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Amt Temnitz Geld für Schule und Straße ist da
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17:31 17.04.2019
Eine neue Laufbahn, die nicht alle erreichen können? Mit dem Fördergeld soll jetzt ein vernünftiger Weg zum Sportbereich an der Walslebener Schule entstehen. Quelle: Celina Aniol
Walsleben

Die Stimme von Jenny Buschow hört sich an, als ob Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen. Und ein bisschen ist es auch so für die Bauamtsleiterin: Denn nicht jeden Tag flattern im Amt Temnitz Zusagen für Fördergeld ins Haus. Und nun kam die frohe Botschaft, das es nun Bares als Unterstützung von der EU gibt, auch noch kurz vor dem Osterfest. „Wir freuen uns wirklich, wirklich sehr darüber“, sagt die Verwaltungsmitarbeiterin.

Gleich zwei Bescheide sind in diesen Tagen in Walsleben angekommen. Zum einen ist es die Zusage für den Ausbau des Weges zwischen Woltersdorf und Sankt Jürgen. Dafür gibt es aus dem Leader-Programm 445 000 Euro. Die Gesamtbausumme beläuft sich auf 594 000 Euro.

Ein Weg zur Laufbahn für alle

Zum anderen gibt es ebenfalls aus selbem Förderbudget 44 400 Euro für die Grundschule in Walsleben. Dort sollen für insgesamt 60 000 Euro Wege auf dem Schulgelände, der Zaun und ein Tor erneuert werden. Es geht dabei vor allem um die barrierefreie Anbindung der relativ neuen Laufbahn an das Schulgebäude. Bei beiden Projekten müssen die Kommunen die Restsumme aus eigener Tasche bezahlen.

Detlef Scholz freut sich genauso wie Jenny Buschow. „Toll, dass das Geld für den Weg endlich da ist“, sagt der Bürgermeister von Märkisch Linden. „Wir sind es den Leuten in Sankt Jürgen schuldig, dass sie endlich eine vernünftige Piste bis vors Haus bekommen.“ Zwar stehen am Ende der Straße, die fast zum Katerbower See führt, nur wenige Gehöfte. „Die Sandpiste ist aber eine Zumutung.“

Zwei Fahrspuren und zwölf Ausweichstellen

Nun soll die 2,4 Kilometer lange Strecke zwischen den beiden Darritzer Unterdörfern mit zwei Fahrspuren, mittigen Rasensteinen, Bankettstreifen und zwölf Ausweichstellen ausgebaut werden. Die Bauamtsleiterin hat den Planer schon informiert und will sich so schnell wie möglich um noch fehlende Genehmigungen beim Landkreis kümmern. „Ich hoffe, dass wir mit den Arbeiten im Frühherbst loslegen können.“

Das hänge allerdings auch von den Baufirmen ab, die derzeit aufgrund der guten Auftragslage kaum noch Kapazitäten haben. Rund ein halbes Jahr sollen die Arbeiten dauern. Eine Vollsperrung kommt dabei trotz des engen Weges nicht in Frage.

Vollsperrung kommt nicht in Frage

Schließlich müssen die Menschen irgendwie das Ende der Sackgasse erreichen, die zugleich die einzige Zufahrt zu ihren Häusern ist. „Wir müssen gucken, wie wir das hinkriegen“, sagt Jenny Buschow. Sie überlegt, ob man den Verkehr während der Bauzeit neben der eigentlichen Spur vorbeileiten lassen kann – trotz des Walds drumrum.

Bei der Schule in Walsleben werden die Arbeiten in den Herbstferien stattfinden, mutmaßt die Amtsleiterin. Bis zum Sommer seien die Vorarbeiten kaum zu stemmen. Zumal zeitgleich die Vorbereitungen für die Fassadensanierung der Wildberger Schule laufen, die auf jeden Fall in den Sommerferien stattfinden soll. Die finanzielle Unterstützung für dieses 150 000 Euro teure Projekt hat das Amt schon im Januar bekommen (die MAZ berichtete). „Das ist als erstes dran.“

Geldsegen ist auch eine Herausforderung

Prioritäten setzen, aber so viel wie möglich schaffen, laute deshalb jetzt die Devise. „Wir setzen alles dran, dass wir alles umgesetzt kriegen.“ Es sei aber schon eine Herausforderung.

Dass die Förderung für ein weiteres Projekt – den Ausbau des Weges zur Kränzliner Schäferei für rund 250 000 Euro – bei dem aktuellen Geldsegen nicht dabei ist, scheint Jenny Buschow vielleicht deshalb nur halb zu bekümmern. Scholz geht es da anders: „Ich hätte mir fast noch eher gewünscht, dass das als der Weg nach Sankt Jürgen klappt“. Denn dieser sei noch schlimmer.

Finanzspritzen: Geld das den Kommunen zusteht

Buschow ist allerdings zuversichtlich, dass die Kommune auch für diesen Weg Geld bekommen wird. Zuerst müsse sie aber noch Unterlagen nachreichen. Das ist notwendig, weil die Trasse nicht wie zuerst geplant abweichend von der aktuellen Strecke verlaufen kann. „Wir haben in eine Naturschutzfläche eingegriffen.“ Das sei nun verändert worden.

Allein Burkhard Gammelin ist wenig euphorisch, wenn man ihn auf die aktuellen Finanzspritzen anspricht. Klar sei alles gut, was für die Dörfer gut ist, sagt der Chef des Temnitzer Amtsausschusses. „Ich mag es aber nicht, dass man so tut, als ob ein guter Onkel großzügig Geld verschenken würde.“ Bei der Förderung handele es sich vielmehr um Geld, das die Bürger verdient haben und das nun verteilt wird. „Das steht uns zu – und noch viel mehr als das, was wir jetzt bekommen.“

Von Celina Aniol

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