bauamt rund 50 000 Euro nötig.

Zusätzliche 370 000 Euro wären für dringende Reparaturen nötig

Auch die Elektroleitungen in der Grundschule in Gildenhall müssten dringend erneuert werden. Nach Jahrzehnten entsprechen die längst nicht mehr dem, was heute eigentlich notwendig wäre. Die Kosten dafür schätzt die Stadtverwaltung auf rund 70 000 Euro.

Wesentlich teurer wären die dringendsten Arbeiten an der dritten Kindereinrichtung, der Kita Birkengrund. „Dort haben wir den mit Abstand größten Bedarf“, sagt Buschmann. Die Kita bräuchte eigentlich schon lange ein neues Dach, die Fenster und die Fassade müsste saniert werden und ein völlig neuer Eingangsbereich wäre auch nötig. Zusammen würde das etwa 250 000 Euro kosten. Geld, das die Stadtverwaltung in den vergangenen Jahren aber nicht ausgeben wollte und auch jetzt nicht unbedingt investieren will. Denn laut Buschmann ist unklar, wie lange es die Kita Birkengrund mit ihren gut 30 Plätzen überhaupt noch gibt.

Schon in der Vergangenheit war mehrfach die Rede davon, dass die Kita geschlossen werden soll. Dazu kam es dann aber nie – auch, weil Neuruppin angesichts der vielen Kinder zurzeit auf jeden irgendwie verfügbaren Kindergarten- und Krippenplatz angewiesen ist. Doch die Stadt geht davon aus, dass die Zahl der Kinder in absehbarer Zeit sinken wird. „Das ist zurzeit etwa für 2020 vorhergesagt“, sagt Maik Buschmann.

Abgeordnete wollen sich lieber selbst ein Bild machen

Die CDU-Fraktion ist sich noch nicht sicher, wie sie mit diesen Zahlen umgehen soll. Soll sie die Sanierungen im nächste Haushalt durchsetzen oder nicht? „Auf jeden Fall müssen wir uns selbst ein Bild von der Lage vor Ort machen“, sagt Heinz Stawitzki. Nur allein auf die Einschätzung der Stadtverwaltung wollen sich die Abgeordneten nach der Erfahrung mit dem Streit um den Zustand des Hortes an der Franz-Mehring-Straße nicht verlassen. Dort gibt es immer noch Streit zwischen Stadt und Eltern. Die halten den Zustand des Hauses für weit schlechter als es die Verwaltung tut.

Heinz Stawitzki hätte sich gewünscht, dass die Stadtverwaltung die Abgeordneten von sich aus über den Zustand der Einrichtungen informiert, damit die sehen können, ob sie dafür Geld in den Haushalt einplanen. „Es kann nicht sein, dass immer erst die Eltern gegen den Zustand der Einrichtungen protestieren müssen“, sagt er. Bereits im März hatte die CDU deshalb im Rathaus nachgefragt, jetzt kam die Antwort.

Für CDU-Mann Michael Gayck genau zum richtigen Zeitpunkt. In den kommenden Monaten beraten die Stadtverordneten in den Fraktionen über den Etat der Fontanestadt für das kommende Jahr und darüber, für welche Vorhaben die Stadt dann Geld ausgeben soll. „Mir persönlich sind Kindereinrichtungen wichtiger als manch anderes Projekt“, sagt Gayck. Notfalls müsse die geplante Sanierung von Radwegen verschoben werden, findet er: „Wir können Geld eben nur einmal ausgeben.“

Von Reyk Grunow

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