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Ostprignitz-Ruppin Weiter Streit um neuen Chef
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02:15 26.03.2018
Susanne Dorn kündigte ihren Abschied als Amtsdirektorin, gegen Ausschusschef Thomas Voigt läuft erneut ein Bürgerbegehren. Quelle: Andreas Vogel
Werder

Das Amt Temnitz sucht einen neuen Amtsdirektor. Bewerber können sich bis zum 31. Mai melden. Das hat am Donnerstagabend der Amtsausschuss in Werder entschieden. Das Gremium lehnte den Verzicht auf eine Ausschreibung denkbar knapp ab. Zwar stimmten fünf Abgeordnete dafür, aber vier dagegen, einer enthielt sich. Notwendig wären sechs Stimmen gewesen, dann hätte in einer folgenden Abstimmung entschieden werden können, ob Amtsinhaberin Susanne Dorn (57) weitere acht Jahre das Amt führen soll.

Vorwürfe gegen den Ausschusschef

Dorn reagierte gefasst auf die Niederlage und bedankte sich „bei allen Menschen in der Temnitz-Region“, die sie in den vergangenen Jahren unterstützt haben. „Ich habe gestalten und gemeinsam mit anderen Projekte entwickeln dürfen“, etwa bei der Entwicklung des Gewerbeparkes Temnitzpark, bei dem sie mithalf, das Gebiet aus der Insolvenz zu führen. Zugleich gestand Dorn, dass sie nicht verstehen könne, wie die Situation derart eskalieren konnte. Dorn warf dem Vorsitzenden des Gremiums, Thomas Voigt (60) aus Garz, vor, den Prozess zu Wahl oder Ausschreibung nicht gestaltet sowie in den vergangenen drei Jahren keinen Kontakt mehr zu ihr als Amtsdirektorin gesucht zu haben. Auch auf Fragen von ihr, per Mail oder Post, habe er nicht reagiert, so Dorn.

Dorn: Amt soll wieder zusammen finden

Sie habe sich im November entschieden, erneut für acht Jahre bereitzustehen, nachdem sieben Mitglieder des Amtsausschusses sie dazu ermutigt hätten. Da sie jetzt aber in zwei Anläufen nicht gewählt worden sei, sei „jetzt Schluss“. Dorn wünschte dem zwiegespaltenen Amt, dass es wieder zusammen findet – losgelöst von persönlichen Interessen. Dafür gab es viel Beifall aus dem Publikum. Rund 60 Einwohner waren zum Amtsausschuss nach Werder gekommen.

Nachfolge ist unklar

Die Amtszeit von Dorn endet am 16. Mai. Wer dann die Amtsgeschäfte führen wird, bis ein Nachfolger gefunden ist, das blieb am Abend der Ausschusssitzung offen.

Abwahl von Voigt knapp gescheitert

Klar ist indes, dass Voigt weiterhin Chef des Amtsausschusses Temnitz bleibt. Zwar hatten vier Ausschussmitglieder die Abwahl von Voigt beantragt, doch gab es dafür keine Mehrheit: Fünf Mitglieder stimmten dafür, fünf dagegen. Voigt werden fehlende Kommunikation sowie die Missachtung von Beschlüssen vorgeworfen.

Bürger sind beunruhigt

Der Zwiespalt, der sich erneut im Amtsausschuss zeigte, beunruhigt viele Bürger. „Es sind Riesen-Keile zwischen die Dörfer getrieben worden“, sagte Joachim Pritzkow, der Vorsitzende des Gesamtgemeindekirchenrates. Die Mitglieder sollten überlegen, wie diese Gräben wieder zugeschüttet werden könnten. „Gröblichst versagt“ hätten alle, sagte Eckhard Hennig, früher Amtsleiter in Walsleben. Er konnte nicht verstehen, dass dem Gremium die Differenzen zwischen Dorn und Voig­t so lange entgangen gewesen sein sollen. „Wir haben den Zwist zu lange unter der Decke gehalten“, räumte Burghard Gammelin, Bürgermeister von Walsleben, ein.

Bürgerbegehren gegen Ortsvorsteher

Der Streit im Amt Temnitz ist mit dem angekündigten Abschied der Amtsdirektorin noch nicht beigelegt. Vielmehr wird sich die Gemeinde Temnitztal am Mittwoch, 28. März, mit dem zweiten Bürgerbegehren zur Abwahl von Ortsvorsteher Voigt beschäftigen. Ihm wird vorgeworfen, wegen seiner Ämterhäufung – Voigt ist auch Kreistagsabgeordneter, Regionalrat und Bürgermeister der Gemeinde Temnitztal – als Ortschef von Garz überfordert zu sein. Zudem habe er in jüngster Zeit ein „unhöfliches bis teilweise rüdes Verhalten“ gegenüber Einwohnern von Garz gezeigt, das diese nicht länger hinnehmen wollten, heißt es in dem Antrag. Das Bürgerbegehen haben 67 der 123 Wahlberechtigten unterschrieben. Das sind sogar ein paar mehr als im ersten Anlauf, als es 59 Unterschriften gab. Dieses hatte die Gemeinde aber ohne Begründung abgelehnt. Es ist fraglich, ob das zulässig war. Denn laut Gesetz darf die Gemeinde nur prüfen, ob bei den Unterschriften das Quorum von 25 Prozent der Wahlberechtigten zustande gekommen ist.

Interne Bürgerversammlung

In Garz wurde es erreicht, denn das Quorum liegt dort bei 31 Stimmen. Die Garzer hatten ihren Ortschef in dieser Woche auch zu einer internen Bürgerversammlung ohne Öffentlichkeit und mit einem neutralen Moderator aus einem Nachbardorf eingeladen. Doch Voigt kam nicht.

Von Andreas Vogel

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