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Ostprignitz-Ruppin Am Froschteich der Urzeit
Lokales Ostprignitz-Ruppin Am Froschteich der Urzeit
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00:19 21.09.2017
Hermann Wiesing (M.) begutachtet die ausgebaggerte Fläche, die nun wieder für Unken bereit steht. Quelle: Cornelia Felsch
Wustrau

Vor drei Wochen war der Priesterpfuhl – ein Soll auf dem Acker des M&F Rhinluch-Agrar-Betriebes – noch verschilft und verlandet. Brennnesseln und Kalmus hatten sich dort ausgebreitet, Wildschweine nutzten das feuchte Biotop zum suhlen. Bewohner der umliegenden Region nutzten den Priesterpfuhl, um ihren Müll auf einfache Weise zu entsorgen.

Nun befindet sich dort eine große Mulde. Rund 5000 Kubikmeter organisches Material und Schwemmsand wurden herausgebaggert. Die Firma Baulogistik Lück hat innerhalb von zwei Wochen Platz geschaffen für eine neue Wildtränke und wertvollen Lebensraum.

Der ehemalige Geschäftsführer des Wustrauer Agrarbetriebs, Loris Radke kannte das Kleingewässer noch aus seiner Kindheit – der Landwirt ist in Wustrau aufgewachsen. Die Renaturierung lag ihm am Herzen und so wandte er sich an Helmut René Philipp, den Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbands Rhin-/Havelluch. Gemeinsam überlegten sie, was zu tun sei. Landeigentümer der Ackerfläche ist die Gesamtkirchengemeinde Prowura (Protzen-Wustrau-Radensleben, die einer Renaturierung bereitwillig zustimmte.

Sölle sind als Folge der Eiszeit entstanden

Sölle sind vor Tausenden von Jahren als Folge der Eiszeit entstanden. In der Region Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern haben sich die Eisschichten nicht gleichmäßig zurückzogen. Aus liegen gebliebenen Eisblöcken entstanden Löcher, die sich mit Wasser füllten. Allein 2000 solcher Feldsölle haben Experten auf der Ruppiner Platte gezählt.

Irgendwann verlandeten die Teiche und wurden vernachlässigt. Viele dieser kleinen Oasen, die vor Jahrhunderten oft die Voraussetzung dafür waren, dass überhaupt ländliches Leben entstand, wurden zu DDR-Zeiten zugeschüttet. Mit der Intensivierung der Ackernutzung nach 1960 wurden viele Sölle entwässert und verfüllt. Düngemittel- und Sedimenteinträge beeinträchtigten ihre Funktion als Lebensraum. Jetzt stapft Hermann Wiesing mit seinen leuchtend orangefarbenen Gummistiefeln durch das Wasser und besieht sich das Bagger-Ergebnis an. Moor- und Teichfrösche, die er bei seinem ersten Besuch hörte, schweigen jetzt erst einmal, aber sie werden wiederkommen. So wie bei Wustrau im Landkreis Ostprignitz-Ruppin betreut der Agrar- und Umweltplaner in ganz Brandenburg die Wiederherstellung urzeitlicher Teiche. Hunderte solcher Gewässer hat der Planer aus Brandenburg schon begutachtet und deren Renaturierung betreut. Darunter auch zahlreiche Feldsölle im Landkreis – unter anderem bei Kränzlin, Darritz, Wahlendorf, Dannenfelde und Gottberg.

Renaturierung kostet 100 000 Euro

Die Kosten des Projektes in Höhe von 100 000 Euro übernimmt zu 100 Prozent die Stiftung Naturschutzfonds, die mit der Finanzierung dafür sorgt, dass Ersatzzahlungen für Eingriffe in die Natur wieder in die Landschaft zurückfließen. In diesem Fall waren es Ausgleichsabgaben, die für die Errichtung von Windrädern entrichtet werden mussten.

Die Stiftung fördert landesweit Naturschutzprojekte, um naturnahe Lebensräume wieder herzustellen und bedrohte Arten zu schützen. Rotbauchunken besiedeln gern diese Feldsölle in der Agrarlandschaft, denn sie lieben flache, sonnenbeschienene Gewässer. Diese bieten für die Unken sogar besonders gute Fortpflanzungsbedingungen, da dort keine Fische auftreten, die als Fressfeinde den Laich dezimieren. Sie dürfen auch nicht eingesetzt werden. Der Agrarbetrieb wird nun rund um das Gewässer Blühstreifen anlegen um Nährstoffeinträge vom Acker zu minimieren.

Von Cornelia Felsch

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