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Amt Temnitz Gemeindevertreter weisen einzigen Bewerber ab
Lokales Ostprignitz-Ruppin Amt Temnitz Gemeindevertreter weisen einzigen Bewerber ab
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01:16 03.09.2018
Garz ist zwar beschaulich, doch unter den Einwohnern brodelt es. Quelle: Peter Geisler
Wildberg

Der Streit in der Gemeinde Temnitztal geht weiter: Die Gemeindevertreter haben es am Donnerstagabend abgelehnt, Ulf Proschinski (47) als neuen Ortsvorsteher von Garz zu wählen.

Auf den Chef des Heimat- und Kulturvereines von Garz, für den sich auf Unterschriftenlisten mehr als 60 Wähler aus dem Dorf ausgesprochen hatten, entfielen bei der geheimen Abstimmung in Wildberg lediglich drei Stimmen von Gemeindevertretern. Sechs waren dagegen.

Der falsche Kandidat?

„Ich hätte mir einen neutralen Kandidaten gewünscht“, sagte Ulrich Jaap aus Wildberg. Schließlich habe Pruschinski zu den Initiatoren des Bürgerbegehrens zur Abwahl von Thomas Voigt als Ortsvorsteher von Garz gehört.

Das Begehren hatten die Gemeindevertreter dreimal abgelehnt, obwohl alle Voraussetzungen erfüllt waren. Deshalb hatte die Initiative die Gemeindevertreter wegen „vorsätzlicher Rechtsbeugung“ angezeigt.

Gemeindevertreter räumt Fehler ein

Jaap räumte am Freitag ein, dass die Gemeinde mit ihrer Ablehnung des Bürgerbegehrens einen Fehler gemacht habe. Darauf hatten auch das Amt Temnitz sowie die Kommunalaufsicht verwiesen. Gleichwohl endete dieser Streit erst mit der Erklärung von Voigt, dass er sein Amt als Ortsvorsteher von Garz niederlegt.

Voigt war vorgeworfen worden, sich zu wenig um Garz zu kümmern, weil er zeitgleich auch Bürgermeister der Gemeinde Temnitztal, Vorsitzendes Amtsausschusses im Amt Temnitz, Kreistagsabgeordneter sowie Regionalrat bei der Regionalen Planungsgemeinschaft Prignitz-Ruppin ist. Zudem soll sich Voigt mehrfach „unhöflich und rüde“ gegenüber Einwohnern von Garz verhalten haben. Voigt hat das stets zurückgewiesen.

„Ich bin schwer enttäuscht“

„Ich bin schwer enttäuscht von unseren sogenannten Volksvertretern, die den Bürgerwillen ignorieren“, sagte Pruschinski. Er will jetzt bei der Kommunalwahl im Mai antreten. „Wir geben nicht beim ersten Gegenwind auf.“

Indes haben die Gemeindevertreter im nichtöffentlichen Teil ihrer Sitzung darüber beraten, ob sie einen Rechtsanwalt die Unterschriftenliste des ersten Bürgerbegehrens zur Abwahl von Voigt als Ortsvorsteher von Garz prüfen lassen.

Monatelanger Streit

Für Irritationen im Amt Temnitz dürfte zudem der Beschluss sorgen, dass die Gemeinde Temnitztal ihre Anteile an der Entwicklungsgesellschaft Temnitzpark (EGT) verkaufen will. Temnitzal gehören 24,6 Prozent der EGT. „So eine wichtige Entscheidung fällt man nicht aus dem Bauch heraus“, sagte CDU-Mann Jaap.

Möglicherweise geht der EGT-Beschluss auf den monatelangen Streit zwischen Voigt und der ehemaligen Amtsdirektorin Susanne Dorn zurück, die weiterhin Geschäftsführerin der EGT ist. Doch weder Voigt noch sein Stellvertreter Michael Mann waren am Freitag für Nachfragen zu erreichen. Voigt hat Urlaub, hatte aber gleichwohl die Sitzung in Wildberg geleitet.

Susanne Dorn trat indes Gerüchten entgegen, dass bei der EGT noch investiert werden müsse, bevor es weiter voran geht. „Davon ist mir nichts bekannt“, so Dorn.

Von Andreas Vogel

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