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Amt Temnitz Amt Temnitz revitalisiert zehn Feldsölle
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16:33 28.08.2018
Bei Kerzlin werden insgesamt sechs Feldsölle ausgebaggert. In den kommenden Monaten sollen sich die Senken mit Wasser füllen. Quelle: Hermann Wiesing
Kerzlin

Das Amt Temnitz lässt zehn Feldsölle bei Kerzlin, Küdow, Lüchfeld und Wildberg revitalisieren. Die Baggerarbeiten bei Kerzlin werden voraussichtlich in dieser Woche abgeschlossen sein. In den anderen Orten sind sie bereits beendet. Das mit 1,3 Hektar größte Feldsoll war bei Lüchfeld freigelegt worden.

Ziel der Arbeiten ist es, die verlandeten Eiszeitgewässer wieder zu einem attraktiven Lebensraum für Amphibien und Reptilien zu machen. In den kommenden Monaten sollen sich die ausgebaggerten Senken mit Wasser füllen. „Wenn das Wasser zurückkommt, hat man auch die Arten da“, sagt Planer Hermann Wiesing.

Rückkehr des Kammmolches

Der Experte betreut die Arbeiten für das Amt Temnitz. Er hofft, dass sich bedrohte Arten wie der Kammmolch künftig verstärkt in den Feldsöllen ansiedeln. Bei Kerzlin waren Exemplare nachgewiesen worden. „Wir schaffen jetzt viel bessere Lebensbedingungen.“

Unsicher ist, ob die vom Aussterben bedrohte Rotbauchunke an die Feldsölle zurückkehrt. Zwar gibt es historische Nachweise des Tieres etwa bei Kerzlin. Zuletzt hatten Experten dort jedoch keine Rotbauchunken sichten können. Wiesing geht davon aus, dass die nächsten Vorkommen in Linum sind – das ist selbst für ein Tier wie die Rotbauchunke, die lange Wanderstrecken zurücklegen kann, zu weit weg, um sich in den neu geschaffenen Lebensräumen anzusiedeln.

Im Sommer trocken

Feldsölle speisen sich ausschließlich aus Regen- oder Schichtenwasser – nicht aber aus Grundwasser. Viele der verlandeten Gewässer fallen im Sommer trocken. „Sie haben nicht lange genug Wasser, dass die Arten sich reproduzieren können.“

Das Amt Temnitz hat in den vergangenen Jahren mehr als 50 Feldsölle revitalisieren lassen. Mit den Arbeiten in Temnitztal sei das Großprojekt abgeschlossen, sagte Wiesing: „Im Amt Temnitz sind wir jetzt durch.“ Arbeitslos ist Wiesing damit aber noch lange nicht. „Es geht weiter im Landkreis.“ So sind unter anderem weitere Projekte bei Kyritz geplant.

Anfang August hatten die Arbeiten an den Feldsöllen im Amt Temnitz begonnen. Durch die anhaltende Trockenheit hatte es in den Söllen kaum noch Wasser gegeben. „Wir hatten ideale Arbeitsbedingungen“, sagte Wiesing. „Wir sind kaum festgefahren.“

Von Frauke Herweg

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