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Ostprignitz-Ruppin Altfriesack feiert feucht-fröhlich
Lokales Ostprignitz-Ruppin Altfriesack feiert feucht-fröhlich
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00:28 12.08.2015
Wer hat das bessere Gleichgewicht? Einer geht baden. Quelle: Regine Buddeke
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Altfriesack

Die Stirnemänner und Ladys sind so in Fahrt, dass sie beim Zieleinlauf übers Ziel hinausschießen und ein ankerndes Boot rammen. „Ihr müsst nicht bis nach Neuruppin“, frotzelt Moderator Ulrich Baden, der jedes Jahr aus der Lüneburger Heide anreist – als Chef der Altfriesacker Partnerwehr ist es ihm eine Ehre, das von der Feuerwehr ausgerichtete Brückenfest zu unterstützen.

Dass die Altfriesacker sich 1994 über die Wiederherstellung ihrer Klappbrücke so freuten, dass sie ein Brückenfest feierten, ist schön. Noch schöner ist, dass sie es jedes Jahr wieder tun. Am Sonnabend erfreute es zum 22. Mal Aktive und Gäste mit Sport und Spaß – Nasswerden gehört zum guten Ton.

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Spritzende Gischt beim Brücken-Cup und Vollbad beim Über-die-Planke-gehen: Altfriesack ließ es beim 22. Brückenfest am 8. August 2015 wieder krachen. Die Zuschauer standen dicht gedrängt am Ufer und ließen sich die Performance beim Fischerstechen nicht entgehen.

Beim Brücken-Cup, der zum dritten Mal ausgerichtet wird, sitzen sich jeweils zwei gemixte Achter-Teams in einem Boot gegenüber. Wie beim Tauziehen, versucht jede Mannschaft, ihren Gegner zurückzutreiben. Allein das Ausrichten des Bootes an zwei Leinen verlangt Maßarbeit. Dann siegt die pure Kraft. Schon frühzeitig kristallisieren sich die Favoriten heraus. Das Team von Montessori-Mix aus Neuruppin hat am Ende die Nase vorn, kein Team schafft es, die hart Kämpfenden zurückzudrängen.

„Schaut mal, die stechen alle gleichzeitig ein“, staunen die wikingerbehelmten Mannen vom Rugby-Team Velten. Ärgern tun sie sich über den letzten Platz kein bisschen: Spaß an der Freude ist das Motto aller Teams. Die Männer vom Fehrbelliner Motorclub scheinen sich mehr auf Motoren zu verlassen, als die Muskeln unterm Shirt vermuten lassen. Woran liegt’s? „Wahrscheinlich an den starken Gegnern“, sagt Manuela Stemler und lacht. „Immerhin fahren wir erstmals mit Shirts.“ Nun, vielleicht war gerade das das Fiasko – in den Vorjahren haben die Jungs mit viel nackter Haut und ordentlich Muskelmasse den Gegner vorab eingeschüchtert.

Modellbauer zeigen ihre Boote

Auch nach der Siegerehrung kommt das Wasser nicht zur Ruhe: die Modellbauer – ein privater Interessen-Club der Region, stellt seine Schätze vor – zur Freude der Kinder, die die Tanker, Luxusliner, Kriegsschiffe und das neue Schubschiff steuern dürfen. „So sehen wir gleich, ob unsere Winterarbeit wassertauglich ist“, sagt Modellbastler Mathias Borchert.

Die Landratten am Ufer verfolgen das Treiben, auch auf der Wiese werden Spiel und Spaß groß geschrieben. Mit Schmalzstulle, Bier oder Kuchen in der Hand lässt es sich herrlich beobachten, wenn die Klappbrücke hochgezogen wird. Dichtgedrängt steht die Menge dann beim Fischerstechen. Da ist eine ruhige Hand gefragt, der Ruderer hält das Boot still, während der Stecher – ganz vorn auf kippeliger Planke – versucht, seinen Gegner mit langem Stock von dessen Brett ins Nass zu kippen. Manch einem gelang noch nicht einmal das Besteigen der Planke, bevor er über Bord geht.

Auch Amanda und Helena sorgen für viel Gaudi. Mit dem wohlgewählten Namen „Die Ahnungslosen“ demonstriert Amanda eindringlich, dass sie noch nie ein Boot gerudert hat. Trotzdem hält sich Helena gut – der Zweikampf ist der längste des Wettkampfes. Da geht es bei den „Abschleppern“ schneller. Einmal tief in die Augen geschaut, dann lag der Gegner drin. „Ist ja auch das Einzige, was ich kann“, grinst der Sieger aus Altfriesack.

Von Regine Buddeke

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