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Am alten Loeffler-Areal bewegt sich was

Wusterhausen Am alten Loeffler-Areal bewegt sich was

Ist es bis zu einer erneuten Nutzung des früheren Geländes des Friedrich-Loeffler-Institutes nicht mehr lange hin? Denn dort, wo an der Wusterhausener Seestraße seit 2014 Leerstand herrscht, sollen sich vor Kurzem Interessenten umgesehen haben. Was an Ideen bisher durchsickert, klingt nach großen Projekten. Kinder und Jugendliche könnten im Mittelpunkt stehen.

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Das Loeffler-Institut ist in Wusterhausen seit Anfang 2014 Geschichte.

Quelle: : Matthias Anke

Wusterhausen/Neuruppin. Etwas über zwei Jahre ist es her, dass die Immobilie an der Wusterhause­ner Seestraße 55 den Besitzer wechselte. Dieses bis dahin landeseigene Areal, das erst ein halbes Jahr zuvor die letzten Beschäftigten des geschlossenen Friedrich-Loeffler-Instituts für Tierseuchenforschung leergezogen hatten, versteigerte das Berliner Auktionshaus Karhausen im Sommer 2014 im Auftrag des Landes Brandenburg für 170 000 Euro. Bis heute jedoch tat sich nichts auf diesem über drei Hektar großen Gelände in Seenähe mit seinen sechs Gebäuden mit einer Nutz- beziehungsweise auch Wohnfläche von 4100 Quadratmetern. Auch zehn Pkw- und fünf Lkw-Garagen gehören zu dem Immobilien-Paket.

Vor wenigen Wochen aber sollen Interessenten dort erschienen sein, die sich umsahen. Es geht dabei um Nutzungsideen für den „Bereich der Kinder- und Jugendarbeit oder auch Erwachsenenbildung“. Dies bestätigte Wusterhausens Bürgermeister Roman Blank auf MAZ-Nachfrage. „Der Eigentümer ist jedenfalls weiterhin gewillt, das Gelände einer Verwertung zuzuführen“, sagte Blank, ohne Details kennen zu wollen. Seinerzeit hieß es seitens des Auktionshauses, dass sich hinter dem Eigentümer ein Österreicher verberge mit einer Immobilienfirma in Bayern. Er sei bereits „guter Karhausen-Kunde“.

Besitzer soll ein namhafter Berliner Immobilienkaufmann sein

Nach neueren MAZ-Informationen ist der Besitzer jetzt jedoch ein namhafter Berliner Immobilienkaufmann, der in der Vergangenheit schon ebenso emsig bei dem Auktionshaus erfolgreich mitbot, und das oft mit Blick auf Brandenburger Objekte. Er war am Freitag für ein Gespräch jedoch nicht erreichbar.

Und ein mit der „Vermarktung“ des Areals beziehungsweise der Konzeption beauftragter Branchenfachmann hielt sich auf Nachfrage bedeckt. Laut ihm gebe es „nichts Neues“.

Vieles scheint auf dem Gelände denkbar

Einst war seinerseits noch die Rede gewesen davon, dass „vieles denkbar“ sei, und zwar von einer Jugendherberge bis hin zu einem Modell nach Vorbild eines Mutter-Kind-Kurheims. Ein solches existierte unweit des Geländes bereits früher in der Seestraße. Heute leben dort Flüchtlinge.

Unterdessen beschäftigt dieses Thema indirekt weiterhin auch die Stadt Neuruppin: Als einst die Schließung des Loeffler-Instituts und dessen Umzug in einen Neubau auf der Ostseeinsel Riems bekannt wurde, machten sich gut zwei Dutzend der damals noch in Wusterhausen 50 Beschäftigten Hoffnungen auf Neuruppin als neue Arbeitsstätte. Denn um den Verlust ihrer Einrichtung für die Region auszugleichen, sollte in Neuruppin das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) entstehen. Doch mit dem Prüfen der Sicherheit von Kosmetika, Lebensmitteln oder Spielzeug wurde es nichts. Dieser Absage im Herbst 2012 sollte eine Suche nach Alternativen folgen. Doch bis heute lässt eine Kompensation für den Verlust des Loeffler-Instituts in der Region auf sich warten. „Da ist noch eine Rechnung offen“, sagte dieser Tage die Linke-Bundestagsabgeordnete Kirsten Tackmann auf MAZ-Nachfrage.

Tackmann ist gelernte Tierärztin und war einst selbst jahrelang im Loeffler-Institut tätig. Es war zu DDR-Zeiten ein Bezirksinstitut für Veterinärwesen und seit 1985 das Staatliche Institut für Epizootiologie und Tierseuchenbekämpfung. Nach der Wende überführte man es in die Bundesforschungsanstalt „Friedrich Loeffler” für Viruskrankheiten der Tiere.

Tackmann könnte sich gut ein Naturschutzzentrum vorstellen

Als Ausgleich für diesen Verlust und nach der Absage für die BfR-Außenstelle in Neuruppin kann sich Tackmann nun beispielsweise ein „besonderes Naturschutzzentrum“ in der Kyritz-Ruppiner Heide vorstellen. Der Naturreichtum des einstigen „Bombodroms“ könnte erforscht und das erfolgreiche Engagement der Bürger gegen eine Nutzung der Bundeswehr gewürdigt werden.

Kirsten Tackmann habe jedoch das Gefühl, dass sich derzeit niemand um dieses Thema Kompensation mehr kümmert.

Laut Sebastian Stei­neke gibt es weiter Gespräche

Das bestreitet Sebastian Stei­neke. Der Rechtsanwalt aus Neuruppin ist seit 2013 Mitglied des Bundestages. „Es gibt weiterhin Gespräche“, sagte der CDU-Politiker. Laut ihm sei sogar bereits über mehrere Ideen gesprochen worden.

Und: „Es muss ja nicht unbedingt ein Bundesinstitut sein.“ Doch bisher hätten sich alle Vorschläge immer zerschlagen. Gleichwohl zeigte sich Steineke zuversichtlich: „Ich hoffe, dass wir etwas hinbekommen.“

Von Matthias Anke und Andreas Vogel

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