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Ostprignitz-Ruppin Am ersten Mittwoch im Monat ist Frauentreff
Lokales Ostprignitz-Ruppin Am ersten Mittwoch im Monat ist Frauentreff
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00:17 03.11.2016
Der Ausflug am 26. Oktober mit Jäger Marco Busch hat den Frauen gefallen. Quelle: :Wolfgang Hörmann
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Bantikow

„Kennste den?“ Nein, jetzt geht es nicht um den neuesten Witz. Stattdessen könnten zwei alteingesessene Bantikower auf der Dorfstraße geklönt haben, als einer freundlich grüßte, der den beiden fremd war. Hier könnte das schnell mal passieren. Bantikow ist nach der Stadt am Klempowsee der größte Ortsteil in der Gemeinde Wusterhausen. Das Dorf zieht immer mal wieder Neubürger an. Das liegt vor allem an der Lage. Große Teile der Kyritzer Seenkette und viel Wald locken.

Brigitte Elawar und Renate Dannenberg aus Berlin sind Zugezogene. Wie kann ich in der neuen Umgebung Kontakt finden? Werde ich mich mit meinen Nachbarn verstehen? Oder bin ich vielleicht einsam? Beiden dürften solche Gedanken durch den Kopf gegangen sein. Sie wussten ja nicht, dass sich Frauen wie Sabine Wilcke, Gitta Krüger und Martina Vathke – nennen wir sie Alteingesessene – damit auch beschäftigten. Allerdings aus einer anderen Sicht. Wie kommen die Zuzügler zurecht? Wie können wir sie aufnehmen? So fragte man sich hier. Dabei ist es nicht geblieben.

Das erste Treffen war am 30. September 2014

Eine von den „Hiesigen“ sprach mit einer von den „Neuen“, die wieder mit einer Dritten. Das Schneeball-System funktionierte. So galt als ziemlich sicher, dass sich am 30. September 2014 eine feminine Kennenlern-Runde im Gemeindehaus versammeln würde. Bei Kaffee, Tee und Kuchen hatten sich 16 Frauen ein Menge zu sagen. Beim Auseinandergehen stand fest: Wir treffen uns wieder. Der „Frauenklub Bantikow“ war gegründet. Seitdem ist der 1. Mittwoch im Monat für alle, die Lust auf angenehme Gesellschaft haben, nachmittags verplant.

Die Frauen ohne Chefin an der Spitze („wir sind das alle gemeinsam“) haben schnell herausgefunden, was ihnen am meisten Spaß macht. Spiele und Basteln stehen obenan. Besuche, zum Beispiel im Literaturcafé und von weiteren Lesungen in Wusterhausen, ein Ausflug ins Kino und Umrahmung der Tour de Prignitz ließen sich auch schon dokumentieren. Als Knüller erwiesen sich die Yoga-Übungen mit Stefanie Pichl, einer Ärztin aus Berlin. Exkursionen und Radtouren kamen immer gut an. Erst ein paar Tage ist es her, dass Jäger Marco Busch die Frauengruppe in sein Revier einlud, über sein Hobby sprach, geduldig alle Fragen beantwortete. In den vergangenen zwei Jahren hat sich das Miteinander eingespielt.

Das Dorfgemeinschaftshaus ist sanierungsbedürftig

In aller Regel ist das Dorfgemeinschaftshaus an der Badewiese der Treffpunkt. Er versprüht immer noch einen spröden Charme. Dabei sieht man den Räumen des ehemaligen Bantikower Kindergartens an, dass hier Frauenhände Klarschiff gemacht haben, inklusive geputzter Fenstern und gewaschener Gardinen. Das bisschen Gemütlichkeit kriegt allerdings einen Knacks, wenn im Winter mal wieder die Heizung streikt, was ohne Handschuhe, Schal und Fellweste nicht zu überstehen war. Der Sanierungsbedarf ist unübersehbar.

Das Heizhaus in Wusterhausen soll umgerüstet werden

In einem Gespräch mit Verantwortlichen aus dem Wusterhausener Rathaus haben das die Frauen vor reichlich einem Jahr angemahnt. Die Gäste wussten das schon. Mittlerweile steht aber fest, dass sich etwas wirklich zum Guten frühestens in zwei Jahren ändern dürfte. Erst wollen das Heizhaus in Wusterhausen umgerüstet und die Berliner Straße erneuert sein. An der Kita „Regenbogen“ ist auch noch so manches zu machen. Und die Sanierung des Rathauses steht ebenfalls bevor. Dann, ja dann ist vielleicht das das Konzept zur Gestaltung des Seeumfeldes praktisch umsetzbar. Das Gemeinschaftshaus ist Teil dessen.

Bis dahin hört der Bürgermeister sehr gern das Wort „Eigeninitiative“. Nach dem Motto „Farbe hilft viel“ sind nun Hobby-Maler gefragt. Das dürfen durchaus Männer sein, die sich aber vom schwächeren Geschlecht verköstigen lassen können. Ansonsten wollen die Frauen bei ihren Treffs aber weiterhin unter sich bleiben.

Von Wolfgang Hörmann

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