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Alte und neue Fotos vom Pilgerweg

Wusterhausen Alte und neue Fotos vom Pilgerweg

Wolfgang Holtz und Julia Lüneburg fotografierten in einem Abstand von 25 Jahren die gleichen Stationen des Pilgerwegs zwischen Berlin und Bad Wilsnack. Die Fotos sind seit Sonnabend in einer Sonderausstellung im Wegemuseum Wusterhausen zu sehen. Damit eröffnet das Museum sein Programm im Reformationsjahr.

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Julia Lüneburg und Wolfgang Holtz im Gespräch über ihre Fotos.

Quelle: Sandra Bels

Wusterhausen. Wer schon einmal von Berlin nach Bad Wilsnack gepilgert ist, dem kommen die Bilder der Sonderausstellung im Wusterhausener Wegemuseum sicher bekannt vor. Es sind Stationen am Pilgerweg, die in den Rahmen zu sehen sind. Das Besondere daran ist, dass es jeweils zweimal das gleiche Motiv gibt. Eins ist vom Berliner Wolfgang Holz, der die Bilder 1988 auf seiner Pilgerreise mit seinem Freund Klaus Janetzki fotografierte. Das zweite von der Fotografin Julia Lüneburg, die 25 Jahre nach Holtz und Janetzki ihre Stationen abfuhr und dabei die gleichen Motive im Bild festhielt. Das war genau 325 Jahre nach der „Erfindung“ des Weges.

Gäste des Netzwerktreffens zum Pilgerweg sahen sich die Fotos am Sonnabend im Wegemuseum Wusterhausen als erste an

Gäste des Netzwerktreffens zum Pilgerweg sahen sich die Fotos am Sonnabend im Wegemuseum Wusterhausen als erste an.

Quelle: Sandra Bels

„Die Ausstellung ist der Auftakt unserer Veranstaltungen im Reformationsjahr“, sagte die Wusterhausener Museumsleiterin Katharina Zimmermann am Sonnabend bei der Eröffnung. Wolfgang Holtz, Klaus Janetzki und Julia Lüneburg waren dabei. Die Fotografin war 2013 zusammen mit ihrem Vater unterwegs. Die Stationen hatte zuvor Opa Jörg zusammengetragen. „Es war eine spannende Reise“, erzählte Julia Lüneburg bei der Eröffnung. Es sei zudem eine künstlerische Herausforderung für sie gewesen, die Fotos von Holtz eins zu eins nachzustellen. „Einmal musste ich mehrmals um einen Baum herumlaufen, um die richtige Perspektive zu finden“, sagte sie.

Mit offenen Armen aufgenommen

Als sich der West-Berliner Wolfgang Holtz 1988 auf den Weg gemacht hatte, um den historischen Pilgerweg zur Wunderblutkirche in Bad Wilsnack zu erkunden, gab es die DDR noch. Mit seinem Freund Klaus Janetzki war er zehn Tage unterwegs. „Es war ein grandioses Erlebnis, wir wurden damals überall mit offenen Armen aufgenommen“, erzählte der Berliner am Sonnabend. Später berichtete Holtz in einer Ausstellung darüber.

Das linke Bild ist 1988 entstanden

Das linke Bild ist 1988 entstanden. Eine neue Ansicht rechts von Julia Lüneburg.

Quelle: Sandra Bels

Der Pilgerweg wurde mit Unterstützung aus Bad Wilsnack im Jahr 2006 ausgeschildert und eröffnet. Wusterhausen und Barsikow sind zwei wichtige Stationen unterwegs. In dem Dorf können die Pilger in einem Kirchturm übernachten. Beide Stationen haben einen Platz in der Sonderausstellung, die noch bis zum 29. April zu sehen ist.

Die Ausstellungseröffnung war eingebettet in das öffentliche Netzwerktreffen zum Pilgerweg Berlin-Wilsnack. Es wird vom Förderverein Wunderblutkirche Bad Wilsnack organisiert und fand bereits zum vierten Mal in Wusterhausen statt. Der Vorsitzende des Fördervereins Jochen Purps sagte, dass Wusterhausen die gefühlte Mitte des Pilgerweges ist und das die Kirche Sankt Peter und Paul zu den wichtigsten Stellen auf dem Weg gehört.

Gut 1000 Pilger pro Jahr unterwegs

Etwa 30 Gäste waren zum Treffen gekommen. Sie blickten zusammen auf das vergangene Jahr zurück und bereiteten das neue vor. Für Purps ist jedoch der Austausch der Netzwerker noch viel wichtiger. Ihn interessiert, welche Erfahrungen sie mit den Pilgern machen. „Schließlich lebt der Weg von den Menschen und den Begegnungen der Pilger mit den Quartiergebern.“ Gut 1000 Pilger machen sich laut Purps pro Jahr auf den Weg zum Wunderblut nach Bad Wilsnack.

Meist sind es die gleichen Probleme, die sie unterwegs ansprechen, Sie wünschen sich aktuelle Ausschilderungen, aktualisierte Datenbanken über die Quartiere und offene Kirchen. „Das alles erfordert viel Einsatz von den Ehrenamtlern entlang des Weges“, so Purps. Deshalb sieht er die Netzwerktreffen stets auch als Motivation für sie, weiter zu machen. Jochen Purps hatte außerdem große Neuigkeiten zu berichten. Die Wunderblutkirche in Bad Wilsnack wird in den nächsten Jahren aufwendig saniert und soll danach als Pilgerziel im neuen Glanz erstrahlen.

Von Sandra Bels

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